1. Startseite
  2. Sport
  3. Auf dem Sprung nach Südkorea

Eiskunstlauf

11.01.2018

Auf dem Sprung nach Südkorea

Ein nordkoreanisches Paar will zu den Olympischen Spielen und bekommt Unterstützung aus Deutschland

Ryom Tae Ok und Kim Ju Sik wünschen sich nichts sehnlicher, als am 14. Februar in der Gangneung-Eisarena von Pyeongchang ihre Kurzkür zu Beatles-Klängen vorzutragen. Sportlich haben sich die 18-jährige Nordkoreanerin und ihr sieben Jahre älterer Paarlauf-Partner den Start bei den Winterspielen längst verdient. Die ehrgeizigen Athleten wollen nur Eislaufen und haben mit Politik nichts am Hut. Fragen nach der Situation ihres isolierten Heimatlandes oder zum Olympia-Start beantworteten sie bei den raren Auftritten in dieser Saison nicht.

Bei der Nebelhorn-Trophy im September sicherten sie bei ihrem vorerst letzten Wettkampf in diesem Winter den Quotenplatz für die Spiele in Südkorea. Wegen des großen Medieninteresses gab es eine Gesprächsrunde mit den Eiskunstläufern aus Pyongyang – Dolmetscher und Aufpasser Ri Chol Un begrenzte allerdings Themen und Redezeit. Ein wenig Englisch versteht das international konkurrenzfähige Sportpaar schon, die WM im Vorjahr in Helsinki beendeten sie auf Rang 15.

„Wenn man so ausgegrenzt ist, hat man es verdient, bei Olympia zu laufen“, sagte die fünfmalige Weltmeisterin Aljona Savchenko aus Deutschland. „Wir haben nie ein Wort über Politik gesprochen, das war von Anfang an ausgemacht. Wir reden über Familie und Sport“, erzählte der Kanadier Bruno Marcotte im Allgäu. „Ich genieße es, mit ihnen zu arbeiten. Ich will, dass sie eines Tages Medaillen holen“, ergänzte der Trainer. Sein Rat, um besser zu werden: mehr Wettkämpfe. Das hat bisher nicht geklappt. Seit Herbst fand die Vorbereitung für die ungewisse Mission Olympia wieder in ihrem Heimatland statt – immer an ihrer Seite die langjährige Übungsleiterin Kim Hyon Son. Konkurrenz im abgeschotteten Land haben die 1,51 Meter kleine Läuferin und ihr stets höflicher Gegenpart nicht, von Wettbewerben wie nationalen Meisterschaften ist nichts bekannt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Für den Wettbewerb Four Continents der Erdteile Amerika, Asien, Afrika und Australien Ende Januar in Taipeh sind die Nordkoreaner gemeldet – bis dahin dürfte endgültig geklärt sein, ob sie olympisches Eis betreten dürfen. Das Starterfeld für die Paarlaufkonkurrenz sollte ursprünglich auf 20 begrenzt sein, eine Wildcard für südkoreanische Läufer kommt hinzu. Nach dem Signal des Internationalen Olympischen Komitees, das Feld für die Nordkoreaner offenzuhalten, soll es sechs Startgruppen für die dann wohl 22 Duos geben.

„Die Veranstalter haben mir gesagt, die Eiskunstlauf-Wettbewerbe sind ausverkauft“, sagte Peter Krick, technischer Delegierter für Eiskunstlauf bei den Spielen. Das Medieninteresse wird schon beim ersten Training von Ryom und Kim enorm sein. Das wird sie kaum stören, denn sie haben noch Großes in ihrer Karriere vor. „Wir wollen einmal Weltmeister werden“, sagt Kim. (dpa)

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Der FC Bayern München ist nicht nur fußballerisch der stärkste Verein in der Bundesliga, sondern auch finanziell. Foto: Andreas Gebert
Bundesliga

Bayern München auch finanziell das dominierende Team

ad__querleser@940x235.jpg

Qualität auch für Querleser

Montag bis Samstag ab 4 Uhr morgens. Und die Multimedia-Ausgabe
"Kompakt" mit den wichtigsten Nachrichten von Morgen ist auch dabei.

Jetzt e‑Paper bestellen!