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VISIONEN

30.01.2019

WM-Sieg im Landschaftsgärtnern

„Kasan wir kommen!“ - Niklas Stadlmayr (links) aus Tapfheim und Julian Maier (rechts) aus Laugna fahren als Deutschlands beste Landschaftsgärtner 2018 zur WM 2019 nach Russland.
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„Kasan wir kommen!“ - Niklas Stadlmayr (links) aus Tapfheim und Julian Maier (rechts) aus Laugna fahren als Deutschlands beste Landschaftsgärtner 2018 zur WM 2019 nach Russland.
Bild: privat/Julian Maier

Julian Maier aus Laugna und Niklas Stadlmayr aus Tapfheim vertreten Deutschland in diesem Jahr bei der Weltmeisterschaft der Landschaftsgärtner in Kasan/Russland

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„Dobryj djen“ heißt „guten Tag“ auf russisch. Das sollten sich Julian Maier und Niklas Stadlmayr schon mal merken, denn im August reisen die beiden nach Kasan, die Hauptstadt der Republik Tatarstan in Russland.

Die Stadt an der Wolga liegt etwa 800 km östlich von Moskau und damit rund 3000 Kilometer entfernt von Laugna und Tapfheim, wo die jungen Männer zuhause sind. Die beiden Landschaftsgärtner werden dort im fernen Russland in diesem Sommer ihr Heimatland Deutschland vertreten – bei den „World Skills 2019“, der Weltmeisterschaft der Handwerksberufe.

Wettstreit alle zwei Jahre

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Alle zwei Jahre findet diese Weltmeisterschaft statt. Bei der letzten Austragung im Jahr 2017 in Abu Dhabi waren 42 deutsche Teilnehmer in 38 Wettbewerben mit dabei – und brachten 24 Auszeichnungen in 21 Wettbewerben mit nach Hause. Erfolgreich wollen auch die zwei bayerischen Landschaftsgärtner in diesem Jahr abschneiden.

Sieg in ihrer Disziplin

Das Ziel für Julian und Niklas lautet natürlich: Sieg in ihrer Disziplin. Dass die beiden gut zusammen arbeiten und richtig was auf dem Kasten haben, haben sie bereits bei der Deutschen Meisterschaft im vergangenen Jahr bewiesen.

Mit ihrer Umsetzung des geforderten Teiches inklusive Steinmauer und Bepflanzung in vorgegebener Zeit und unter penibelster Einhaltung der geforderten Maße überzeugte das bayerische Duo die Jury und qualifizierte sich damit für die Weltmeisterschaft in Kasan. Von 23. bis 26. August 2019 dauern in diesem Jahr die Wettbewerbe in Russland, wo hierfür ein eigenes Gelände neu erbaut wurde.

Vier Tage Zeit, um Garten fertig zu stellen

Insgesamt vier Tage haben die zwei Landschaftgärtner vor Ort Zeit vom Erhalt des Skizzenplans bis zur Fertigstellung des gesamten Arrangements.

Soweit Julian Maier weiß, treten er und sein Teamkollege gegen 23 Teams aus der ganzen Welt an.“Erfahrungsgemäß sind die Österreicher, Schweizer und die Landschaftsgärtner aus Südtirol eine richtig harte Konkurrenz für uns“, erwartet der 21-Jährige.

Aufgabe ist streng geheim

Was genau im Wettbewerb gefordert wird, dringt nicht durch und ist streng geheim. In drei bis vier Trainingseinheiten von jeweils einer Woche bereiten sich Julian und Niklas auf alle Eventualitäten vor. Unterstützt werden sie dabei von ihrem Ausbildungsbetrieb, Gartenbau Bullinger in Donauwörth.

„Irgendwas Regionsspezifisches ist sicher dabei. Beim letzten Mal in Abu Dhabi waren zum Beispiel viele Palmen mit einzubeziehen. Mal sehen, was in Russland typisch ist“, freut sich Julian Maier, der inzwischen sein Studium zum Berufsschullehrer im Bereich Garten- und Landschaftsbau an der TU München begonnen hat und nebenzu als Landschaftsgärtner arbeitet.

Grauer Bau ist Favorit

Am liebsten macht er persönlich den so genannten „grauen Bau“, das heißt, „alles, was mit Steinen zu tun hat“. Wege pflastern, Mauern errichten, sogar das Behauen von Findlingen oder geformten Steinen gehören zum Arbeitsbereich eines Landschaftsgärtners.

Selbstverständlich muss er sich auch mit den Pflanzen auskennen, dem „grünen Bau“. Und auch Wasser ist heute in vielen Gärten ein wichtiges Element, ob mit Funktion als Schwimmteich, Pool oder Gartendusche oder rein zur Zierde als Gartenteich oder Zierbrunnen.

„Der Beruf ist toll“, findet Julian Maier, „man ist draußen, kann kreativ arbeiten und sieht am Ende, was man gemacht hat. Das ist sehr befriedigend.“

Besonders beeindruckend fand Julian in seiner Ausbildung zum Landschaftsgärtner, als sie einmal einen 30 Jahre alten Baum umsetzen mussten und auch eine Dusche, die in eine Art Hinkelstein eingebaut wurde, war nicht alltäglich: „Es ist beeindruckend, was alles möglich ist. Letztendlich ist da immer eine Vision, die jemand für seinen Garten hat und wir setzen sie um.“

Garten mit Bonsai und bienenfreundliche Pflanzen

Und wie sieht irgendwann in Zukunft sein eigener Garten aus? „Auf jeden Fall wird ein Bonsai drin wachsen, die sind einfach cool! Aber auch bienenfreundliche Pflanzen finde ich ziemlich wichtig“, meint der Student. Vielleicht ist ihm das Schicksal ja hold und er darf im August mit Bonsai-Bäumen in Kasan sein Glück machen. Wir wünschen ihm und Niklas Stadlmayr auf jeden Fall viel Erfolg!

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