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Radrennsport

24.08.2020

Augsburger Talent wird Vize-Europameister im Zeitfahren

Marco Brenner fehlten am Ende nur 3,5 Sekunden zu Gold.
Bild: Yorick Jansens/BELGA, dpa

Der Augsburger Marco Brenner wird Zweiter im Einzelzeitfahren. Für Gold reicht es knapp nicht - auch, weil die Funktionäre während des Rennens Fehler machen.

Als der offizielle Radio-Funk die Zwischenzeit beim Einzelzeitfahren der U19 durchgab, da schien Marco Brenner bei der Rad-Europameisterschaft seine Mission Gold erfüllen zu können. „Es wurde durchgegeben, dass Marco mit über 30 Sekunden führt“, erzählt Bundestrainer Wolfgang Ruser. Doch rund vier Kilometer vor dem Ziel der Schock. Brenner hat in Wirklichkeit zwölf Sekunden Rückstand auf den führenden Tschechen Mathias Vacek, dessen Zwischenzeiten die EM-Funktionäre wohl einfach vergessen hatten einzuberechnen. Eine organisatorische Katastrophe im einsamen Kampf gegen die Uhr.

Am Ende fehlen nur 3,5 Sekunden zur Gold-Medaille

„So etwas ist natürlich irgendwie dubios und sehr ärgerlich“, war Ruser auf die Verantwortlichen nicht gut zu sprechen. Denn die furiose Aufholjagd von Marco Brenner reichte nicht für Gold. Zwar nahm er dem Führenden auf den letzten zwei, drei Kilometer noch fast neun Sekunden ab, doch am Ende fehlten ihm nach 25,6 Kilometer und 32:42 Minuten nur 3,5 Sekunden zum Sieg.

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Der 17-jährige Augsburger, wusste kurz nach dem Rennen nicht genau, ob er sich über die Silbermedaille freuen oder sich über die Umstände ärgern sollte. „Wenn wir von den Zeiten des Tschechen gewusst hätten, dann wäre ich das Rennen anders gefahren. Man hat ja gesehen, dass ich ihm auf den letzten Kilometern viel Zeit abgenommen habe, da wäre mehr drin gewesen.“

Europameister fuhr verbotenerweise im Windschatten

Was Brenner aber richtig wütend machte: Ihm wurde nach dem Rennen von einem belgischen Fan ein Video zugespielt, das zeigte, dass Vacek kurz vor dem Ziel im Windschatten des vor ihm gestarteten Esten Joonas Kurtis fuhr, was eigentlich verboten ist. „Das ist unsportlich und zeigt, dass er eigentlich platt war.“ Der Einspruch der deutschen Delegation wurde abgelehnt.

Brenner ist sich sicher, dass er ohne diesen Schachzug Vacek noch abgefangen hätte. Er hätte den Sieg gerne seinem Teamkollegen Jan Riedmann gewidmet, der Anfang August nach einem Verkehrsunfall im Training verstorben ist. Eine Möglichkeit, das nachzuholen, hat Brenner aber noch. Am Freitag findet das Straßenrennen statt. Mit der Goldmedaille würde er sich auch selbst beschenken, denn am Donnerstag feiert er seinen 18. Geburtstag.

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Die Diskussion ist geschlossen.

25.08.2020

"Zwar nahm er dem Führenden auf den letzten zwei, drei Kilometer noch fast neun Sekunden ab, doch am Ende fehlten ihm nach 25,6 Kilometer und 32:42 Minuten nur 3,5 Sekunden zum Sieg."

Das 'nur' ist in diesem Zusammenhang überflüssig. Logisch sogar kontraproduktiv.

Ansonsten hat die ganze Sache ein Gschmäckle. Das erste könnte noch ein reiner Fehler gewesen sein, dass für das Windschattenfahren keine Disqualifikation erfolgt dagegen nicht.

Da wollen offenbar ein paar Funktionäre nicht, dass Marco Brenner so erfolgreich ist, wie er sein könnte.

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