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EM-Qualifikation

11.06.2019

8:0! Deutschland feiert gegen Estland ein Schützenfest

Die deutsche Nationalmannschaft um Marco Reus und Leroy Sané zeigte sich gegen Estland treffsicher.
Bild: Federico Gambarini, dpa

Schon früh im Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Estland war klar: Das wird eine eindeutige Sache. So spielfreudig haben sich die Deutschen lange nicht gezeigt.

Genau in einem Jahr beginnt mit dem Eröffnungsspiel die Europameisterschaft, die sich als Jubiläumsausgabe über den ganzen Kontinent erstrecken wird. Dass die deutsche Nationalmannschaft daran teilnehmen wird, ist seit Dienstagabend bedeutend wahrscheinlicher geworden. In Mainz holte die Mannschaft von Aushilfsbundestrainer Sorg durch das 8:0 (5:0) den dritten Sieg im dritten Qualifikationsspiel. Nicht nur die Höhe des Ergebnisses überzeugte. Die Art und Weise, wie der Erfolg zustande kam, dürfte die DFB-Verantwortlichen für größere sportliche Herausforderungen zuversichtlich gestimmt haben.

Deutschland ging mit zwei Veränderungen ins Spiel gegen Estland

Zwar stellte Sorg, der nach dem 2:0 in Weißrussland ein weiteres Mal Bundestrainer Löw vertrat, vor dem EM-Qualifikationsspiel heraus, das Ergebnis sei das Wichtigste, dennoch werden Auftritte der deutschen Nationalmannschaft stets ebenso nach ästhetischen Aspekten beurteilt. Estland schien diesbezüglich undankbar, in der Weltrangliste nahe der 100 geführt, das Heil im Toreverhindern suchend.

Um das massive Mauerwerk zu zerbröseln, verordnete Sorg seiner Mannschaft eine veränderte Grundordnung, vertraute auf eine Viererkette und beorderte Kehrer und Goretzka in die Startformation.

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Wonach den Esten der Sinn stand, verdeutlichten sie vom Anpfiff weg. Als Block formierten sie sich vor ihrem Strafraum und erwarteten die Angriffswellen. Bereits in der Anfangsphase mussten sie erkennen, dass ihr Unterfangen aussichtslos war. Reus, derzeit im Zenit seines Schaffens, vollendete einen Spielzug über Gündogan und Kehrer zur frühen Führung (10.). Der deutschen Mannschaft war an einer schnellen Entscheidung gelegen. Befürchtungen, die Partie würde Geduld erfordern, ließ sie gar nicht erst aufkommen.

Goretzka scheiterte mit einem Heber an Estlands Torwart Lepmets, wenig später blieb ihm nur der Griff ins Netz. Sané zeigte seine außergewöhnlichen Fähigkeiten, seine Vorlage nutzte Gnabry zum zweiten Treffer (17.). An ihrem letzten Pflichtspiel dieser Saison fanden die deutschen Spieler zusehends Gefallen, das estnische Bollwerk war schnell eingerissen. Kimmich, gemeinsam mit Gündogan Taktgeber im Zentrum, servierte für Goretzka, der dem Ball mit der Stirn die entscheidende Richtung gab. 3:0 nach 20 Minuten.

Gündogan, Reus und Sané zeigten sich gegen Estland spielfreudig.
Bild: Federico Gambarini, dpa

Einen weiteren Treffer Goretzkas verhinderte der Este Tamm durch vehementes Ziehen am Trikot. So durfte sich der erfolgreiche Elfmeterschütze Gündogan vom bestens unterhaltenen Publikum für sein 4:0 bejubeln lassen. Eine halbe Stunde war absolviert, Abwehrspieler und Torhüter hätte Sorg gegen die vollends überforderten Gäste nicht aufbieten müssen. Noch vor dem Seitenwechsel schaufelte Reus per direktem Freistoß den Ball zum 5:0 ins Gehäuse (37.).

Die Deutschen hatten gegen Estland Spaß auf dem Rasen

Die Hoffnung der Esten, der Halbzeitpfiff wäre zugleich der Schlusspfiff, erfüllte sich nicht. Stattdessen drohte dem drittklassigen Gegner in der mit 26.050 Zuschauern ausverkauften Arena weiteres Ungemach, Sorg schickte mit Draxler für Gündogan einen weiteren Akteur mit Offensivdrang aufs Feld. An die furiose erste Spielhälfte knüpften die deutschen Spieler nicht an, auch wenn allein eine starke Reaktion Lepmets den nächsten Treffer durch Reus verhinderte.

Diesen erzielte wenig später Gnabry, als er den Ball nach einer Halstenberg-Hereingabe über die Torlinie drückte (62.). Sorg vollzog mit Werner den dritten Wechsel und verhalf dem Angreifer, der im Nationalteam nicht mehr erste Wahl ist, so zu einem Erfolgserlebnis. Gefühlvoll hob der Leipziger Angreifer den Ball zum 7:0 ins Tor (79.) und Sané traf zum 8:0 (88.). Spaß haben und Tore schießen - die Spieler hatten Sorgs Vorgabe bestmöglich umgesetzt.

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