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FC Bayern

19.02.2018

Am Ende lachen sie doch wieder

Rückstand, Elfmeter verschossen, dürftige Leistung: Alles egal. Dann wird eben in der Nachspielzeit der Siegtreffer erzielt, um anschließend erzählen zu können, dass man eben der FC Bayern sei und dass sich das so gehöre.
Bild: Witters

Die Münchner rotieren sich gegen Wolfsburg in Schwierigkeiten, gewinnen aber trotzdem. Für den kommenden Champions-League-Auftritt hat die Liga-Partie kaum Aussagekraft

Über die Champions League wollte Jupp Heynckes noch nicht reden. Der Trainer der Münchner wirkte trotz des späten Bayern-Glücks nicht wirklich glücklich, sondern eher angespannt. Nach der beinahe misslungenen Massenrotation beim 2:1-Sieg in Wolfsburg wollte der Fußball-Lehrer das Bundesligaspiel erst einmal „sacken lassen“. Acht neue Spieler, eine vermurkste erste Halbzeit als Folge daraus und eine bessere zweite nach Wechseln – damit war Heynckes beschäftigt. „Was soll ich jetzt schon über Besiktas mitteilen? Ich bin in meinen Gedanken noch bei der Analyse.“

Die Bundesliga ist für den Coach keine Randerscheinung, auch wenn der Vorsprung in der Tabelle riesig ist. „Ab Montag werden wir uns intensiv auf Besiktas vorbereiten“, sagte er zum Heimspiel gegen Istanbul am Dienstag. Gleichwohl hatte Heynckes mit seinen vielen Wechseln und Experimenten in der Startelf in Kauf genommen, dass es „ein bisschen holprig werden würde“, wie er die massiven Startschwierigkeiten bezeichnete. Das habe er „einkalkuliert“, sagte der Coach zu der Champions-League-Generalprobe, die gerade wegen der vielen Wechsel eigentlich keine richtige war. „Das ist zum jetzigen Zeitpunkt immer ein gewisses Risiko, auf so vielen Positionen zu wechseln“, analysierte der Coach seine eigene Entscheidung, Stars auf der Bank oder gleich ganz zu Hause zu lassen. Und erklärte seine Rotation so: „Es ist wichtig, alle Spieler mitzunehmen, dass sie Einsatzzeiten bekommen und das Gefühl haben: Ich gehöre dazu und ich werde auch deutscher Meister.“

Am Titel gibt es ja längst keine Zweifel mehr, auch nicht bei Heynckes. Dass der FC Bayern München wieder Meister wird, ist nicht die Frage, sondern nur: Wann? Geschenke für die Gegner gibt es dabei nicht. Nicht für den VfL Wolfsburg, nicht für andere. Höchstens die Möglichkeit, aus den Holprigkeiten einen Vorteil zu ziehen. Doch die Wolfsburger, die vor ein paar Jahren mit ihren vielen Millionen noch als möglicher Herausforderer galten, sind dafür viel zu schwach. Trotz der frühen Führung durch Daniel Didavi (8.) lieferte die immer noch teure VfL-Mannschaft nur eine Abwehrschlacht. Sie musste sich – nach ein paar Korrekturen von Heynckes – der spielerischen Überlegenheit der Bayern beugen.

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Dass es nach dem Ausgleich von Sandro Wagner (64. Minute) bis zur Nachspielzeit dauerte, ehe Robert Lewandowski per Foulelfmeter für die Entscheidung sorgte, wirkte nur bei flüchtiger Betrachtung wie der berühmte Bayern-Dusel. Diese späten Siege gelten als Markenzeichen und gehören offensichtlich zum Lebenselixier der Bayern. (dpa)

Wolfsburg Casteels – Itter, Bruma, Knoche, S. Jung (78. William) – Guilavogui, Arnold – Malli (90.+2 Dimata), Didavi, Steffen (84. Osimhen) – Origi Bayern Ulreich – Rafinha, Javi Martínez, Süle, Bernat – Rudy – Tolisso, Thiago (62. T. Müller) – Robben, Ribéry (66. Alaba) – Wagner (79. Lewandowski) Tore 1:0 Didavi (8.), 1:1 Wagner (64.), 1:2 Lewandowski (90.+1/Foulelfmeter) Besondere Vorkommnisse Casteels hält Foulelfmeter von Robben (55.) Zuschauer 30000 Schiedsrichter Stegemann (Niederkassel)

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