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Rätselhafte Orte
09.08.2017

Tatort Hinterkaifeck: Sechsfachmord gibt bis heute Rätsel auf

Foto: Barbara Würmseher

Vor 95 Jahren wurden am Einödhof Hinterkaifeck nahe Schrobenhausen sechs Menschen grausam getötet. Wieso der Mord in die Kriminalgeschichte einging.

Über den Einödhof Hinterkaifeck wächst längst „Gras“, genauer gesagt Getreide. Doch dieser (Tat)ort ist ein Mythos. Nur ein Marterl in der Nähe erinnert an den Ort – und das grausame Verbrechen vor 95 Jahren. Ein Mord verjährt nicht und dieser Fall wird ohnehin unvergessen bleiben. Der bestialische Sechsfachmord von Hinterkaifeck ist in die Bayerische und die Deutsche Kriminalgeschichte eingegangen. Er beschäftigt Menschen bis heute und er wird wohl nie mehr aufgeklärt werden.

Bücher, Filme, unzählige Artikel, Mutmaßungen, gegenseitige Beschuldigungen und Verdächtigungen, Theorien – es gibt vermutlich mehr Thesen über Täter und Motiv wie Einwohner in dem kleinen Dorf Gröbern, das gut 500 Meter nördlich des Hofs liegt, der kurz nach der Tat abgerissen wird. Rund sechs Kilometer von Schrobenhausen entfernt, ereignet sich in der Nacht zum 1. April 1922 auf dem abgelegenen Anwesen Schreckliches.

Die Tat wurde erst vier Tage später entdeckt

Was sich genau auf der Hofstelle ereignet, weiß bis heute aber niemand. Ein Unbekannter (oder doch mehrere?) tötet sechs Menschen. Die Tatwaffe ist eine sogenannte Reuthaue. Mit der wird dem Ehepaar Andreas und Cäzilia Gruber, ihrer verwitweten Tochter Viktoria Gabriel, deren Tochter Cäzilia (7) und Sohn Josef (2), sowie der erst am Tag zuvor auf den Bauernhof gekommenen Magd Maria Baumgartner aus Kühbach der Schädel eingeschlagen.

Foto: Apus Verlag Peter Leuschner

Die Tat wird erst vier Tage später entdeckt. Die ganzen Umstände sorgen bis heute für Spekulationen. Die Polizei vermutet, dass sich der oder die Täter noch länger im Haus aufgehalten haben. Warum? Das Vieh im Stall wird weiter versorgt, der gesamte Brotvorrat ist aufgebraucht und das Fleisch in der Vorratskammer frisch aufgeschnitten.

Waffenschmuggel, Inzest, ein Schatz? Die Umstände der Tat sind unklar

War es ein Fememord? Ging es um Waffenschmuggel in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg oder um Selbstjustiz für Inzest zwischen Vater und Tochter? Oder war es doch ein Raubmord? Von einem Goldschatz ist bei Zeitgenossen die Rede, den Bauer Gruber vergraben haben soll. Die aus München herbeigeholten Kriminaler ermitteln in alle Richtungen, vernehmen über 60 (!) Verdächtige, schalten sogar einen Hellseher ein – ohne Erfolg. 1955 werden die Akten geschlossen. Der Fall endet damit nicht. Die Toten sind ohne Schädel auf dem Friedhof in Waidhofen bestattet.

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Viele Anwohner, darunter auch Nachkommen von damals Verdächtigten, wünschen sich, dass diese schreckliche Geschichte endlich ruht. Doch Hinterkaifeck zieht Menschen regelrecht an. Sogar nächtliche Laternenwanderungen führen nach Hinterkaifeck und zum Marterl (Aufschrift: „Gottloser Mörderhand...“) – nach einem Vier-Gänge-Menü in Waidhofen. Das ist für andere makaber. Rätselhaft ist dieser Ort ganz bestimmt.

Mehr zu der Schreckenstat und deren Aufarbeitung lesen Sie hier.

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