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Eishockey

24.11.2018

Augsburger trotzen frühem Schock

Patrick McNeill (Mitte) brachte seine Mannschaft mit dem Treffer zum 1:2 wieder heran. Adam Payerl (links) und Andrew LeBlanc freuen sich mit ihm.
Bild: Siegfried Kerpf

Die Panther liegen nach drei Minuten mit 0:2 gegen Nürnberg hinten. Am Ende aber gewinnen sie die Partie mit 5:2 – weil auch die treffen, die sich eher selten feiern lassen dürfen

Den Start völlig verpennt und doch einen Sieg gefeiert: Die Augsburger Panther lieferten gestern Abend die ganze Palette eines Eishockeyspiels. Nach einem 0:2- Rückstand gewann die Mannschaft von Trainer Mike Stewart mit 5:2 (0:2, 2:0, 3:0) gegen die Nürnberg Ice Tigers, die sich am Ende auch noch Schmähgesänge anhören mussten. „Ohne Ehliz habt ihr keine Chance“, skandierten die AEV-Fans im Curt-Frenzel-Stadion. Der Nationalspieler Yasin Ehliz war nach seinem verunglückten NHL-Ausflug nicht – wie mündlich zugesagt – zu den Franken zurückgekehrt, sondern zog ein Angebot des Meisterschaftsanwärters München vor, was zu massivem Ärger in Nürnberg sorgte.

Zu Beginn waren sich die Augsburger jedoch offensichtlich angesichts des jüngsten 3:0-Erfolges gegen Berlin und des aktuellen Durchhängers der Franken (lediglich auf Rang zwölf) ihrer Sache zu sicher und gingen den Start zu lässig an. Die Folge: In der dritten Minute lagen die Gäste nach Toren von Chris Brown und Leonhard Pföderl in Überzahl bereits 2:0 vorne. Die AEV-Profis wägten sich wohl angesichts ihrer personellen Lage im Vorteil. Während die Nürnberger auf eine Handvoll Stammkräfte verzichten mussten, meldeten die Augsburger ihr komplettes Personal als einsatzfähig. Als überzählige Akteure standen Verteidiger Arvids Rekis und Stürmer Thomas Holzmann nicht auf dem Spielberichtsbogen. Trainer Mike Stewart setzte auf Marco Sternheimer im Angriff und John Rogl in der Defensive. „Ich muss Entscheidungen treffen, wer nicht spielt, aber ich genieße diesen Luxus“, sagt der Austro-Kanadier über seine ungewohnt große Auswahl. Seine Profis nahmen jedoch den Gegner anfangs auf die leichte Schulter und schalteten erst nach dem 0:2 einen Gang höher. „Ich musste in der Kabine nicht mehr laut werden, da ich mich zuvor auf der Bank abreagiert hatte“, erzählte AEV-Coach Stewart von seiner ersten Kabinenansprache.

Den ersten Treffer konnten die AEV-Fans unter den 6099 Zuschauern in der 23. Minute bejubeln. Im Powerplay stocherte Patrick McNeill den Puck über die Torlinie. Mit seinem fünften Saisontor gab der Kanadier das Startsignal zur Aufholjagd. Nur 83 Sekunden später lag der Puck wieder hinter Nürnbergs Schlussmann Andreas Jenike. Steffen Tölzer hatte an der blauen Linie mächtig ausgeholt, und schon stand es 2:2. Die Verteidiger glichen die Partie aus, in der die Augsburger nun dominierten, weil sie schnell anliefen sowie konsequent ihre Checks ansetzten.

Kurz nach der zweiten Pause ging der AEV in Führung. Verteidiger Henry Haase setzte den Puck so weit neben den Kasten, sodass Matt Fraser den Abpraller zum 3:2 problemlos ins leere Tore drücken konnte. Die Panther drückten weiter aufs Tempo. Hans Detsch mit seinem ersten Saisontor und David Stieler schossen nun den 5:2-Erfolg heraus. „Letztendlich hat uns die Ruhe nach dem Schockstart das Spiel gewonnen. Wir sind trotz des 0:2 nicht panisch geworden und haben unseren Plan durchgezogen“, lobte Stewart. In den nächsten Tagen geht es Schlag auf Schlag. Am Sonntag folgt das Auswärtsspiel beim DEL-Schlusslicht Schwenningen und am Dienstag kommt Wolfsburg ins Curt-Frenzel-Stadion. Wie gut, dass Trainer Stewart personell aus dem Vollen schöpfen kann.

Augsburger Panther Roy – Lamb, Valentine; McNeill, Haase; Sezemsky, Tölzer; Rogl – White, LeBlanc, Hafenrichter; Schmölz, Ullmann, Detsch; Fraser, Gill, Sternheimer; Payerl, Stieler, Trevelyan

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