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09.04.2015

Beratung bei Bekannten

Königsbrunn ist die größte Stadt im Landkreis Augsburg. Im ehemaligen Straßendorf, das 1969 zur Stadt erhoben wurde, leben heute etwa 27 500 Einwohner.

Wir sprachen mit Christian Kunzi, dem Vorsitzenden des Königsbrunner Gewerbeverbandes, über die Lage des Einzelhandels vor Ort und darüber, was der Verband in Zukunft so plant.

Wie würden Sie denn die Lage des Einzelhandels in Königsbrunn einschätzen?

Christian Kunzi: Ich denke, generell blickt Königsbrunn denselben Problemen wie Städte vergleichbarer Größe ins Auge. Die Händler haben vor allem mit der Konkurrenz aus dem Intaernet zu kämpfen. Leider steht für viele Leute Bequemlichkeit an erster Stelle, sie bestellen per Mausklick. Das hat auch zur Folge, dass sie das Angebot der regionalen Geschäfte immer weniger kennen. Und für die Einzelhändler wird es schwieriger, sich angemessen zu präsentieren.

Stimmt denn der Branchenmix in der Stadt noch, gibt es alles Nötige?

Kunzi Die Dinge des täglichen Bedarfs sind natürlich ohne weiteres zu haben. Im Bereich Kleidung und Mode sowie für diverse Anschaffungen bei Elektroartikeln fließt die Kaufkraft jedoch meist nach Augsburg – oder eben ins Netz. Hier haben wir etwas Nachholbedarf.

Auch wenn Königsbrunn die größte Stadt des Landkreises ist – ein gewachsenes Stadtzentrum gibt es ja nicht wirklich.

Kunzi: Momentan plant die Stadtverwaltung ja die Entwicklung des Stadtzentrums. Die Einschätzung der Stadt ist aber, dass es schwierig sein wird, für größere Ladengeschäfte dort auch Mieter zu finden. Daher wird der Fokus vor allem auf den Wohnungsbau gelegt. Damit sind natürlich nicht alle im Gewerbeverband glücklich.

Wo sieht denn der Gewerbeverband seine Aufgaben?

Kunzi: Der Gewerbeverband sieht sich als Interessenvertreter lokaler Unternehmer und Gewerbetreibender. Unser Bestreben ist es, diese zu vernetzen, Erfahrungen auszutauschen, zu informieren und Tipps zu geben um den Standort Königsbrunn weiter voran zu treiben. Nach Wegfall der KÖMA ist es nun unsere Aufgabe den Gewerbeverband mit neuen und interessanten Aktionen zu präsentieren, von denen unsere Mitglieder wieder profitieren.

Was sind das für Aktionen?

Kunzi: Unter anderem haben wir im vergangenen Jahr sehr erfolgreich das „Forum Wirtschaft“ ins Leben gerufen. Dieses steht am 9. Mai wieder auf unserer Agenda. Dort haben wir den Fokus gezielt auf den Einzelhandel gelegt. Viele interessante Referenten und Podiumsgäste wie Augsburgs Wirtschaftsreferentin Eva Weber, Wolfgang Puff vom bayerischen Handelsverband oder Heinz Stinglwagner von der City Initiative Augsburg sind hier geladen. Zudem veranstalten wir regelmäßige Unternehmertreffs, bei denen sich Betriebe vorstellen und Unternehmer austauschen können.

Wo kaufen denn Sie persönlich am liebsten ein?

Kunzi: Als Vorsitzender des Gewerbeverbandes bin ich ja quasi dazu verpflichtet, vor Ort einzukaufen (lacht). Im Ernst: Ich lege in der Tat viel Wert auf persönliche und kompetente Beratung, die ich beim Einzelhändler im Königsbrunn auch bekomme. Vor allem ist mir bewusst, dass ich mit meinem Einkauf hier die ortsansässigen Gewerbetreibenden unterstütze und dadurch regionale Arbeitsplätze sichere.

Was halten Sie und der Gewerbeverband von Kauf vor Ort.

Kunzi: Eine Initiative wie die der Schwabmünchner Zeitung, die die wichtige Rolle des lokalen Einzelhandels wieder ins Bewusstsein bringt, ist natürlich begrüßenswert. Es geht dabei ja auch um Punkte wie Arbeitsplätze und Kaufkraft. Es muss wieder in die Köpfe rein: Den Händler vor Ort, denn kenne ich, dem kann ich vertrauen. Im Internet geht das nicht, da gibt es auch viele unseriöse Läden.

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