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Olympia 2026: Wieder sind es die letzten Schüsse

Olympia 2026

Wieder sind es die letzten Schüsse

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    Wieder nur nah dran: Franziska Preuß ist enttäuscht, nachdem sie wieder keine Medaille gewonnen hatte.
    Wieder nur nah dran: Franziska Preuß ist enttäuscht, nachdem sie wieder keine Medaille gewonnen hatte. Foto: Hendrik Schmidt, dpa

    Franziska Preuß musste gegen die Tränen kämpfen. Langsam schlich sie aus dem Zielbereich des Stadions. Sie schnappte sich ihre Tasche, zuvor hatte sie noch länger mit Sportdirektor Felix Bitterling gesprochen. Die deutsche Biathletin wartet in ihrer langen Karriere noch immer auf eine Einzelmedaille bei Olympia. Am Sonntag schien die Chance im Verfolgungsrennen plötzlich groß – bis zum letzten Stehendschießen. „Sie hat die Tür weit aufgestoßen, aber es nicht geschafft, durchzugehen“, sagte Bitterling.

    Preuß war nach dem Sprint vom Samstag auf Platz sieben gestartet. In den ersten drei Schießen kam sie fehlerfrei durch. An der Spitze trafen auch nicht alle Konkurrentinnen. Norwegens Maren Kirkeeide leistete sich in der Summe drei Fehler. Frankreichs Lou Jeenmonnot ebenfalls. Preuß wusste das. Doch wieder versagten ihr die Nerven.

    Wie es ihr bereits in der Mixed-Teamstaffel und im Einzel passiert ist. Sie hatte versucht, diese Probleme zu verdrängen. Doch im Unterbewusstsein waren die Gedanken wohl weiterhin vorhanden. „Die Spannung im Körper steigt. Ich schaffe es nicht, den Schalter umzulegen. Dann geht es einfach so dahin. Ich habe keine Ahnung, woher das kommt“, sagte sie nach dem Rennen.

    30 Sekunden zerstören wieder ein gutes Rennen

    Preuß war sichtlich angeschlagen. „Gerade ist es schon hart und ernüchternd, dass 30 Sekunden ein echt gutes Rennen wieder zerstören“, sagte sie. 30 Sekunden am Schießstand mit zwei Fehlern. Gerade sei sie sehr enttäuscht, gab sie zu, während wenige Meter entfernt Lisa Vittozzi feierte. Sie wurde von Teammitgliedern in die Luft geworfen. Gold für Italien, die Stimmung unter den 19.000 Fans war prächtig.

    Bei der deutschen Mannschaft herrschte Ernüchterung. Preuß als Sechste, Vanessa Voigt als 19., das war noch in Ordnung. Die beiden Youngster Selina Grotian auf Platz 41 und Julia Tannheimer auf Platz 34 zahlten viel Lehrgeld. Nun geht es darum, die richtigen Schlüsse zu ziehen. „Wir werden uns im Trainerteam zusammensetzen, welche Maßnahmen wir ergreifen wollen mit Blick auf die nächsten Wettkämpfe“, sagte Sportdirektor Bitterling.

    Preuß bleibt die Hoffnungsträgerin. Wenngleich die 31-Jährige bereits seit geraumer Zeit mit Problemen zu kämpfen hat. „Ich habe schon die gesamte Saison die Erkenntnis, dass ich nicht so in Form bin wie in der vergangenen Saison“, sagte Preuß. Und Bitterling meinte: „Es ist eine gewisse Unsicherheit da. Sie hat es viele Jahre geschafft, in diesen Situationen zu bestehen. Derzeit eben nicht. Aber im Training sehen wir, dass sie den Bock jederzeit umstoßen kann.“

    Magenprobleme im deutschen Team

    Nicht nur sportlich hatte das deutsche Team Probleme. Zuletzt hatten Janina Hettich-Walz und Vanessa Voigt mit Magenproblemen zu kämpfen. Hettich-Walz konnte deshalb am Wochenende nicht antreten und wurde durch Olympia-Neuling Tannheimer aus Ulm ersetzt. Voigt war am Start.

    Offenbar hatten sich die beiden Athletinnen beim Essen den Magen verdorben. „Wir gehen davon aus, dass es kein Virus war“, sagte Bitterling. Das deutsche Biathlon-Team teilt sich die Unterkunft mit Tschechien. Die Köche der beiden Nationen nutzen die gleiche Küche. Beide Teams waren betroffen. Bei Tschechien soll es eine Athletin und einen Betreuer erwischt haben.

    Das deutsche Team reagierte und separierte die beiden angeschlagenen Athletinnen. Zudem wurden alle Räume gründlich gereinigt und desinfiziert. Franziska Preuß zog in ein Einzelzimmer im Sechs-Räume-Appartement. Zudem hatten Hettich-Walz und Voigt schon zuvor ein eigenes Bad. Was wohl verhinderte, dass sich weitere Sportlerinnen ansteckten. Am Sonntag war wieder alles gut. Zumindest gesundheitlich. Sportlich eher nicht.

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