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Extremsport

25.07.2020

Alles an einem Tag: Augsburg - Zugspitze - Alpspitze - Augsburg

Dem Himmel so nah – zumindest näher als sonst wo in Deutschland. Alexander Scherl (vorne) und Roman Deisenhofer durchquerten auf ihrer Tour zur Zugspitze auch hochalpines Gelände.
Bild: Philipp Reiter

Plus Knapp 15 Stunden waren zwei Ausdauerathleten unterwegs, um diese Strecke mit dem Rad und zu Fuß zu schaffen. Selbst ein Hagelsturm konnte sie nicht aufhalten.

Die letzte Stunde, sagt Alexander Scherl, "war dann doch ziemlich hart und hat richtig wehgetan". Die knapp 14 Stunden zuvor seien dagegen gut durchgerutscht. "Wir haben es uns ordentlich eingeteilt und wir waren gut verpflegt", erzählt der 40-Jährige. Zusammen mit dem Profi-Triathleten Roman Deisenhofer hat der Profi-Bergführer Scherl eine Tour der besonderen Art absolviert.

Mittwochfrüh brachen die beiden Sportler mit dem Rad am Augsburger Rathausplatz auf, fuhren nach Hammersbach am Fuße der Zugspitze, rannten auf den Gipfel von Deutschlands höchstem Berg, passierten den Jubiläumsgrat hinüber zur Alpspitze, stiegen wieder ab und radelten zurück nach Augsburg. 14:50 Stunden waren sie unterwegs – und hätten sogar noch Zeit verschenkt, sagt Deisenhofer.

Verpflegung aus dem Begleitfahrzeug

Vor allem auf dem Hinweg funktionierte das Zusammenspiel des rasenden Tandems perfekt. Mit durchschnittlich 38 Stundenkilometern rauschte der Augsburg-Express auf edlen Zeitfahrmaschinen 125 Kilometer in Richtung Alpen. "Das Radfahren ist meine Stärke, deshalb bin ich im Wind gefahren", sagt Deisenhofer. Regelmäßig wurden den beiden kohlehydratreiche Getränke aus dem Begleitfahrzeug gereicht. "Damit der Motor läuft, muss er vernünftig versorgt werden", sagt Deisenhofer.

Auf dem Rad herrschte umgekehrte Reihenfolge. Roman Deisenhofer fuhr im Wind und machte das Tempo für Alexander Scherl.
Bild: Moritz Sonntag

In Hammersbach angekommen ging es in 2:30 Stunden zum Gipfelkreuz hinauf. "In sechs Stunden und acht Minuten von Augsburg auf die Zugspitze – nur mit dem Rad und zu Fuß. Das ist schon ganz zügig", sagt Scherl. Oben angekommen folgte das hochalpine Stück über den Jubiläumsgrat zur Alpspitze hinüber. "Leider hat uns ein Gewitter mit Hagel und Regen erwischt", sagt Deisenhofer. Rund eine Viertelstunde musste das Duo pausieren und den Sturm samt eisigen Temperaturen über sich ergehen lassen.

Sturz auf dem Heimweg kostet noch einmal Zeit

Zurück am Fuß des Berges bei den Rädern machten sich die beiden wieder auf den Heimweg – kamen aber nur ein paar Kilometer bis Farchant. Dort stürzte Scherl in voller Fahrt. Großflächige Schürfwunden auf der linken Seite waren die Folge. Erneut verstrich rund eine Viertelstunde, ehe sie zurück aufs Rad steigen konnten. Um 19.25 Uhr standen die beiden Augsburger wieder auf dem Rathausplatz. "Nein, eine Quälerei war das nicht", sagt Scherl zwei Tage später. "Man bereitet sich ja vor und weiß ganz genau, worauf man sich da einlässt." Zum dritten Mal hat er die Tour nun schon absolviert. "Einmal vor vielen Jahren im jugendlichen Leichtsinn, dann letztes Jahr und eben jetzt." Im Zusammenspiel mit Deisenhofer sei aber die mit Abstand schnellste Zeit gelungen. "Wir haben uns perfekt ergänzt", findet der Triathlet.

Augsburg war der Startpunkt für Roman Deisenhofer (links) und Alexander Scherl.
Bild: Ulrich Wagner

Scherl: "Was Roman auf dem Rad macht, ist richtig krass. Wir hatten uns im Vorfeld genau angeschaut, was er vorne für Wattzahlen fahren kann und was ich hinten im Windschatten brauche, damit es auch über eine längere Strecke funktioniert. Und an den Plan haben wir uns ziemlich gut gehalten."

Jetzt werden erst einmal die müden Beine hoch gelegt

Jetzt heißt es für die beiden Sportler erst einmal regenerieren, die Beine wieder locker bekommen. "Eigentlich geht es schon wieder ganz gut", sagt Scherl am Freitag. "Nur die Abschürfungen brauchen noch ein bisschen, um zu heilen." Und der Blick richtet sich schon wieder nach vorne. "Da ist auf jeden Fall noch Luft drin", sagen beide. Ohne Gewitter und Sturz, ohne das ein oder andere technische Problem an den Rädern "könnten wir vielleicht sogar die 14 Stunden angreifen", überlegt Deisenhofer schon.

Noch aber gibt es keinen Plan für eine Neuauflage. Denn eigentlich hatten beide aus der Not nur eine Tugend machen wollen. Corona hat einen Großteil der Triathlon-Wettkämpfe dieses Jahres ausfallen lassen. Beide waren plötzlich ohne sportliche Ziele dagestanden. Da kam die Idee mit der Zugspitze gerade recht.

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