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Golf in Augsburg

12.05.2020

Augsburger Golfer sind wieder auf dem Platz: "Wir sind sehr diszipliniert"

Erklärungen mit dem vorgeschriebenen Mindestabstand: Marshall Sigfried Gürth von der GolfRange Augsburg (v. l.) informiert Samuel Blattmann und Bernd Heinrich mit einem Flugblatt über die Corona-Regeln. Seit Montag ist neben vielen anderen Outdoor-Sportarten auch das Golfspielen wieder offiziell erlaubt.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Golfer in Augsburg lassen sich zur Wiedereröffnung weder vom regnerischen Wetter noch von neuen Corona-Regeln den Spaß am Sport nehmen. Im GCA gibt’s jetzt Startzeiten.

Als eine der ersten Golfspieler stehen Bernd Heinrich und sein Schwiegersohn Samuel Blattmann am Montagmittag am Abschlag eins der GolfRange Augsburg. "Wir haben uns so gefreut über die Öffnung, dass wir versucht haben, so schnell wie möglich einen Platz zu bekommen", sagt Bernd Heinrich. Und ergänzt lachend, dass Garten und Haus jetzt blitzblank seien und dass er die Zeit nun wieder verstärkt mit dem Golfspielen verbringen will. Wie ihm geht es vielen Golfern in diesen Tagen. Weil sie neben Leichtathleten, Seglern oder Tennisspielern zu all jenen gehören, die ihren Sport kontaktfrei und im Freien ausüben können, dürfen sie nun wieder zurück auf den Platz.

Am Ende der zweimonatigen Corona-Zwangspause ließen sich die Golfer dann natürlich nicht einmal vom Regen aufhalten. "Durch das schlechte Wetter ist zwar der große Ansturm ausgeblieben. Aber die Flights sind trotzdem alle zehn Minuten rausgegangen", beschreibt GolfRange-Anlagenleiter Fabian Fietze die Auslastung auf dem Neun-Loch-Platz in Göggingen. Ebenso wie seine Marshalls hat auch er sich am ersten Tag immer wieder persönlich davon überzeugt, dass die Spieler die Regeln auch wirklich einhalten. "Alle Mitglieder wurden per Rundmail informiert und sie zeigen sich sehr verständnisvoll. Die meisten sind einfach nur happy, dass sie wieder raus dürfen", fasst er die Lage zusammen.

 

Augsburger Golfer sind wieder auf dem Platz: "Wir sind sehr diszipliniert"

Neue Corona-Regeln für Augsburger Golfer: Kein Rechen im Bunker

Zu den Neuerungen, an die sich die Golfspieler in Bayern nun gewöhnen müssen, gehören nicht nur der obligatorische Mindestabstand von 1,5 Meter und der Verzicht auf Bänke, Waschplatz, Schuhputzer, Schlägerreinigung. Auf den Grüns ist das Berühren der Fahnenstange verboten, der Sand im Bunker darf nicht gerecht werden und die Suchzeit für einen Ball wurde auf eine Minute reduziert. Alles Punkte, die das Spiel zügiger machen und die Kontakte reduzieren. Die Golfer scheinen damit gut leben zu können. "Wir sind sehr diszipliniert", ruft eine Frau lachend, als ihre Gruppe brav im Gänsemarsch aufgereiht vom Grün marschiert. Marshall Sigfried Gürth kann das nur bestätigen. "Alle sind einsichtig. In der Regel werden die Bälle eh ziemlich gestreut, da sind die Spieler so weit auseinander, dass es keine Probleme gibt", bestätigt er.

Während es auf dem Platz nahezu reibungslos läuft, muss Mitarbeiterin Aylin Geib am Counter hingegen schon manchmal warnen. "Bei vielen Männern hat sich noch nicht herumgesprochen, dass es in den Innenräumen Mundschutzpflicht gibt. Ich glaube, die meisten lassen ihre Frauen einkaufen. Und jetzt schicken sie sie auch vermehrt zum Startzeiten einbuchen", berichtet Geib mit einem Schmunzeln. Doch sie ist sich sicher, dass sich bald auch die männlichen Mitglieder an diese Schutzmaßnahme gewöhnt haben.

Während man auf der GolfRange neben der persönlichen Anmeldung schon seit Jahren seine Startzeiten online buchen kann, war die Einführung eines Buchungssystems hingegen die große Aufgabe beim Golfclub Augsburg (GCA) in Burgwalden. Bisher konnte dort jedes Mitglied ohne Voranmeldung kommen und spielen. In Corona-Zeiten allerdings ein No-Go, was GCA-Klubmanager Yannick Ludwicki und sein Team in den vergangenen Tagen vor die große Herausforderung stellte, rechtzeitig bis zum 11. Mai ein solches System einzuführen.

Golfer im Gänsemarsch: Peter Stephan, Eva und Ewald Fischl sowie Carola Aumiller nutzten den ersten Tag nach fast zweimonatiger Corona-Pause.
Bild: Ulrich Wagner

Sehr großer Maßnahmen-Katalog für den Golfsport in Deutschland

"Bisher hatten deutschlandweit etwa 30 Prozent der Golfanlagen ein solches System. Da kann man sich vorstellen, wie überlastet der Dienstleister nun war, als alle gleichzeitig geordert haben", berichtet Ludwicki von den Schwierigkeiten, die Anforderungen, die die Corona-Pandemie mit sich brachte, schnell zu erfüllen. Mittlerweile läuft das System aber auch beim GCA, die Buchungszahlen steigen. "Für viele ist es natürlich neu, Golf unter so hohen Auflagen zu spielen, denn wir haben tatsächlich einen sehr großen Maßnahmenkatalog geschnürt. Es ist alles anders, aber ich hoffe, dass sich die Leute freuen, dass sie ihre Runde wieder drehen dürfen – egal unter welchen Umständen", räumt Ludwicki ein, dass man auch im GC Augsburg vom "normalen" Golfspiel noch weit entfernt sei.

So sind vom Golfverband alle Punkt- und Wettspiele für die gesamte Saison gestrichen worden. Im GCA wird gerade abgeklärt, wie zumindest wieder das Jugendtraining aufgenommen werden kann. Und Yannick Ludwicki setzt darauf, dass sich nun vielleicht Aktive aus anderen Sportarten, die noch nicht ausgeübt werden dürfen, fürs Golfspielen begeistern lassen: "Für diejenigen bieten wir dann auch Individualkurse an."

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