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FC Augsburg

08.10.2019

Analyse: Darum steckt der FCA in der Krise

Enttäuschte Mienen auf der Bank - wie hier in Gladbach - gab's beim FCA in dieser Spielzeit schon oft zu sehen.
Bild: Kolbert-Press

Plus Es gibt Gründe, warum der FC Augsburg schon im ersten Drittel der Saison in eine veritable Krise geschlittert ist. Es gibt aber auch Signale, die Mut machen.

Als Anfang April Stefan Reuter handelte und Manuel Baum durch Martin Schmidt ersetzte, da erklärte der Geschäftsführer Sport des FC Augsburg den Trainerwechsel so: „Wir haben die gesamte Rückrunde zu schwankende Ergebnisse gehabt und wir hatten zu viele Niederlagen in einer Form, wie wir sie nicht kennen.“

Unter Schmidt sollte das anders werden. Dem Schweizer gelang in den letzten sechs Bundesligaspielen der Klassenerhalt. Danach vollzog Reuter zusammen mit Schmidt einen großen Umbruch. Zwölf neue Spieler kamen. Doch nach sieben Partien in der neuen Saison ist die Zwischenbilanz ernüchternd: Es hat sich nicht viel geändert. Ganz im Gegenteil. Der Saisonstart ging mit nur fünf Punkten aus sieben Spielen und 19 Gegentoren (mit Paderborn Tiefstwert) in die Hose. Eine Analyse:

Trainer Martin Schmidt gilt als ein Trainer, der sein Team motivieren kann. Das gelang dem 52-Jährigen auch bei seinem Start in Augsburg. 3:1 in Frankfurt, 6:0 gegen den VfB. Danach kam aber nicht mehr viel. Auch in der neuen Saison gleichen die Leistungen einem Jo-Jo. Es geht rauf und runter. Teilweise passable Spiele wie gegen Union Berlin (1:1), Eintracht Frankfurt (2:1) und SC Freiburg (1:1) stehen vier Niederlagen gegenüber. Besonders das 0:3 gegen Leverkusen und das 1:5 in Gladbach taten richtig weh.

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Man sah sich beim FCA auf einem guten Weg. Doch jetzt zeigt sich: Schmidt hat noch keine Stammelf und tragfähige Grundordnung gefunden. Er wechselt oft das Personal und auch die taktischen Ausrichtungen. Nicht gravierend, doch die verunsicherte Mannschaft kann derzeit nicht das umsetzen, was der Trainer will. Immer wieder unterlaufen Fehler. Das ist bei dem risikoreichen Pressing- und Umschaltspiel brandgefährlich. Jetzt muss der Trainer beweisen, dass er auch in kritischen Situationen Lösungswege findet.

Zahl der Kritiker an FCA-Macher Stefan Reuter wächst

Manager Seit Dezember 2012 ist Stefan Reuter für die sportliche Ausrichtung zuständig. Jahrelang zeigte die Leistungskurve mit Ausbuchtungen nach oben. Höhepunkt war bisher die Euro-League-Teilnahme 2015. Reuter, der Weltmeister von 1990, machte bisher aus wenig viel, und ihm ist hauptsächlich zu verdanken, dass der FCA in der neunten Saison in der Bundesliga spielt. Denn er lag bei den Transfers oft richtig. Doch zuletzt bröckelt sein Nimbus. Egal ob Trainerauswahl nach der Ära Weinzierl (Schuster, Baum und jetzt Schmidt), sein Krisenmanagement in Sachen Caiuby und Hinteregger, oder seine Einkaufspolitik vor dieser Saison: Die Zahl seiner Kritiker wächst.

Schwächelnde Leistungsträger Noch ist es zu früh, die Transfers dieser Saison bewerten zu können. Zumal einige Spieler erst im Laufe des August verpflichtet werden konnten. Doch gerade die als Leistungsträger geholten Neuzugänge wie Torhüter Tomas Koubek oder ein Stephan Lichtsteiner schwächeln. Auch das Stammpersonal wie ein Philipp Max, ein Michael Gregoritsch oder ein André Hahn rufen derzeit ihr Potenzial nicht ab.

Verletzungspech Wichtige Spieler wie Jeffrey Gouweleeuw, Daniel Baier, Alfred Finnbogason, Marco Richter oder Carlos Gruezo fielen oder fallen verletzt aus. Einige Verletzungen stammten sogar noch aus der Zeit vor Schmidt. Bis diese Spieler wieder stabil ihre Leistungen über einen längeren Zeitraum bringen können, braucht es seine Zeit.

Zeit Die fehlt dem FCA. Sieben Spieltage sind nach so einem Umbruch keine lange Zeit, um die Arbeit des Trainers und des Managers seriös beurteilen zu können. Geduld ist gefragt. Aber mit jeder Enttäuschung werden die Zweifel größer.

FCA-Coach Martin Schmidt hat schon bewiesen, dass er Bundesliga kann

Was macht Mut? Die Leistungen eines Ruben Vargas oder eines Florian Niederlechner in der Offensive oder eines Felix Uduokhai in der Defensive zeigen, dass die Einkaufspolitik vielleicht doch nicht so verkehrt ist. Das FCA-Team hat gute Leistungen abgeliefert, wenn das Spielsystem stimmt und alle Spieler es konzentriert umsetzen. Mit jedem Spieler, der fit wird, erhöht sich die Qualität im Kader. Zudem hat Martin Schmidt gerade in Mainz gezeigt, dass er Bundesliga kann. Sein Punkteschnitt aus 81 Spielen: 1,29. Damit bleibt man in der Liga.

Lesen Sie auch: Martin Schmidt wirkt ratlos - und will nun "alles hinterfragen"

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