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Ausbildung

04.11.2019

Betriebe und Schulen vernetzen sich

Die Elftklässler der Hans-Leipelt-Schule in Donauwörth konnten sich einen Nachmittag lang in Monheim über Hama als Ausbildungsunternehmen informieren. Zurück geht diese Veranstaltung auf eine Schulpartnerschaft der IHK.
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Die Elftklässler der Hans-Leipelt-Schule in Donauwörth konnten sich einen Nachmittag lang in Monheim über Hama als Ausbildungsunternehmen informieren. Zurück geht diese Veranstaltung auf eine Schulpartnerschaft der IHK.
Bild: Elisa Glöckner

Immer öfter arbeiten Unternehmen mit Bildungseinrichtungen der Region zusammen. Von dieser Partnerschaft profitieren beide Seiten. Das Modell wird von der IHK Schwaben gefördert.

Wohnzimmeratmosphäre bei Hama, einem Unternehmen für Foto-, Computer- und Handy-Zubehör aus Monheim im Landkreis Donau-Ries. An der olivgrünen Wand hängt ein Fernseher, daneben eine Zimmerpflanze aus Plastik. In diesem Showroom, also Präsentationsraum, sitzen mehrere Elftklässler der Hans-Leipelt-Schule aus Donauwörth und starren abwechselnd auf das laufende Video an der Wand und das vor ihnen liegende Blatt Papier. Und während die Stimme im TV erzählt, dass Hama 1945 gegründet wurde und weltweit mehr als 2500 Menschen beschäftigt, setzen die Jugendlichen Kreuze. Es ist ein Quiz und damit die erste Station einer Informationsrallye, die Hama für die 50 Berufs- und Fachoberschüler vorbereitet hat.

Hervorgegangen ist diese Veranstaltung aus einem Projekt der Industrie- und Handelskammer Schwaben, kurz IHK: Seit 2013 initiiert und fördert sie sogenannte Schulpartnerschaften. Dabei, so erklärt es Jürgen Korschinsky als Zuständiger, vernetzen sich Wirtschaft und regionale Bildungseinrichtungen. Ein Konzept, das für beide Seiten Vorteile hat: Schulen und Schülern bietet sich einerseits die Möglichkeit, sich grundlegend über den Betrieb zu informieren.

Die Elftklässler der Hans-Leipelt-Schule in Donauwörth konnten sich einen Nachmittag lang in Monheim über Hama als Ausbildungsunternehmen informieren. Zurück geht diese Veranstaltung auf eine Schulpartnerschaft der IHK.

Andererseits können Unternehmen an Schüler herantreten, um sich als Aus- und Weiterbildungsunternehmen vorzustellen und sich langfristig Fachkräfte zu sichern. Wie und in welcher Form das geschieht – ob durch Informationstage, Praktika oder Seifenkistenrennen (was durchaus schon der Fall war) – hängt laut Jürgen Korschinsky von der jeweiligen Zusammenarbeit ab.

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Die Firma Witty arbeitet mit dem Schmuttertal-Gymnasium zusammen

Station zwei in Monheim. Eine Präsentation erklärt den Elftklässlern aus Donauwörth, wie ein Hama-Produkt überhaupt erst entsteht. Sie lernen, dass Trends recherchiert werden müssen und Kunden Bedürfnisse äußern. Dass aber auch Social Media, die Konkurrenz oder Kollegen eine Quelle für Ideen sein können. David Jähnel, der im Unternehmen ein duales Studium durchläuft, betont außerdem, welche Rolle Preispolitik, Promotion und Vertrieb des Produkts spielen. Constanze, Alina und Franziska nicken zustimmend. Im Alter von 16 und 17 sind die Schülerinnen noch unentschlossen, was die Arbeitswelt anbelangt. Umso mehr kommt es ihnen entgegen, dass einige Unternehmen Orientierungstage wie diesen anbieten.

Wie Hama in Kooperation mit der FOS/BOS Donauwörth, so pflegt auch die Firma Witty aus Dinkelscherben seit Sommer eine Schulpartnerschaft mit dem Schmuttertal-Gymnasium in Diedorf (Kreis Augsburg). Wie man dort voneinander profitiert? „Wir versuchen zum Beispiel, unsere Jugendlichen in Schulpraktika unterzubringen, die vor den Pfingstferien stattfinden“, sagt Schulleiter Günter Manhardt. Bestehen ohnehin Kontakte zum Unternehmen – etwa durch eine Schulpartnerschaft –, sei diese Vermittlung einfacher, erklärt er.

Zusammen mit dem auf Schwimmbäder-, Großküchen- und Trinkwasserhygiene spezialisierten Betrieb sind weitere Aktionen geplant, unter anderem Seminare, die den Schülern Einblicke in die berufliche Realität geben sollen. Ebenso ist es möglich, ein duales Studium in der Firma zu absolvieren.

Die Elftklässler der Hans-Leipelt-Schule in Donauwörth konnten sich einen Nachmittag lang in Monheim über Hama als Ausbildungsunternehmen informieren. Zurück geht diese Veranstaltung auf eine Schulpartnerschaft der IHK.

Witty ist nicht die einzige Partnerschaft des Diedorfer Gymnasiums. Die Schule arbeitet außerdem mit der Handels- und Gewerbebank, mit Siemens und dem Universitätsklinikum zusammen. Demgegenüber pflegen auch Unternehmen oft mehrere Kontakte gleichzeitig. Simone Heidenreich, die für das Aus- und Weiterbildungsteam von Hama zuständig ist, erzählt von zwei Kooperationen der Firma: zum einen mit dem Albrecht-Ernst-Gymnasium in Oettingen (Kreis Donau-Ries), zum anderen mit der Donauwörther FOS/BOS. Jede Zusammenarbeit, sagt Simone Heidenreich, sei dabei anders ausgeprägt.

In Schwaben existieren mittlerweile 300 Schulpartnerschaften

Für die Vorabschlussklassen der Hans-Leipelt-Schule bedeutet das etwa ein Bewerbungstraining sowie eine Showroom-Rallye. Ebendiese versuchen Constanze, Alina und Franziska indes zu beenden: letzte Aufgabe in Monheim also, ein Wettbewerb. Die Schülerinnen müssen einen Ständer mit Produkten aus dem Sortiment bestücken. Wo muss welche Produktnummer hängen? Wo der Haken platziert werden? Und die Zeit läuft.

Allein in Schwaben existieren heute 300 Kooperationen zwischen Bildungseinrichtungen und hiesigen Betrieben. Dabei sei es zu Beginn nicht gerade einfach gewesen, beide Seiten zusammenzubringen, erzählt Jürgen Korschinsky von der IHK. Mittlerweile aber würden in bestimmten Unternehmen 50 Prozent der Azubis über dieses Konzept gewonnen. Voraussetzungen für eine Schulpartnerschaft gibt es kaum: „Das Projekt richtet sich an allgemeinbildende Schulen“, sagt Jürgen Korschinsky. Das Unternehmen als Ausbildungsbetrieb sollte eine gewisse Größe mitbringen – und außerdem zum Schulprofil passen. Wobei sich insbesondere ein Mix aus Branchen gut ergänze.

Bei Interesse an einer Schulpartnerschaft können sich Bildungseinrichtungen und Unternehmen an die IHK Schwaben unter der E-Mail-Adresse info@schwaben.ihk.de wenden.

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