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WM-News

16:07 Uhr

Belgien glänzt bei Torfestival gegen Tunesien

Eden Hazard traf gegen Tunesien doppelt.
Bild: Matthias Schrader, dpa

Belgien untermauert mit einem überzeugenden Sieg gegen Tunesien seinen Anspruch als Geheimfavorit auf den WM-Titel. Am Abend geht es für Deutschland um alles.

News zu der Fußball-WM 2018 in Russland

23. Juni: Belgien glänzt bei Torfestival gegen Tunesien

Belgien hat auch sein zweites Spiel bei der Fußball-WM in Russland souverän gewonnen und seine Titelambitionen untermauert. Stürmer Romelu Lukaku von Manchester United erzielte beim nie gefährdeten 5:2 (3:1) am Samstag gegen Tunesien seine Turniertreffer drei und vier und zog damit in der Torschützenliste mit Portugals Superstar Cristiano Ronaldo gleich. Die Achtelfinal-Qualifikation ist Belgien vor dem abschließenden Spiel in Gruppe G am Donnerstag gegen England mit sechs Punkten kaum noch zu nehmen.

Hazard hatte die Roten Teufel in der 6. Minute per Foulelfmeter in Führung gebracht und traf später auch zum 4:1 (51.). Der kaltschnäuzige Lukaku traf vor 44.190 Zuschauern im Moskauer Spartak-Stadion ebenfalls doppelt (16./45.+3). Der eingewechselte Michy Batshuayi (90.) von Borussia Dortmund steuerte den letzten belgischen Treffer bei. Für Tunesien, das nur noch eine Minimalchance auf das Erreichen der nächsten Runde hat, trafen Dylan Bronn (18.) und Wahbi Khazri (90.+3).

Einen ausführlichen Spielbericht finden Sie hier.

Shaqiri und Xhaka provozieren mit politischem Torjubel

Die Schweizer Nationalspieler Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri sorgten beim 2:1-Sieg gegen Serbien für Wirbel. Beide Schweizer Torschützen haben kosovarische Wurzeln und formten nach ihren Treffern mit den Händen den doppelköpfigen Adler, der auf der Flagge Albaniens zu sehen ist - und verteidigten ihre provozierenden Gesten mit der großen Emotionalität.

Selbst ihr Trainer Vladimir Petkovic konnte seinen Unmut nicht verbergen. "Man soll den Sport und die Politik nicht vermischen. Der ganze Verband, das ganze Land vertritt schon seit Jahren die Meinung, dass wir das nicht brauchen", kommentierte der Schweizer Coach nach dem 2:1 (0:1)-Sieg gegen Serbien die überflüssige Aktion seiner Spieler.  

"Es ging hier nicht um Politik, sondern um Fußball", versicherte der frühere Bayern-Profi Shaqiri, und mochte nicht weiter über den Doppeladler-Jubel reden. "Im Fußball sind immer Emotionen. Ihr habt ja gesehen, was ich gemacht habe. Da ist nicht mehr dabei. Ich war einfach froh, dass ich so ein wichtiges Tor geschossen habe."

Provokanter Torjubel von Xherdan Shaqiri: Mit seinen Händen formt der Schweizer Torschütze einen Doppelkopf-Adler - das Flaggentier Albaniens.
Bild: Laurent Gillieron, dpa

Auch Xhaka versuchte, das Thema herunterzuspielen. "Für mich war es ein ganz spezielles Spiel", sagte der ehemalige Profi von Borussia Mönchengladbach. "Tausende Leute, Familie aus der Schweiz, aus Albanien, aus dem Kosovo haben zugesehen. Dieser Sieg war für meine Familie, die mich immer unterstützt. Der Jubel war keine Message an den Gegner. Das waren Emotionen pur", ergänzte der 25-Jährige vom FC Arsenal.

22. Juni: Schweiz gewinnt mit spätem 2:1 gegen Serbien

Die Schweiz hat Serbien den vorzeitigen Einzug ins WM-Achtelfinale verdorben. Nach dem 2:1 (0:1) in Kaliningrad am Freitag gegen die Weißen Adler haben die Eidgenossen dagegen ihre Chance auf ein Weiterkommen gewahrt. Nach dem 1:1 gegen Brasilien zum Auftakt bescherten die ehemaligen Bundesligaprofis Granit Xhaka (52. Minute) und Xherdan Shaqiri (90.) den Schweizern mit ihren Toren den ersten Sieg bei der Fußball-WM in Russland. Aleksandar Mitrovi (5.) hatte für die Serben zur zwischenzeitlichen Führung getroffen.

Im abschließenden Gruppenspiel gegen Costa Rica kann das Team von Vladimir Petkovic die Qualifikation für die K.o.-Runde aus eigener Kraft schaffen. Die Serben könnten zum Abschluss mit einem Erfolg gegen Brasilien (vier Punkte) sogar den Rekord-Weltmeister nach Hause schicken.

Island enttäuscht und Nigeria hat mit zwei Treffern gute Chancen aufs Weiterkommen

Mit einem Doppelpack hat Ahmed Musa Nigeria und seinem deutschen Trainer Gernot Rohr gute Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale eröffnet und Island fast schon das WM-Aus beschert. Die Super Eagles bezwangen das enttäuschende Island am Freitag mit 2:0 und können im Idealfall schon mit einem Remis zum Abschluss gegen Vizeweltmeister Argentinien die Gruppenphase überstehen.

Vor 40.904 Zuschauern in Wolgograd schockte Musa mit seinen beiden Treffern (49./75. Minute) die wenig überzeugenden Wikinger. Island hat das Weiterkommen nicht mehr in der eigenen Hand und muss auf jeden Fall gegen Kroatien siegen, um vielleicht doch noch die K.o.-Phase zu erreichen.

Brasilien mit spätem Sieg bei WM: 2:0 gegen Costa Rica

Rekordweltmeister Brasilien hat durch zwei späte Tore seinen ersten Sieg bei der Fußball-WM gefeiert. Der fünfmalige Titelträger gewann am Freitag 2:0 (0:0) gegen Costa Rica, nachdem es zum Auftakt ein 1:1 gegen die Schweiz gegeben hatte. Philippe Coutinho (90.+1) und Neymar (90.+7) trafen zum insgesamt verdienten Erfolg, mit dem die Chancen auf den Einzug in das Achtelfinale erheblich steigen.

Costa Rica ist nach der zweiten Niederlage dagegen ausgeschieden. Der niederländische Schiedsrichter Björn Kuipers nahm in der 78. Minute nach Videobeweis einen Elfmeter nach einem angeblichen Foul an Neymar wieder zurück.

21. Juni: Argentinien vor dem WM-Aus - Kroatien siegt 3:0

Lionel Messi schlich mit versteinerter Miene als erster vom Platz und hätte sich am liebsten in Luft aufgelöst, auf der VIP-Tribüne weinte Diego Maradona. Fußball-Vizeweltmeister Argentinien steht nach der Demontage durch Kroatiens Fußball-Nationalmannschaft vor dem WM-Aus.

Angeführt von Eintracht Frankfurts Ante Rebic sowie den Spanien-Legionären Luka Modric und Ivan Rakitic sind die überragenden Kroaten durch einen 3:0-Sieg ins Achtelfinale eingezogen und haben die Hoffnungen von Lionel Messi auf dessen ersten WM-Titel so gut wie zerstört.

Bundesliga-Stürmer Rebic nutzte im WM-Stadion von Nischni Nowgorod in der 53. Minute einen verheerenden Fehler von Argentiniens 36 Jahre altem WM-Debütanten Wilfredo Caballero im Tor der Südamerikaner zum 1:0, ehe Modric und Rakitic mit ihren Treffern (80./90.+1) für den 3:0 (0:0)-Endstand sorgten.

"Das war ein toller Abend für uns und ein perfektes Spiel. Der Fehler des Torwarts hat uns sehr geholfen. Das können wir jetzt genießen. Die nächste Runde war unser erstes Ziel", sagte Modric im ZDF.

Ein Tor für Geschichtsbücher: Mbappé schießt Frankreich ins Achtelfinale

Mit einem Tor für die Geschichtsbücher hat Jungstar Kylian Mbappé Frankreich ins Achtelfinale der Fußball-WM befördert. Der 19-Jährige von Paris Saint-Germain stieg mit seinem Abstaubertor beim 1:0-Arbeitssieg gegen Peru am Donnerstag in Jekaterinburg zum jüngsten Torschützen in Frankreichs langer WM-Geschichte auf. Die Equipe Tricolore ist mit zwei glanzlosen Siegen damit nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze zu verdrängen. Gegen Dänemark geht es nun am Dienstag um den Gruppensieg. Peru ist dagegen beim ersten WM-Abenteuer nach 36 Jahren bereits ausgeschieden.

Mbappé war bei seinem Siegtor in der 34. Minute 19 Jahre und 183 Tage alt. Damit übertraf er David Trezeguet, der 1998 gegen Saudi Arabien im Alter von 20 Jahren und 246 Tagen getroffen hatte. Dabei musste Mbappé vor 32.789 Zuschauern den Ball nur über die Linie drücken, nachdem ein Schuss von Olivier Giroud zuvor abgefälscht worden war.

Die Südamerikaner hielten zunächst mit großem Kampfgeist dagegen und hätten ihren Fans in der 31. Minute fast den ersten WM-Torjubel seit dem 22. Juni 1982 beschert. Doch Guerrero scheiterte an Frankreichs Keeper und Kapitän Hugo Lloris, der sein 100. Länderspiel bestritt.  (dpa)

Dänemark enttäuscht beim 1:1 - Australien profitiert von Videobeweis

Dank eines umstrittenen Handelfmeters darf Australien weiter auf das zweite WM-Achtelfinale seiner Historie hoffen. Kapitän Mile Jedinak nutzte beim 1:1 gegen Dänemark einen Strafstoß zum hoch verdienten Ausgleich für die Socceroos, nachdem Leipzigs Yussuf Poulsen der Ball im Strafraum nach einem Kopfball an die Hand gesprungen war. Der spanische Schiedsrichter Antonio Mateu entschied erst nach Nutzung des Videobeweises auf Elfmeter. Dänemarks Star Christian Eriksen hatte die insgesamt enttäuschenden Dänen in Samara vor 40.727 Zuschauern in der 7. Minute in Führung gebracht. 

Die Skandinavier gehen damit mit vier Punkten in das letzte Gruppenspiel gegen Frankreich. Australien, das in der Endphase sogar dem Sieg nahe war, hat einen Zähler auf dem Konto, bekommt es am Dienstag mit Peru tun und hat noch Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale.

Nach einer Ecke köpfte der Herthaner Mathew Leckie an die hoch erhobene Hand des Leipziger Bundesligaprofis Poulsen, eine aktive Bewegung zum Ball war aber nicht zu erkennen. Mit einiger Verzögerung meldete sich Videoschiedsrichter Mark Geiger (USA) aus Moskau und Referee Mateu entschied auf Strafstoß. Jedinak verwandelte wie schon gegen Frankreich. Poulsen sah für das Handspiel die zweite Gelbe Karte und ist damit im abschließenden Gruppenspiel gegen Frankreich gesperrt. Schon gegen Peru war der Leipziger für einen Strafstoß verantwortlich. Seit 1966 hat kein Spieler bei einer WM mehr zwei Elfmeter verursacht. (dpa)

Blatter rechnet mit deutschem Weiterkommen: "Ganz sicher" zwei Siege

Auch nach der Auftaktniederlage gegen Mexiko rechnet Ex-FIFA-Präsident Joseph Blatter fest mit dem Weiterkommen des deutschen Teams bei der Fußball-WM in Russland. "In der Defensive hätte Deutschland drei, vier Tore bekommen können. Aber die Mexikaner haben Angst vor dem Torhüter bekommen", sagte der 82 Jahre alte Schweizer im Interview der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag in Moskau. "Die konnten durchlaufen, die Flanken waren nicht geschützt. Aber Deutschland wird die zwei Spiele gewinnen, ganz sicher - die gehen weiter."

Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw darf sich in den kommenden Partien gegen Schweden am Samstag in Sotschi und gegen Südkorea keine weiteren Ausrutscher erlauben. Der frühere Weltverbandspräsident Blatter ist derzeit für sechs Jahre von allen Fußball-Aktivitäten gesperrt, befindet sich aber auf Einladung von Kremlchef Wladimir Putin in Russland.

20. Juni: Diego Costa rettet Spanien den Sieg

Diego Costa hat WM-Favorit Spanien gegen den krassen Außenseiter Iran auf Achtelfinal-Kurs gebracht und den Hoffnungen der leidenschaftlich verteidigenden Asiaten auf eine WM-Sensation einen Dämpfer versetzt. Dank des dritten Turniertreffers des Angreifers besiegte der drückend überlegene, aber offensiv zu ideenlose Weltmeister von 2010 den Iran am Mittwoch vor 42.718 Zuschauern in Kasan mit 1:0 (0:0).

Die Spanier knackten das massive Abwehr-Bollwerk durch ihren Mittelstürmer erst in der zweiten Halbzeit (54.) und mussten am Ende sogar noch um den Sieg bangen. Zum sicheren Einzug ins Achtelfinale benötigen die Iberer im letzten Gruppenspiel gegen Marokko am nächsten Montag noch einen Punkt oder einen Sieg Portugals gegen Iran.

FIFA antwortet Brasiliens Verband nach Beschwerde über Videobeweis

Der Fußball-Weltberband FIFA hat auf ein Schreiben des brasilianischen Verbandes CBF reagiert und den Nicht-Eingriff des Video-Schiedsrichters beim 1:1 gegen die Schweiz verteidigt. Die Video-Referees seien demnach dafür da, klare und offensichtliche Fehlentscheidungen des Unparteiischen auf dem Platz zu korrigieren, heiße es in dem FIFA-Schreiben vom Mittwoch, aus dem die CBF zitiert. Die Brasilianer hatten sich zuvor über einen leichten Schubser des Schweizer Torschützen Steven Zuber gegen Verteidiger Miranda kurz vor dem Ausgleich zum 1:1 beschwert. 

Die CBF betonte, dass sie die Nicht-Ahndung der Aktion weiter für klar falsch halte. Die Debatte über die künftige Anwendung des Videobeweises wolle sie daher aufrechterhalten.

Suárez führt Uruguay ins Achtelfinale - 1:0 gegen Saudi-Arabien

Erst schoss Luis Suárez Uruguay in seinem 100. Länderspiel vorzeitig ins WM-Achtelfinale, dann lüftete El Pistolero ein süßes Geheimnis. Mit seinem bereits 52. Treffer sicherte der Starstürmer vom FC Barcelona den Himmelblauen am Mittwoch in Rostow am Don ein mühevolles 1:0 (1:0) gegen Saudi-Arabien, durch das die Südamerikaner wie WM-Gastgeber Russland mit jeweils sechs Punkten schon vor dem direkten Duell um den Gruppensieg das Ticket für die K.o.-Runde sicher haben. Nach dem erlösenden Treffer in der 22. Minute deutete Suárez im Überschwang der Gefühle vor 42 678 Zuschauern gestenreich an, dass er demnächst zum dritten Mal Vater wird.

Über sein privates Glück verlor der Matchwinner danach kein Wort, dafür schilderte er seine Freude über den Erfolg. "Wir stehen zum dritten Mal nacheinander im WM-Achtelfinale. Wir freuen uns sehr und genießen diesen Moment", sagte der 31-Jährige. "Unser Ziel ist es, möglich weit zu kommen. Wir tun alles dafür, dass es gelingt."

Den ausführlichen Spielbericht lesen Sie hier.

Dank Tormaschine Cristiano Ronaldo: Portugal schlägt Marokko 1:0

Tormaschine Cristiano Ronaldo ist auf gutem Weg, zum Hauptdarsteller der WM zu werden. Der Weltfußballer erzielte bei seinem zweiten Turnierauftritt in Russland bereits sein viertes Tor und trug damit maßgeblich zum am Ende glücklichen 1:0 (1:0)-Sieg seiner Portugiesen gegen Marokko bei.

Mit nun vier Punkten hat der Europameister den Einzug ins Achtelfinale selbst in der Hand. Dagegen scheidet Marokko nach der zweiten Niederlage als erste WM-Mannschaft nach der Vorrunde aus.  

Fünf Tage nach seinem Dreierpack beim spektakulären 3:3 gegen Spanien brachte Ronaldo sein Team am Mittwoch vor 78.011 Zuschauern im Moskauer Luschniki-Stadion mit einem Kopfballtor in der vierten Minute früh in Führung.

Trotz des Erfolgs wirkte Fernando Santos nicht zufrieden. "Ich weiß nicht genau, was da passiert ist. Wir haben das Spiel aus der Hand gegeben und viele Bälle einfach hergeschenkt", klagte der portugiesische Trainer. Ähnlich sah es der marokkanische Angreifer Aziz Bouhaddouz vom FC St. Pauli: "Man wird bestraft vom besten Fußballer der Welt. Aber der Sieg der Portugiesen war nicht verdient."

19. Juni: Kapitän Neuer nimmt Mitspieler vor Schweden-Spiel in die Pflicht

Kapitän Manuel Neuer hat seine Mitspieler vor dem wichtigen zweiten Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM gegen Schweden in die Pflicht genommen. "Wir haben ab jetzt nur noch Finals. Jetzt muss von uns Spielern was kommen. Wir müssen das zeigen, was uns in der Vergangenheit so stark gemacht hat", sagte Neuer vor dem Duell am Samstag in Sotschi: "Wir sind überzeugt, dass wir das können. Das werden wir beim nächsten Spiel gegen Schweden schon zeigen."

Nach dem enttäuschenden 0:1 zum Auftakt am Sonntag in Moskau gegen Mexiko habe es beim Weltmeister viele intensive Gespräche gegeben. Aufgrund einer Teamsitzung begann die geplante Pressekonferenz am Dienstag auch mit knapp einer Stunde Verspätung. 

"Wir sind unsere schärfsten Kritiker und wir sind sauer auf uns selbst und auch enttäuscht, was wir auf dem Platz gegen Mexiko gezeigt haben", sagte Torhüter Neuer vom FC Bayern im Mannschaftsquartier in Watutinki: "Wir setzen uns intensiv damit auseinander, was wir besser machen können."

Doppeltorschütze Kane: Erleichterung nach Startsieg gegen Tunesien

Englands Spieler stürzten sich auf Matchwinner Harry Kane. Nach dem späten Siegtreffer ihres Kapitäns begruben die erleichterten "Three Lions" den Stürmer auf dem Rasen unter sich. Kane bescherte den Briten mit seinem ersten WM-Doppelpack (11. Minute, 90.+1) ein trotz vieler Chancen mühsam herausgespieltes 2:1 (1:1) gegen tapfer auftretende Tunesier.

"Die Weltmeisterschaft ist hart, vor allem das erste Spiel. Wir haben die Nerven und Aufregung beiseitegelassen, und dann ein gutes Spiel gemacht", resümierte Kane nach dem ersten WM-Sieg der Engländer seit acht Jahren. Dank der Treffsicherheit des 24-Jährigen von Tottenham Hotspur gelang den Briten sogar erstmals seit 2006 wieder ein Startsieg bei einer Fußball-Weltmeisterschaft.

"Ich bin am meisten über die Art und Weise erfreut, wie wir immer weiter gespielt haben. Selbst als uns die Zeit weglief, sind wir geduldig geblieben", lobte Nationaltrainer Gareth Southgate sein Team. "Wir haben den Ball nicht einfach in den Strafraum geschlagen, sondern auf gute Gelegenheiten gewartet."

Die Engländer hätten in einer furiosen Anfangsphase mehr als nur das 1:0 erzielen müssen. Stattdessen mussten sie nach einem umstrittenen Foulelfmeter durch Ferjani Sassi (35.) vor 41 064 Zuschauern in Wolgograd bis zum Ende bangen. Das lag an der mangelnden Chancenverwertung und der fehlenden Präzision beim letzten Pass.

England hat aber einen Harry Kane, auf den einfach Verlass ist. In 25 Länderspielen gelangen ihm bereits 15 Treffer. Der letzte "Three Lion", der in seinen ersten Partien so imposant traf, war Gary Lineker. Der Legende glückten sogar 20 Tore in den ersten 25 Spielen. "Er wird sicher stolz sein, seine Mannschaft im ersten Spiel zum Sieg geführt zu haben", meinte Southgate über seinen Goalgetter Kane. Und damit hatte der frühere Nationalspieler natürlich auch recht.

Effenberg fordert Einsatz von Gündogan und Reus

Stefan Effenberg hat nach dem WM-Fehlstart der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für das nächste Spiel gegen Schweden personelle Konsequenzen gefordert. "Für Khedira sollte Ilkay Gündogan spielen. Er ist auch ein Taktgeber. Die Mannschaft braucht einfach gefährliche Bälle aus dem zentralen Raum in die Spitze - das hat gegen Mexiko komplett gefehlt", sagte der Ex-Nationalspieler dem Internetportal t-online.de

Noch vor einer Woche hatte Effenberg den Rauswurf Gündogans aus dem DFB-Team nach dessen umstrittenen Auftritt mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan angemahnt. In der Partie gegen Schweden am Samstag in Sotschi (17.00 Uhr/ZDF) soll laut Effenberg zudem Marco Reus anstelle von Mesut Özil auflaufen.

18. Juni: Starke TV-Quote: Fast 26 Millionen sehen die deutsche Auftaktniederlage

Schwaches Spiel - starke Quote: 25,97 Millionen Zuschauer verfolgten am Sonntagnachmittag ab 17 Uhr im ZDF die 0:1-Auftaktpleite der deutschen Nationalmannschaft gegen Mexiko. Der Marktanteil betrug 81,6 Prozent. Nicht eingerechnet sind hier die Fans, die das Spiel der Fußball-WM in Russland beim Public Viewing auf öffentlichen Plätzen oder in Gaststätten sahen.

Zum Vergleich: Beim ersten Vorrundenspiel bei der vergangenen WM in Brasilien am 16. Juni 2014, ein Montagabend um 18 Uhr, wurden beim 4:0 über Portugal 26,36 Millionen Zuschauer (81,8 Prozent) vor den Fernsehen gemessen - also ein klein wenig mehr als am Sonntag. Das Abendspiel am Sonntag zwischen Brasilien und der Schweiz (1:1) interessierte 11,98 Millionen Zuschauer (36,6 Prozent).

Nach Fehlstart: Schweden und Südkorea können DFB-Team abhängen

Auf Schützenhilfe sind Joachim Löw und seine Weltmeister noch nicht angewiesen. Dennoch wird die deutsche Nationalmannschaft nach dem 0:1-Auftakt gegen Mexiko am Montag (siehe auch Fußball-WM 2018: Spielplan, Termine, Gruppen und Ergebnisse ) mit deutlich gestiegenem Interesse nach Nischni Nowgorod blicken. Dort trifft Schweden auf Südkorea - beide könnten den Titelverteidiger mit einem Auftaktsieg schon distanzieren und den Druck auf Manuel Neuer und Co. noch weiter erhöhen. "Natürlich sind wir unter Druck. Wir müssen wenn möglich sechs Punkte holen, das ist mit Sicherheit ein gewisser Druck", sagte Toni Kroos im ZDF.

Der schwedische Trainer Janne Andersson hat das nun noch brisantere Duell mit dem Weltmeister am Samstag in Sotschi noch gar nicht im Kopf. "Ich denke noch gar nicht daran. Wir spielen nun gegen Südkorea und das ist es, was mich interessiert", sagte der Coach. Schon vor dem überraschenden Sieg der Mexikaner wollte sich Andersson gar nicht auf Rechenspielchen einlassen, wonach es nur um Platz zwei hinter Deutschland gehe. "Ein Fußball-Spiel entscheidet sich auf dem Feld. Ich denke vorher überhaupt nicht an so etwas", sagte er.

Südkoreas Coach Tae-Yong Shin sieht sein Team gleich zum Start unter Zugzwang. "Ich denke, es ist sowohl für Schweden als auch für uns ein Spiel, das man gewinnen muss. Wir wollen das Spiel unbedingt gewinnen", kündigte der 47 Jahre alte Coach an. Denn der Auftakt in Gruppe F unterstrich nicht nur die Schwächen des Weltmeisters, sondern auch das enorme spielerische und kämpferische Potenzial Mexikos.

17. Juni: Deutschland verliert Auftaktspiel - Serbien schlägt Costa Rica

Die deutsche Nationalmannschaft ist mit einer überraschenden Niederlage in die WM 2018 in Russland gestartet. Der Weltmeister unterlag am Sonntag Mexiko mit 0:1 (0:0) und steht vor den weiteren Spielen gegen Schweden und Südkorea in der Gruppe F unter großem Druck. Hirving Lozano erzielte nach einer Reihe von Fehlern in der deutschen Abwehr den Siegtreffer für die Mexikaner (35.). Damit verlor die DFB-Auswahl erstmals seit 36 Jahren wieder ein Auftaktspiel bei einer Weltmeisterschaft. 

Das 0:1 in Moskau ist die erste WM-Auftaktniederlage für Deutschland seit 1982.
Bild: Christian Charisius, dpa

Die europäischen Teams waren bis dahin bei dieser WM ungeschlagen. Im ersten Spiel des vierten Turniertags setzte sich Serbien mit 1:0 (0:0) gegen Costa Rica durch. Kapitän Aleksandar Kolarov traf mit einem Freistoß aus rund 25 Metern (56.). Der einstige Bundesliga-Profi Mladen Krstajic feierte damit ein erfolgreiches WM-Debüt als Cheftrainer der serbischen Mannschaft. 

Anschließend trafen am Sonntag noch Brasilien und die Schweiz aufeinander. Am Montag greifen Belgien und England, die zum weiteren Favoritenkreis zählen, in die WM ein. Englands Kapitän Harry Kane sagte vor dem Treffen mit Tunesien: "Ich will die WM gewinnen." Die Belgier, bei denen Torwart Thibaut Courtois ebenfalls den Titel als Ziel genannt hat, müssen gegen Panama auf ihren Abwehrchef Vincent Kompany verzichten. In der deutschen Gruppe stehen sich Schweden und Südkorea gegenüber.

Nach dem Vorfall mit einem Taxi in Moskau mit acht Verletzten deuten die Ermittlungen weiter auf einen Unfall hin. Es gebe laut Behörden keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund. Am Samstagnachmittag war das Auto in der Nähe des Roten Platzes in eine Gruppe Passanten gefahren. Der 28-jährige Fahrer gab in einem Verhör an, völlig übermüdet gewesen zu sein.

Die FIFA sieht in den zahlreichen freien Plätzen während der WM-Partie am Freitag zwischen Uruguay und Ägypten kein strukturelles Problem. Rund 5000 Zuschauer hätten ihre Tickets nicht genutzt, teilte der Fußball-Weltverband nach einer Untersuchung mit.

Hier lesen Sie die Pressestimmen zur Partie Deutschland - Mexiko.  

Pattenhardt rückt gegen Mexiko für Hector ins Team - Özil steht in der Startelf

Der DFB hat die Mannschaftsaufstellung für das erste Gruppenspiel gegen Mexiko (17 Uhr) bekannt gegeben. Wie erwartet fällt Jonas Hector aus, für ihn rückt sein etatmäßiger Ersatz, der Berliner Marvin Plattenhardt, ins Team. Der 26-Jährige, der 2014 vom 1. FC Nürnberg zum Hauptstadtverein wechselte, kommt bisher auf sechs Länderspiele.

Auch Mesut Özil steht in der Startformation. Zuletzt war spekuliert worden, dass der Spieler von Arsenal London auf der Bank Platz nehmen müsste. Stattdessen sitzt der von vielen in der Startelf erwartete Marco Reus erst einmal auf der Bank.

Jonas Hector fällt gegen Mexiko aus

Jonas Hector vom 1. FC Köln fällt für das Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Mexiko (Sonntag, 17. Juni, 17 Uhr) offenbar aus - das berichtet die Sport Bild. Demnach soll eine Grippe den Einsatz des 28-Jährigen unmöglich machen. Der Linksverteidiger vom 1. FC Köln hat für gewöhnlich seinen Stammplatz im deutschen Team sicher - unter anderem auch deshalb, weil es kaum adäquaten Ersatz gibt.

Jonas Hector droht für das Länderspiel gegen Mexiko auszufallen.
Bild: Marius Becker, dpa

Für Hector könnte entweder Marvin Plattenhardt von Hertha BSC Berlin auflaufen. Alterntativ könnte auch Antoni Rüdiger vom FC Chelsea London auf links rücken. Der Defensivspieler ist für gewöhnlich in der Defensivzentrale zuhause, kann aber auch die Außen besetzen.

Laut der Bild soll zudem Mesut Özil in der Startelf stehen. Marco Reus, der von vielen in der Startelf erwartet worden war, soll hingegen auf der Bank Platz nehmen.

Kapitän Neuer: Wirbel um Özil und Gündogan war "belastend" fürs Team

Kapitän Manuel Neuer hat kurz vor dem Auftaktspiel gegen Mexiko eingeräumt, dass der Wirbel um Mesut Özil und Ilkay Gündogan die Fußball-Nationalmannschaft in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft beeinträchtigt hat. "Am Anfang hat das schon ein bisschen gestört in der Mannschaft, war sogar belastend", sagte der 32 Jahre alte Nationaltorhüter im Interview der "Bild am Sonntag".

Das Treffen und die Fotos von Özil und Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sorgen in Deutschland nach wie vor für kontroverse Diskussionen. Gegen die beiden Spieler mit türkischen Wurzeln gab es auch Pfiffe bei den Länderspielen im Vorfeld der WM-Endrunde in Russland. In der Mannschaft sei das Thema auch besprochen worden, "auch in Einzelgesprächen", berichtete Neuer.

"Wenn jemanden etwas belastet, dann spricht man eben. Es gab auch mit Ilkay und Mesut Gespräche im Südtirol-Trainingslager. Das ist normal, wenn solche Dinge passieren", sagte Neuer. Er warb darum, mit dem Beginn der Spiele in Russland vorerst einen Schlussstrich zu ziehen.

"Grundsätzlich liegt das jetzt aber alles in der Vergangenheit, wir müssen nach vorne auf unser Ziel schauen. Jetzt ist WM! Wir haben das für uns aus der Welt geschafft und benötigen jetzt alle einen klaren Kopf", erklärte Neuer. Der Kapitän hofft sogar auf einen positiven Effekt des Özil-Gündogan-Wirbels: "Vielleicht ziehen wir jetzt noch mehr an einem Strang und die Probleme der Vorbereitung werden am Ende in positive Energie umgewandelt."

16. Juni: Kroaten starten mit 2:0-Sieg gegen Nigeria

Kroatien ist mit einem 2:0 (1:0)-Sieg gegen Nigeria in die Fußball-Weltmeisterschaft gestartet und dabei seiner Favoritenstellung gerecht geworden. Ein vom Hoffenheimer Andrej Kramaric (32.) erzwungenes Eigentor durch Oghenewkaro Etebo und ein Foulelfmeter von Real-Madrid-Star Luka Modric (71.) haben Nigerias deutschem Trainer Gernot Rohr am Samstag in Kaliningrad die WM-Premiere verdorben.

Der Sieg der dominierenden, aber nicht glänzenden Kroaten war verdient, kam jedoch glücklich zustande. Damit übernahmen die Kroaten, in deren Kader vier aktuelle und sechs ehemalige Bundesliga-Spieler stehen, die Tabellenführung der Gruppe D.

Leipziger Poulsen schießt Dänemark zum 1:0-Sieg über Peru

Dänemark hat dank Bundesliga-Profi Yussuf Poulsen einen erfolgreichen WM-Einstand gefeiert und Peru die Rückkehr auf die Fußball-Weltbühne gründlich verdorben. Einen Tag nach seinem 24. Geburtstag gelang dem Angreifer von RB Leipzig am Samstag in Saransk der Siegtreffer zum schmeichelhaften 1:0 (0:0)-Erfolg.

Vor 40.502 Zuschauern in der Mordowia-Arena traf Poulsen nach Vorarbeit von Tottenham-Star Christian Eriksen in der 59. Minute. Die Südamerikaner bestimmten zwar über weite Strecken die Partie, vergaben aber beste Chancen. So verschoss Christian Cueva einen Foulelfmeter (45.+1).

Argentinien verpatzt WM-Auftakt - nur 1:1 gegen Debütant Island

Mitfavorit Argentinien ist nach einem verschossenen Elfmeter von Lionel Messi mit einem enttäuschenden Remis in die Fußball-WM gestartet. Die Südamerikaner kamen am Samstag im Spartak-Stadion von Moskau nicht über ein 1:1 (1:1) gegen den Weltmeisterschafts-Debütanten Island hinaus. Alfred Finnbogason vom FC Augsburg gelang der Ausgleich für die Isländer (23.).

In der 64. Minute scheiterte Messi mit einem Foulelfmeter an Hannes Halldorsson im isländischen Tor. Sergio Agüero hatte die Argentinier in der 19. Minute in Führung geschossen.

Frankreich feiert späten WM-Auftaktsieg gegen Australien

Frankreich hat zum Auftakt der Fußball-WM in Russland einen schwer erkämpften Sieg gefeiert. Der Vize-Europameister setzte sich am Samstag gegen Australien mit 2:1 (0:0) durch. Vor 41.279 Zuschauern in Kasan brachte Antoine Griezmann die offensiv lange ideenlosen Franzosen per Foulelfmeter nach dem ersten Videobeweis des Turniers in Führung (58. Minute).

Mile Jedinak erzielte den Ausgleich für die Socceroos (62./Handelfmeter), ehe Frankreichs Superstar Paul Pogba (81.) in Gruppe C für die Entscheidung sorgte. Die als Mitfavorit auf den Titel angetretene Équipe Tricolore spielte mit der jüngsten französischen Startelf zum WM-Auftakt seit 1930.

Hier lesen Sie den ausführlichen Spielbericht.

15. Juni: Nach drei Ronaldo-Toren: Portugal und Spanien trennen sich 3:3

WM-Favorit Spanien hat im Prestigeduell mit Europameister Portugal einen Sieg verpasst. Mit einem Freistoßtreffer in der 88. Minute rettete der Dreifach-Torschütze Cristiano Ronaldo den Portugiesen am Freitag in Sotschi ein 3:3 (2:1). Dank der Tore von Diego Costa (24./55.) und Innenverteidiger Nacho (58.) hatte der Weltmeister von 2010 zwei Tage nach der Trennung von Trainer Julen Lopetegui lange 3:2 geführt, ehe Weltfußballer Ronaldo noch der Ausgleich gelang. Im ersten hochklassigen WM-Spiel in Russland hatte der Profi von Real Madrid in der 4. Minute per Foulelfmeter und in der 44. Minute zur 2:1-Führung der Portugiesen getroffen. Den ausführlichen Spielbericht lesen Sie hier: Drei Treffer gegen Spanien: Die erste Ronaldo-Show

Iran feiert überraschenden WM-Auftaktsieg gegen Marokko

Dank eines Eigentors in der fünften Minute der Nachspielzeit hat der Iran das Duell der Außenseiter gegen Marokko für sich entschieden. Die Mannschaft von Trainer Carlos Queiroz setzte sich am Freitag vor 62.548 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Stadion in St. Petersburg mit 1:0 (0:0) gegen die anfangs deutlich überlegenen Nordafrikaner durch. Ausgerechnet der eingewechselte Zweitliga-Profi Aziz Bouhaddouz vom FC St. Pauli besiegelte mit seinem Kopfball-Eigentor (90.+5) in dem "Must-Win-Spiel" (Queiroz) das Ergebnis-Schicksal für die Marokkaner.

Marokko verpasste es trotz zahlreicher Chancen vor allem in der ersten Hälfte, seine Fans im ersten WM-Spiel nach 20 Jahren jubeln zu lassen. Die Auswahl von Trainer Hervé Renard steht angesichts der starken Konkurrenz in der Gruppe B mit Spanien und Europameister Portugal schon jetzt vor dem Vorrunden-K.o. bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. 

Irans Spieler jubeln nach dem Sieg und werfen ihren Trainer Carlos Queiroz hoch.
Bild: Andrew Medichini, dpa

Uruguay siegt durch späten Treffer 1:0 gegen Ägypten

Dank eines späten Tores hat Uruguay sein Auftaktspiel bei der Fußball-WM in Russland 1:0 (0:0) gegen Ägypten gewonnen. José Gimenez traf am Freitag in Jekaterinburg nach 89 Minuten per Kopf zum Sieg. Stürmerstar Edinson Cavani hatten eine Minute zuvor mit einem Freistoß nur den Pfosten getroffen.

Uruguays José Maria Giménez (r) jubelt nach seinem Tor zum 1:0 gegen Ägypten.
Bild:  Mark Baker/AP (dpa)

Bei den extrem defensiven Ägyptern saß Stürmerstar Mohamed Salah nach seiner Schulterverletzung anders als angekündigt nur auf der Bank. Das Tor hütete nicht der 45 Jahre alte Stammtorwart Essam El Hadari sondern Mohamed El-Schenawi. Spitzenreiter der Gruppe A ist Russland nach dem 5:0 im Eröffnungsspiel gegen Saudi-Arabien.

Mehr als 10 Millionen beim Eröffnungsspiel Russland - Saudi-Arabien

Mit einer starken Einschaltquote ist Das Erste am Donnerstag in die Übertragungen von der Fußball-WM 2018 in Russland gestartet. 10,01 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer ab 3 Jahren sahen das Eröffnungsspiel Russland - Saudi-Arabien, das im Ersten übertragen wurde. Der Marktanteil lag bei 52 Prozent.

Die Vor- und Nachberichterstattung des Spiels sahen insgesamt 4,01 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer, der Marktanteil lag bei knapp 24,9 Prozent. Auch die Eröffnungsfeier, die ab ca. 16:30 Uhr im  Ersten übertragen wurde, konnte das Fernsehpublikum begeistern: Fünf Millionen schalteten die hochkarätig mit internationalen Stars besetzte Show ein, die von Palina Rojinski und Tom Bartels kommentiert wurde. Das entsprach einem sehr guten Marktanteil von 37,7 Prozent.

Russland nach 5:0-Auftaktsieg stolz und erleichtert

Mit Stolz und Erleichterung haben Russlands Medien auf den 5:0-Sieg des WM-Gastgebers im Eröffnungsspiel gegen Saudi-Arabien reagiert. "Tief aufgeatmet" habe das ganze Land, schrieb etwa das Fachblatt Sport-Express und titelte unter Anspielung auf den international beliebten Handschlag: "Give me five!" Die Tageszeitung Kommersant nannte den Erfolg einen "märchenhaften Start". In der Hauptstadt feierten zahlreiche russische Fans bis tief in die Nacht den Sieg mit "Rossija, Rossija"-Sprechchören und Fahnenschwenken.

Nationaltrainer Stanislaw Tschertschessow warnte aber nach dem Spiel vor verfrühter Euphorie. "Die WM fängt erst an. Wir haben drei Punkte, im Grund hat sich nichts geändert", sagte der Coach mit Verweis auf die weiteren Spiele der Russen gegen Ägypten und Uruguay.

Nichtsdestotrotz hatte Staatspräsident Wladimir Putin Tschertschessow noch während der Pressekonferenz angerufen und ihm aufgetragen: "Gut gemacht - weiter so!" Putin hatte das Spiel im aufwendig umgebauten Luschniki-Stadion in einer Ehrenloge zusammen mit FIFA-Präsident Gianni Infantino und Kronprinz Mohammed bin Salman verfolgt.

14. Juni: Russland gewinnt Eröffnungsspiel mit 5:0 gegen Saudi-Arabien 

Russland in Feierlaune: Im Eröffnungsspiel der WM gab es einen 5:0-Sieg gegen Saudi-Arabien.
Bild: Federico Gambarini, dpa

Russland hat die Fußball-WM mit einem 5:0-Kantersieg über Saudi-Arabien eröffnet. Der erste Länderspiel-Erfolg nach 240 Tagen und der höchste Sieg in einem WM-Eröffnungsspiel seit Italiens 7:1 gegen die USA vor 84 Jahren lässt den Gastgeber auf den erstmaligen Einzug einer russischen Mannschaft ins WM-Achtelfinale hoffen - und machte auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Ehrenloge richtig glücklich.  Einen ausführlichen Spielbericht lesen Sie hier.

Kein Durchgang: Moskauer Polizisten erkennen Diego Maradona nicht

Als Weltklassespieler dribbelte sich Diego Maradona auch an den stärksten Abwehrspielern vorbei - aber gegen russische Sicherheitskräfte hatte der Argentinier am Donnerstag keine Chance. Angehörige der Sondereinheit Omon erkannten den berühmten Fußball-Weltmeister von 1986 am Moskauer Luschniki-Stadion nicht und verweigerten ihm trotz heftiger Proteste den Durchgang zum Parkplatz, wie russische Medien berichteten. Ungeachtet inständiger Bitten von Maradonas Delegation blieb der Zaun geschlossen, und der 57-Jährige musste einen Umweg nehmen. Maradona hatte in Moskau das WM-Eröffnungsspiel Russland gegen Saudi-Arabien (5:0) besucht.

Wirbel am Rande der WM-Eröffnung: Robbie Williams zeigt Mittelfinger

Der britische Popstar Robbie Williams hat seinen Auftritt bei der WM-Eröffnungsfeier im Moskauer Luschniki-Stadion mit einer unsportlichen Geste beendet. Bei der Liedzeile "I did this for free" ("Ich habe dies umsonst gemacht") streckte Williams am Donnerstag demonstrativ den Mittelfinger seiner linken Hand in die Kamera. Es blieb zunächst unklar, welche Botschaft der Musiker damit an wen übermitteln wollte.

In den sozialen Netzwerken wurde spekuliert, der britische Künstler könne auf Kritik aus der Heimat an seinem Auftritt in Russland reagiert haben. Das russische Internetportal "lenta.ru" vermutete dagegen, Williams habe den Russen den Finger gezeigt. Die Eröffnungsfeier war weltweit live übertragen worden. Anfang der Woche hatte Robbie Williams mitgeteilt, es sei für ihn ein Jugendtraum, eine Fußball-Weltmeisterschaft vor 80 000 Fans im Stadion zu eröffnen. Er versprach seinen Fans eine "unvergessliche Show".

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18 Bilder
Robbie, Putin und "Sabiwaka": Die Bilder der WM-Eröffnung

Der prominente Kreml-Kritiker Bill Browder hatte Williams im Vorfeld für dessen Auftritt in Moskau scharf kritisiert. "Es gibt viele Wege Geld zu verdienen, Robbie Williams, aber seine Seele an einen Diktator zu verkaufen, sollte keiner davon sein. Schäm Dich!", schrieb Browder auf Twitter als Reaktion auf Williams' Ankündigung, in Moskau aufzutreten. 

Browder zählte mit seiner Fondsgesellschaft einst zu den größten Investoren in Russland. Der gebürtige US-Amerikaner mit britischer Staatsbürgerschaft hatte vor einigen Jahren durch die Enthüllung eines Finanzskandals internationale Sanktionen gegen Moskau auf den Weg gebracht. Browder selbst bezeichnet sich als "Staatsfeind Nummer eins" für Russlands Präsidenten Wladimir Putin. 

Auch Englands diskutierfreudiger Ex-Fußballstar Gary Lineker ging auf die provokante Geste des Popstars ein, wollte sich aber nicht an den Spekulationen über die Motive beteiligen. "Diese WM-Eröffnungsfeier war genauso Müll wie alle anderen. Fangt mit dem Fußball an", schrieb Lineker auf Twitter.

ARD-Doping-Experte Seppelt: In Russland hätte Ausreiseverbot gedroht

Der ARD-Doping-Experte Hajo Seppelt hat den Verzicht auf eine Reise zur Fußball-Weltmeisterschaft auch mit der Sorge begründet, in Russland womöglich festgehalten zu werden. Das Bundeskriminalamt und andere Bundesbehörden hätten ihm mitgeteilt, dass er im schlimmsten Fall kaserniert werden könnte oder dass es eine Ausreisesperre gegen ihn geben könnte, sagte Seppelt am Donnerstag in der ARD. Zuvor hatte der Sender mitgeteilt, dass Seppelt nicht nach Russland reisen werde.

Seppelt hatte wesentlich zur Aufklärung des systematischen Sportbetrugs in Russland beigetragen. Dem Berliner Journalisten war im Mai das Visum für die WM verweigert worden. Diese Entscheidung war - auch auf internationalen Druck - von Russland wieder zurückgenommen worden. Seppelt sollte im Falle einer Einreise aber zu den laufenden russischen Ermittlungen gegen den Doping-Kronzeugen Grigori Rodschenkow vernommen werden.

In diesem Zusammenhang war Seppelt von den deutschen Sicherheitsbehörden gewarnt worden, er könne in Russland unter Umständen festgehalten werden. "Ich habe zwar meine Zweifel, ob während der WM Herr Putin dieses Fass wirklich aufgemacht hätte, aber man muss diese Sicherheitswarnungen ernst nehmen", sagte der Journalist.

Wissenschaftliche WM-Prognosen: Brasilien holt den Titel

Für mehrere Wissenschaftler ist Brasilien schon jetzt der absolute Favorit auf den Fußball-Weltmeistertitel. Mathematiker und Statistiker verschiedener Universitäten und Wirtschaftsunternehmen haben in den vergangenen Wochen die Wahrscheinlichkeiten für das anstehende Turnier in Russland durchgerechnet und sehen die Seleção in vielen Rechenmodellen vor Deutschland.

Statistiker der Universität Innsbruck schätzen die Wahrscheinlichkeit für eine deutsche Titelverteidigung auf 15,8 Prozent, für Brasilien als Champion auf 16,6 Prozent. Auch an der Universität Münster ist der Topfavorit Brasilien (31 Prozent) vor Deutschland (17 Prozent).

Die Elo-Bewertungen haben auch die Wirtschaftsexperten von Deloitte für ihre Prognose genutzt, die Daten aber mit historischen Ergebnissen und den Austragungsorten verrechnet und so eine Torerwartung ermittelt. Sie erwarten mit diesem Modell ein Finale zwischen Deutschland und Brasilien.

13. Juni: Lopetegui nach Rausschmiss: "Ich bin sehr traurig"

Julen Lopetegui hat in einer ersten Stellungnahme nach seinem Rausschmiss als spanischer Fußball-Nationaltrainer aus seinen Gefühlen keinen Hehl gemacht. "Ich bin sehr traurig", räumte Lopetegui vor spanischen Journalisten mit ernster Miene auf dem Flughafen im russischen Kranodar ein, kurz bevor er eine Maschine nach Moskau bestieg. Von der Onlineausgabe der spanischen Fachzeitung Marca wurde der 51-Jährige, der eine dunkle Sonnebrille trug, zudem mit den Worten zitiert: "Ich hoffe, dass wir eine hervorragende Weltmeisterschaft spielen und dass wir gewinnen. Wir haben eine tolle Mannschaft und hoffentlich gewinnen wir diese WM." Von Moskau wollte Lopetegui noch am Mittwoch nach Madrid weiterfliegen.

Hierro ersetzt Lopetegui bei Spanien

Spaniens Nationalspieler um Kapitän Sergio Ramos haben die Blitz-Trennung von Trainer Julen Lopetegui unmittelbar vor Beginn der Fußball-WM nicht verhindern können. Jetzt soll Interimscoach Fernando Hierro das plötzliche Chaos beim Topfavoriten wieder richten. Innerhalb von wenigen Stunden und vor dem ersten so wichtigen Gruppenspiel gegen Europameister Portugal hatte Verbandschef Luis Rubiales alles auf den Kopf gestellt beim Fußball-Weltmeister von 2010. "Das Ziel ist, um den Titel zu kämpfen. Wir haben keine Zeit, an etwas anderes zu denken. Alles, was passiert ist in den vergangenen Tagen, taugt nicht als Rechtfertigung für irgendwas", sagte der bisherige Sportdirektor Hierro am Abend eines turbulenten Tages in Krasnodar. 

Erstaunt reagierte auch Bundestrainer Joachim Löw auf die Entwicklung beim Rivalen. "Das kam für mich völlig unerwartet. Dass so eine Entscheidung zwei Tage vor dem ersten Spiel der Mannschaft getroffen wird, ist ein Hammer", sagte Löw. Dies sorge "mit Sicherheit für unnötige Unruhe innerhalb des Verbandes und wohl auch der Mannschaft"

Fernando Hierro.
Bild: Pierre-Philippe Marcou, AFP

"Wir haben uns dazu gezwungen gesehen, ihn seines Amtes zu entheben", erklärte Rubiales bei der ersten Pressekonferenz der Spanier die Blitz-Trennung von Lopetegui. Real Madrid hatte tags zuvor bekanntgegeben, dass der 51-Jährige zur neuen Saison Chefcoach beim Champions-League-Sieger und damit Nachfolger von Zinédine Zidane wird. Möglich machte diese eine Ausstiegsklausel im Vertrag von Lopetegui, der erst im Mai für zwei weitere Jahre verlängert hatte.

"Wir stecken in einer komplizierten Situation, die komplizierteste, die man sich vorstellen kann", räumte Rubiales ein und erhob schwere Vorwürfe gegen Real. "Wir hatten überhaupt keine Information über das", sagte Rubiales. "Julen hätte es lieber gehabt, wenn die Dinge anders gehandhabt worden wären." Erst 50 Minuten nach der Real-Verlautbarung hatte der RFEF mit einer dürren Presseerklärung reagiert, in der er die Ausstiegsklausel in Lopeteguis Vertrag bestätigte. Offenbar hatte Real den neuen Verbandschef mit der Pressemitteilung überrumpelt. "Ich kann mich nicht auf einen Anruf fünf Minuten vorher einlassen", sagte Rubiales. Zwei Stunden nach der spektakulären Trennung von Lopetegui verkündete der Verband RFEF dann via Twitter, dass Hierro einspringt. Die Vereinbarung gilt nur für die WM.

Sport Bild: Auch Merkel sprach mit Özil und Gündogan wegen Fotos

Nach dem Wirbel um die Fotos von Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hat nach Informationen der Sport Bild auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den beiden Fußball-Nationalspielern gesprochen. Wie das Magazin berichtet, führte Merkel während ihres Besuches bei der deutschen Nationalmannschaft im Trainingslager in Südtirol nach der gemeinsamen Runde mit der Mannschaft noch ein "separates, vertrauliches Sechsaugen-Gespräch" mit den türkischstämmigen DFB-Profis.

Nach Sport-Bild-Angaben (Mittwoch) wollte die Bundeskanzlerin persönlich von Özil und Gündogan hören, wie die Fotos entstanden sind. "Wie bei jeder Begegnung der Bundeskanzlerin mit der Nationalmannschaft sind die Gespräche vertraulich", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert dem Blatt.

Effenberg: DFB hätte Özil und Gündogan rauswerfen müssen

Der frühere Nationalspieler Stefan Effenberg vermisst in der Debatte um Mesut Özil und Ilkay Gündogan eine klare Linie des Deutschen Fußball-Bundes. "Wenn man auf gewisse Werte setzt, so wie das der DFB immer wieder vermittelt, dann kann die Entscheidung eigentlich nur so ausfallen, dass man die beiden Spieler rauswirft", sagte der 49-Jährige dem Internetportal t-online.de in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview. Die beiden Nationalspieler Özil und Gündogan waren wegen gemeinsamer Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan scharf in die Kritik geraten. 

Effenberg selbst durfte jahrelang nicht mehr für die Nationalelf spielen, nachdem er Fans bei der WM 1994 den Mittelfinger gezeigt hatte. "Der DFB war damals sehr konsequent und sehr schnell in der Entscheidung. Özil und Gündogan haben jetzt Glück gehabt, dass der DFB in diesem Fall inkonsequent und nicht schnell gehandelt hat", sagte Effenberg.

Auch im Fall Uli Stein hatte sich der Deutsche Fußball-Bund 1986 für einen Rauswurf des Ersatztorwarts entschieden, nachdem dieser Teamchef Franz Beckenbauer als "Suppenkasper" bezeichnet hatte. "Man dreht es sich beim DFB allerdings so, wie man es gerade braucht. Bei mir oder bei Uli Stein haben sie anders reagiert", sagte Effenberg.

12. Juni: Philipp Lahm: Özil und Gündogan nicht EM-Wahlhelfer für Türkei

Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm (34) sieht die Erdogan-Fotos von Mesut Özil und Ilkay Gündogan nicht als Werbehilfe für Deutschlands Gegner Türkei im Wahlkampf um die Fußball-EM 2024. "Jedenfalls habe ich es nicht so empfunden, dass sie für die türkische und gegen die deutsche Bewerbung waren. Ich glaube auch, dass sich viele türkischstämmige Bürger in Deutschland freuen würden, wenn die EM 2024 bei uns stattfinden würde", sagte Lahm im Interview der Süddeutschen Zeitung. Der frühere Bayern-Profi ist inzwischen Botschafter der deutschen EM-Bewerbung.

Fotos von einem Treffen der beiden deutschen Nationalspieler Özil und Gündogan mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatten ein harsches Echo ausgelöst und die WM-Vorbereitung der DFB-Auswahl überschattet. Auf einem Trikot, das Gündogan an Erdogan überreicht hatte, stand handschriftlich über der Signatur auf Türkisch: "Für meinen verehrten Präsidenten - hochachtungsvoll". "Um die Fußballersprache zu bemühen: Das war ein Fehlpass", sagte Lahm.

Der DFB-Ehrenspielführer zählt allerdings auf Özil und Gündogan, die türkische Vorfahren haben, als Unterstützer der deutschen Bemühungen um die Europameisterschaft. "Mesut und Ilkay haben auch bei uns hautnah erlebt, wie es 2006 war. Nicht als Spieler, aber als deutsche Bürger, in dem Land, in dem sie gelebt haben. Die Leute, die 2006 erlebt haben, sind immer noch begeistert", sagte Lahm.

Kurzfristige Entscheidung über Salah-Einsatz bei Ägyptens WM-Start

Ein Einsatz von Stürmerstar Mohamed Salah für den WM-Auftakt der Ägypter am Freitag (14 Uhr) in Jekaterinburg gegen Uruguay wird sich erst kurzfristig entscheiden. Vor dem Morgen des Spiels werde es keine Entscheidung geben, sagte ein Sprecher des ägyptischen Fußballverbands. Man werde nichts überstürzen, um den 25-Jährigen behutsam fit zu bekommen. Der weiter an der linken Schulter verletzte Angreifer Salah vom FC Liverpool nahm auch am Dienstag nur eingeschränkt am Training seiner Mannschaft teil.

Weltmeister reisen zur WM: Abflug bei Schmuddelwetter

Das Unternehmen Titelverteidigung ist gestartet. Joachim Löw und seine 23 WM-Spieler schritten bei Schmuddelwetter über einen grünen Teppich in den WM-Charter. Mit dem legendären "Siegerflieger" waren der Bundestrainer und seine Weltmeister vor vier Jahren aus Brasilien zurückgekehrt, mit dem Gold-Logo auf dem "Mannschaftsflieger Fanhansa" hob das deutsche Nationalteam am Vormittag mit etwa einer halben Stunde Verspätung nach Russland ab. Das klare Ziel: Wieder mit dem WM-Pokal zurückkommen. Neben einem Vertrauensvorschuss der Bundesbürger nahmen Löw und seine Auswahl aber auch Skepsis und Misstöne mit in die Chartermaschine LH 2018. "Die Mannschaft ist in ihrer taktischen Reife und technischen Qualität hoch entwickelt", erklärte der Bundestrainer. Das müsse sie nun ab dem ersten Gruppenspiel am Sonntag (17 Uhr) gegen Mexiko im Moskauer Luschniki-Stadion auch auf den Platz bekommen. Am 15. Juli will der Bundestrainer ebendort den historischen WM-Wiederholungssieg feiern. "Die Details müssen stimmen, daran müssen wir arbeiten", sagte Löw.

Das DFB-Team steigt in den WM-Flieger nach Moskau.
Bild: Arne Dedert. dpa

Flughafenmitarbeiter und Stewardessen standen zum Abschied noch Spalier. Im Airbus A321 war alles bestens vorbereitet für den Zweieinhalb-Stunden-Flug gen Osten. Auf den Kopfstützen waren sogar die Namen von Thomas Müller und seinen Kollegen eingestickt. Löw konnte entspannt auf seinem Sitz in der ersten Reihe Platz nehmen, DFB-Kapitän Manuel Neuer direkt dahinter. Wenige Stunden vor dem Abflug hatte sich eine Delegation um Neuer und Teammanager Oliver Bierhoff noch in der Verbandszentrale in Frankfurt verabschiedet. Die DFB-Mitarbeiter trugen WM-Trikots, Neuer stimmte La Ola an.

Das Gemeinschaftsgefühl sollte noch einmal betont werden, nach einer keinesfalls reibungslosen Vorbereitung und den Dauer-Misstönen um die Fotos vom Ilkay Gündogan und Mesut Özil mit Türkei-Präsident Recep Tayyip Erdogan. "Ich mache mir weniger Sorgen generell um die Mannschaft, sondern eher um die beiden Spieler. Es beschäftigt Mesut und Ilkay schon sehr", sagte Bierhoff der Bild-Zeitung.

Die Testspiel-Niederlage gegen Österreich (2:1) und die auffälligen Defizite gegen den krassen WM-Außenseiter Saudi-Arabien (2:1) haben Löws grundlegende Zuversicht allerdings nicht geschmälert. "Die Grundidee steht. Wir müssen uns nicht über unsere Spielweise Gedanken machen", erklärte der Weltmeister-Coach selbstbewusst. Die neun Spieler, die als WM-Sieger von 2014 mit im DFB-Charter in die russische Hauptstadt flogen, sollen das neue Team anführen. "Es ist die große Herausforderung und der Reiz, den WM-Titel zu bestätigen, die Emotionen dieses Triumphes noch einmal zu haben", sagte Löw.

Umfrage: Fast ein Drittel der Deutschen erwarten WM-Titel für DFB-Elf

Fast ein Drittel der Deutschen glaubt an eine erfolgreiche WM-Titelverteidigung in Russland. Laut einer Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die vor dem letzten WM-Test der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Saudi-Arabien stattfand, rechnen 32 Prozent der Befragten mit einem Triumph des DFB-Teams am 15. Juli im Moskauer Finale. Nur zwei Prozent gehen von einem Scheitern schon in der Gruppenphase aus. 28 Prozent erwarten die Mannschaft im Halbfinale. 17 Prozent sehen das Aus im Viertelfinale kommen.

Vor vier Jahren gewann Deutschland die Weltmeisterschaft. Ein Drittel der Deutschen glaubt laut einer Umfrage jetzt an die Titel-Verteidigung.
Bild: Andreas Gebert, dpa (Archiv)

Auch bei der Frage, welches Team beim am Donnerstag beginnenden Turnier in Russland am ehesten den Titel gewinnen kann, sieht die deutsche Bevölkerung (ab 18 Jahre) die eigene Mannschaft vorn. 39 Prozent räumen dem Team von Bundestrainer Joachim Löw der repräsentativen Umfrage zufolge die größten Titelchancen ein.

Je zwölf Prozent sehen Brasilien und Spanien als Titelkandidat Nummer eins, kurz danach rangiert Frankreich mit zehn Prozent. Mit einem Weltmeister England rechnen nur zwei Prozent der Deutschen. Immerhin ein Prozent sieht Außenseiter Island als neuen Weltmeister.

30 Prozent der Befragten glauben, dass Löw am Dienstag im DFB-Charterflieger die richtigen 23 Spieler mit nach Russland nimmt. 21 Prozent sehen das anders, 49 Prozent wollten sich nicht entscheiden. Ein klares Votum gibt es in der Torwartfrage: 52 Prozent sind der Meinung, dass Kapitän Manuel Neuer zurecht in Russland wieder die Nummer eins ist. 16 Prozent glauben das nicht.

11. Juni: DFB erstmals seit 30 Jahren ohne Physiotherapeut Eder

Physiotherapeut Klaus Eder musste sich am Pfingstsonntag (20. Mai) einer Notoperation am Rücken unterziehen und konnte das Krankenhaus in Regensburg erst in der vergangenen Woche verlassen, berichtet die Bild-Zeitung. "So wie ich beieinander bin, kann ich der Mannschaft nicht helfen", sagte der 64-Jährige der Zeitung.

Der als "Mann mit den heilenden Händen" bekannt gewordene Therapeut sagte weiter: "Ich wollte mit der Brechstange zur WM und habe mich mehrfach gegen meine permanenten Rückenschmerzen gewehrt." Im Rücken hätten sich jedoch Keime gebildet, die Wirbelsäule vereiterte, erklärte Eder.

Die WM in Russland sollte für den Physiotherapeuten der Abschluss mit der DFB-Auswahl werden, die er seit der EM 1988 bei jedem großen Turnier betreut hatte: sieben Welt- und acht Europameisterschaften. Neben den großen Fußball-Turnieren nahm Eder auch an zehn Olympischen Spielen teil.

Merkel setzt sich nach Erdogan-Fotos für Gündogan und Özil ein

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für die wegen ihrer Erdogan-Fotos in die Kritik geratenen Fußball-Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan eingesetzt. "Ich glaube, die beiden Spieler haben nicht bedacht, was das Foto auslöst mit dem Präsidenten Erdogan", sagte Merkel am Sonntagabend bei Anne Will in der ARD. Sie sei überzeugt, dass beide die deutschen Fans in keiner Weise enttäuschen wollten. Sie habe es sehr berührend empfunden, das Gündogan trotzdem gesagt habe, er spiele gerne für Deutschland und sei gerne Mitglied der Nationalmannschaft.

Ilkay Gündogan und Mesut Özil posierten zusammen mit dem türkischen Präsidenten Erdogan: Dieses Foto löste viel Ärger aus.
Bild: Uncredited/Pool Presdential Press Service/AP, dpa

Die Kanzlerin ergänzte: "Ich finde, wir brauchen die jetzt alle, damit wir gut abschneiden." Gündogan und Özil gehörten zur Nationalmannschaft, "und deshalb würde ich mich freuen, wenn mancher Fan auch klatschen könnte".  

Auf die Frage, ob sie trotz ihrer Kritik am russischen Präsidenten Wladimir Putin zu Spielen der deutschen Mannschaft reisen werde, sagte Merkel, dies könne gut sein. Solche Reisen verstießen nicht gegen ihre Prinzipien. Sie müsse ihre Entscheidung aber an die sonstigen Verpflichtungen anpassen.

10. Juni: Pläne zur WM-Aufstockung 2022 vorerst gestoppt

"Es wäre verfrüht, diese Frage beim Kongress zu behandeln", sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino nach der Sitzung des Gremiums in Moskau.

Die zehn südamerikanischen Fußball-Verbände zogen ihren Antrag zurück, beim Kongress am Mittwoch eine entsprechende Machbarkeitsstudie in Auftrag geben zu lassen. Infantino betonte, dass stattdessen die FIFA-Administration nun Gespräche mit dem Gastgeber Katar zu dem Thema führen werde.

Bislang ist das Turnier in Katar noch mit 32 Teams geplant. Eine Aufstockung mit dann 80 Turnierspielen könnten die Katarer wohl nicht allein organisieren. Die Suche nach einem Co-Gastgeber wäre schwierig, da das Emirat derzeit in der Region politisch isoliert ist.

Infantino ist generell ein Befürworter einer 48er-WM, hatte zu einer Aufstockung schon 2022 zuletzt aber nur ausweichend geantwortet. 2026 wird die WM entweder in Marokko oder in den USA, Mexiko und Kanada mit 48 Teams stattfinden. Der Gastgeber wird beim Kongress am Mittwoch bestimmt.

Löw und der Weltmeisterfluch - Mit großem WM-Ballast nach Russland

Manuel Neuer begleitete seine Dressur reitende Frau Nina zu einem Turnier im Sauerland. Mario Gomez genoss nochmal das "schöne Gefühl als Papa" mit dem vier Wochen alten Sohn Levi. Thomas Müller verbreitete ein Ausflugsfoto mit Ehefrau Lisa zum Schloss Neuschwanstein: "Bayern ist wunderschön." Miroslav Klose konnte seinen 40. Geburtstag mit der Familie feiern. Und auch Joachim Löw gönnte sich am Wochenende ein wenig Müßiggang, obwohl der Bundestrainer kurz vor dem WM-Ernstfall gegen Mexiko mit zahlreichen sportlichen Baustellen und heftigen atmosphärischen Störungen rund ums Team zu kämpfen hat. Das Projekt Titelverteidigung steht nach dem mauen 2:1 (2:0) gegen Saudi-Arabien auf tönernen Füßen. 

"Diese zwei freien Tage tun mir auch mal gut. Im Trainingslager war es ja doch so, dass man ständig präsent sein musste von morgens bis spätabends. Ein, zwei Tage durchschnaufen - und dann wieder Gedanken machen nach vorne", sagte Löw zu seinem Programm bis zum Abflug des DFB-Trosses nach Russland an diesem Dienstag. Einer dagegen konnte nicht abschalten: Ilkay Gündogan versucht auch nach den Pfiffen in Leverkusen, einen Ausweg aus der selbst ausgelösten Affäre um das Treffen und die Fotos von ihm und Mesut Özil mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu finden. Der 27-Jährige schrieb trotz der Unmutsbekundungen vieler deutscher Fans bei Twitter: "Letztes Spiel vor der Weltmeisterschaft und immer noch dankbar, für dieses Land zu spielen." Gündogan gibt seinen WM-Traum nicht auf.

Unbeschwert und mega-optimistisch können aber weder Löw noch seine Spieler die Reise ins WM-Land antreten. Denn abgesehen von dem auch die Mannschaft beeinflussenden Özil-Gündogan-Erdogan-Wirbel ist der Weltmeister auch sportlich von einer ermutigenden Verfassung noch weit entfernt. "Wir müssen sicherlich noch drauflegen, klar", gab Löw nach der Generalprobe gegen WM-Leichtgewicht Saudi-Arabien zu. Zugleich beschwichtigte er: "Wenn es losgeht, werden wir da sein!"

Das haben die Franzosen 2002, die Italiener 2010 und zuletzt die Spanier 2014 in Brasilien auch gedacht: Und dann? Schieden sie als Titelverteidiger in der Gruppenphase aus. Bei drei der letzten vier WM-Turniere fuhr der Weltmeister bereits nach der Vorrunde heim!

An eine Fortsetzung dieses Weltmeister-Fluches mag beim aktuellen Champion (noch) keiner denken. "Wir sind eine Turniermannschaft", sagte WM-Neuling Marco Reus, der einzige Lichtblick beim letzten Probelauf. Teamsenior Gomez sagte zwar: "Beim Turnier müssen wir uns schon straffen. Da dürfen wir so eine Leistung nicht bringen." Aber zugleich warnte der 32-Jährige vor Panikmache: "Wenn wir jetzt ratlos wären, wäre es etwas anderes. Wir wissen ganz genau, was los war." 

Was war denn los? Bis auf Özil (Knieprellung) schickte Löw die Wunschelf für das Auftaktspiel gegen die Mexikaner auf den Platz, die ihren letzten Test übrigens beim 0:2 in Dänemark völlig vermurksten. Im Moskauer Luschniki-Stadion, wo am 15. Juli das Finale ausgetragen wird, dürften in Neuer, Boateng, Hummels, Khedira, Kroos, Müller, Özil und Draxler gleich acht Weltmeister auflaufen. Dazu kommen die Confed-Cup-Gewinner und WM-Neulinge Joshua Kimmich, Jonas Hector und Timo Werner, der in Leverkusen das frühe Führungstor erzielt hatte. 

Der 22-Jährige erinnerte an seine Kindheit: "Da waren die Deutschen in den Vorbereitungsspielen vor der WM nie so prickelnd. Und am Ende sind wir mindestens immer ins Halbfinale gekommen." So war es bislang auch bei jedem der fünf großen Turniere mit Löw als Chefcoach. "Ich will und kann nichts versprechen vom Ergebnis her. Aber wir werden alles reinwerfen", erklärte Titelspezialist Toni Kroos: "Mit Hingabe können wir ein sehr gutes Turnier spielen."

Es gibt positive Anzeichen, die aber zugleich Fragezeichen sind. Der Fuß von Torwart Neuer scheint einer Turnierbelastung standhalten zu können. Auch der Oberschenkel von Abwehrturm Jérôme Boateng hielt ein 45-Minuten-Comeback aus. Sami Khedira geht endlich mal topfit in ein Turnier. Müller ist sowieso der WM-Müller (je fünf Tore 2010 und 2014). Und Offensivmann Reus könnte ein Trumpf sein, der wie Mario Götze im Finale von Rio 2014 sticht. "Ich bin überzeugt, dass er wichtige Akzente setzen kann und einen wesentlichen Beitrag leisten wird, dass wir in diesem Turnier hoffentlich sehr weit kommen", sagte Löw.

Gegen die Saudis fehlte noch der notwendige WM-Ernst im DFB-Team. "Es hat sich so angefühlt, als wenn wir Angriffsschemen trainieren und da irgendwelche Stangen stehen", rügte Kapitän Neuer. Um Defensivarbeit wollte sich kaum jemand kümmern. "So ist es schwer", sagte Khedira mit Blick auf die angestrebte Titelverteidigung. 

Geredet wurde hinterher aber fast nur über die Unmutsbekundungen gegen Gündogan. Der Abend in Leverkusen bewies, dass die Fotos von ihm und Özil mit Erdogan für viele deutsche Fußball-Anhänger ein No-Go von Nationalspielern darstellen. Die Affäre schaukelte sich noch weiter hoch. "Das hat mich schon geschmerzt", sagte Löw. 

Während die Verbandsspitze mit ihrem Krisenmanagement gescheitert ist, versuchen es die Kollegen des beharrlich schweigenden Özil und des wenigstens um Erklärungen bemühten Gündogan mit Appellen an die Fans. "Ab jetzt bitte ich die Leute einfach darum, daran zu denken, dass wir Weltmeister werden wollen. Dafür brauchen wir den Illy, dafür brauchen wir den Mesut", sagte Angreifer Gomez, früher selbst Zielscheibe pfeifender Anhänger bei Spielen im Deutschland-Trikot.

9. Juni: Ägyptens Starstürmer Salah auf dem Weg der Besserung

Ägyptens Fußballstar Mohamed Salah ist nach eigenen Angaben auf dem Weg der Besserung. Nach seiner Schulterverletzung gehe es ihm spürbar besser, sagte der 25 Jahre alte Stürmer des FC Liverpool bei einem Treffen mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi, wie ein Sprecher des Staatsoberhauptes am Samstag über Facebook mitteilte. Al-Sisi hatte Ägyptens Team vor dem Abflug zur WM nach Russland in den Präsidentenpalast eingeladen.

Volksstar trifft auf Volksvertreter: Mohamed Salah beim Handshake mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah Al-Sisi.
Bild: Egyptian Presidency, dpa

Salah hatte sich am 26. Mai im Champions-League-Endspiel der Liverpooler gegen Real Madrid (1:3) eine Bänderverletzung in der linken Schulter zugezogen. Nationaltrainer Héctor Cúper hofft, den Stürmer bereits im ersten Spiel der Ägypter am 15. Juni gegen Uruguay einsetzen zu können.

Präsident Putin begrüßt WM-Teams und Fußballfans in Russland

Wenige Tage vor dem Anpfiff der Fußball- Weltmeisterschaft in Russland hat Präsident Wladimir Putin Mannschaften und Fans begrüßt. "Wir haben alles getan, damit sich unsere Gäste - Sportler, Experten und natürlich die Fans - in Russland wie zu Hause fühlen", sagte Putin in einem Video-Clip, den der Kreml am Samstag auf seiner Webseite veröffentlichte. Darin sprach er auf Russisch von einem Fest voller Leidenschaft und Emotionen. Putin sagte, er hoffe, dass nicht nur die Spiele unvergessliche Eindrücke hinterlassen würden, sondern auch Russlands Kultur, Geschichte und Natur. "Welcome to Russia" (Willkommen in Russland), schloss er in dem Video auf Englisch. 

Die Fußball-WM beginnt am Donnerstag mit einem Spiel der russischen Sbornaja gegen Saudi-Arabien im Moskauer Luschniki-Stadion. Das Turnier dauert bis zum 15. Juli. 

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin rief die Arbeitgeber in der Hauptstadt auf, ihren Angestellten am Donnerstag frei zu geben. Er verwies der Agentur Interfax zufolge darauf, dass es am Tag des Eröffnungsspiels leicht zu Staus auf den Straßen kommen könne.

DFB-Elf gewinnt letzten WM-Test gegen Saudi-Arabien mit 2:1

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in ihrem letzten Testspiel vor der Abreise zur Weltmeisterschaft in Russland einen Pflichtsieg verbucht. Neun Tage vor dem ersten WM-Gruppenspiel gegen Mexiko konnte das Team von Bundestrainer Joachim Löw am Freitagabend beim 2:1 (2:0) gegen WM-Außenseiter Saudi-Arabien in Leverkusen aber nur streckenweise überzeugen. Der Leipziger Timo Werner brachte die DFB-Auswahl vor 30.210 Zuschauern in der BayArena in der 8. Minute in Führung, kurz vor der Pause traf Omar Hausawi ins eigene Tor (43.). Den Treffer für die Saudis erzielte Taissir Al-Dschassim im Nachschuss nach einem von Marc-André ter Stegen gehaltenen Elfmeter (85.).

Thomas Müller feiert das Tor zum 2:0 im Testspiel gegen Saudi-Arabien. Ansonsten gab es in Leverkusen allerdings wenig zu bejubeln. Das DFB-Team siegte mit Ach und Krach 2:1.
Bild: Guido Kirchner, dpa

Bis auf den angeschlagenen Mesut Özil konnte Löw seine WM-Wunschelf aufbieten. Im Tor des viermaligen Weltmeisters stand in der ersten Halbzeit wieder Kapitän Manuel Neuer, der nach seinem Comeback beim 1:2 gegen Österreich weitere Spielpraxis sammeln konnte.

Hier lesen Sie einen ausführlichen Spielbericht.

8. Juni: Bierhoff-Appell: Debatte um Özil und Gündogan beenden

DFB-Teammanager Oliver Bierhoff hat Vorwürfe gegen den Deutschen Fußball-Bund über den Umgang mit dem umstrittenen Treffen der Fußball-Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan deutlich zurückgewiesen. Auf die Frage, warum der DFB im Trainingslager in Südtirol nicht alles dafür getan habe, ohne das Thema zur Weltmeisterschaft nach Russland reisen zu können, antwortete Bierhoff am Donnerstag: "Was hätten wir noch mehr machen sollen? Ich bin der Meinung, wir haben sehr viel gemacht - und jetzt reicht es dann auch."

Auch Bundestrainer Joachim Löw äußerte sich vor der Abreise aus Südtirol nochmals: "Irgendwie ist das Thema jetzt lange diskutiert worden. Ilkay und Mesut identifizieren sich absolut mit unseren Werten hier in der Nationalmannschaft", sagte Löw im ARD-Hörfunk. "Beide haben sich uns gegenüber geäußert. Das ist für mich das Wichtigste." Er hoffe, dass es bei der WM-Generalprobe am Freitag in Leverkusen gegen Saudi-Arabien keine Pfiffe, sondern Unterstützung für die beiden Spieler geben werde.

Ilkay Gündogan und Mesut Özil trafen den türkischen Präsidenten Erdogan und überreichten ihm Trikots. Seitdem stehen sie in der Kritik.
Bild: Uncredited/Pool Presdential Press Service/AP, dpa (Archiv)

Bierhoff sagte: "Man hat jetzt vieles gesagt. Es ist viel diskutiert worden. Und es wird uns auch weiter begleiten. Was ich den beiden Spielern sage, ist, hakt es ab." Der 50-Jährige appellierte vor dem Testspiel an die deutschen Fans. "Bei aller Verärgerung, die wir haben: Wir sind ein Team auch in Deutschland mit unseren Fans."

7. Juni: Weltmeister Deutschland als Weltranglisten-Erster zur WM

Fußball-Weltmeister Deutschland nimmt die Titelverteidigung bei der WM in Russland als Weltranglisten-Erster in Angriff. Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw behauptete mit 1558 Punkten die Top-Position vor Brasilien (1431), Belgien (1298), Europameister Portugal (1274) und dem WM-Zweiten Argentinien (1241). Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Ranking hervor.

Deutschlands erster WM-Gruppengegner Mexiko (17. Juni/17.00 Uhr/ZDF) bleibt 15. (989). Schweden (23. Juni/20.00 Uhr/ARD) verlor einen Platz und wird mit 880 Punkten an Position 24 geführt. Der letzte deutsche Vorrundengegner Südkorea (27. Juni/16.00 Uhr/ZDF) rückte um vier Ränge auf den 57. Platz (544 Punkte) vor.

Abschlusstraining in Eppan - Özil für Generalprobe fraglich

Mit dem Abschlusstraining für die WM-Generalprobe gegen Saudi-Arabien verabschiedet sich die deutsche Nationalmannschaft aus Südtirol. Nach der Übungseinheit am Donnerstagvormittag in der Sportzone Rungg und der anschließenden letzten Pressekonferenz mit Manager Oliver Bierhoff, Stürmercoach Miroslav Klose und Abwehrspieler Jonas Hector wird der DFB-Tross Eppan Richtung Rheinland verlassen. Am Freitag steht in Leverkusen noch das Länderspiel gegen WM-Teilnehmer Saudi-Arabien an.

Spielmacher Mesut Özil wird den letzten WM-Testspiel wahrscheinlich verpassen. Zusätzlich zu den anhaltenden Rückenproblemen plagt sich der 29 Jahre alte Fußballprofi des FC Arsenal mit einer Knieprellung, die er sich im Länderspiel gegen Österreich (1:2) zugezogen hatte. Jérôme Boateng trainiert nach ausgeheilter Muskelverletzung zwar wieder mit dem Team, die WM-Generalprobe kommt für den Abwehrspieler des FC Bayern aber noch zu früh. Alle anderen Spieler sind gesund.

"Wir sind unheimlich fokussiert", berichtete Vize-Kapitän Sami Khedira zum Abschluss des Trainingscamps. "Wir sind auch sehr selbstkritisch. Nach dem Österreich-Spiel hat kein Spieler gesagt, es war doch nicht so schlimm. Wir haben es ganz klar analysiert", ergänzte der Weltmeister, der in Leverkusen sein 75. Länderspiel bestreiten kann.

6. Juni: Fußball-WM: Fan-Forscher erwartet weniger Interesse an Public Viewing

Public-Viewing-Veranstaltungen werden bei der Fußball-WM 2018 nach Einschätzung des Fan-Forschers Gunter Pilz auf weniger Resonanz stoßen als bei früheren Turnieren. "Ich gehe davon aus, dass das Interesse deutlich reduziert sein wird", sagte der Wissenschaftler aus Hannover der Deutschen Presse-Agentur. Im Vergleich zur WM 2006 liege das auch an den technischen Möglichkeiten, die viele private Haushalte mittlerweile haben. "Außerdem gab es 2006 eine Identifikation des ganzen Landes mit dem Turnier. Die Public Viewings waren ein volksverbindendes Element", so Pilz.

Die Fußball-WM in Russland beginnt am 14. Juni. Das Finale ist am 15. Juli.

Vorbereitungs-Endspurt in Südtirol: "Letzten Spirit entwickeln"

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft geht in den Endspurt des WM-Vorbereitungslagers in Norditalien. "Wir haben einen guten Teamgeist, aber den letzten Spirit müssen wir noch entwickeln", sagte Abwehrspieler Mats Hummels. Am vorletzten Trainingstag in Südtirol lässt Joachim Löw nochmals unter Ausschluss der Öffentlichkeit üben. 

Der Bundestrainer präpariert am Mittwoch sein Team bereits für den letzten WM-Test am Freitag in Leverkusen gegen Saudi Arabien. Danach bekommen seine Spieler bis zur Abreise nach Russland am kommenden Dienstag nochmal drei Tage frei.

Es wird erwartet, dass Löw bei der Generalprobe schon jene Elf aufbietet, die am 17. Juni in Moskau gegen Mexiko auch ins WM-Turnier starten wird. Das Plus für den Weltmeister: "Wir sind eine gut eingespielte Mannschaft", betonte Innenverteidiger Hummels.

5. Juni: Enttäuschter ter Stegen will Neuer helfen

Torwart Marc-André ter Stegen will trotz der Enttäuschung über die Rückstufung zur Nummer 2 Konkurrent Manuel Neuer bei der Fußball-Weltmeisterschaft tatkräftig unterstützen. "Ich versuche, Manuel eine Hilfe zu sein", sagte der 26 Jahre alte Schlussmann des FC Barcelona beim Medientag der deutschen Nationalmannschaft im Trainingslager in Südtirol. Bundestrainer Joachim Löw hat den lange verletzten Weltmeister Neuer für das Turnier in Russland wieder zur Nummer 1 erklärt. "Es ist eine enttäuschende Situation, wenn man die ganze Saison gut gespielt hat und Leistung auf höchstem Niveau gebracht hat", kommentierte ter Stegen, der unter anderem 2017 beim Confed-Cup-Erfolg sowie in den meisten Spielen der WM-Qualifikation im deutschen Tor stand.

Löw startet in Südtirol Feinschliff mit dem endgültigen WM-Kader

Nach der Streichung von Leroy Sané, Bernd Leno, Nils Petersen und Jonathan Tah aus dem endgültigen Kader startet die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Trainingslager in Südtirol mit dem Feinschliff für die Weltmeisterschaft. "Jetzt geht es Richtung Russland und Mexiko", kündigte Joachim Löw in Eppan an. "Wir müssen in einigen Bereichen intensiv arbeiten", sagte der Bundestrainer.

Dieser Dienstag beginnt auf der Trainingsanlage mit der Aufstellung der 23 WM-Akteure zum offiziellen Mannschaftsfoto. Im Abschluss wird in der Sportzone Rungg trainiert. Dann soll auch der Münchner Innenverteidiger Jérôme Boateng erstmals nach seiner vor sechs Wochen im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid erlittenen Muskelblessur ins Teamtraining einsteigen. "Die Verletzung ist völlig ausgeheilt", hatte Löw am Montag berichtet.

Auch der erst am Wochenende angereiste Champions-League-Sieger Toni Kroos wird in die Vorbereitung einsteigen. Nahziel ist das letzte Testspiel vor dem WM-Start am kommenden Freitag in Leverkusen gegen Saudi-Arabien. Nach inzwischen fünf Länderspielen ohne Sieg soll es vor der Abreise nach Russland (12. Juni) wieder ein Erfolgserlebnis für das deutsche Team geben. "Wir müssen uns steigern, definitiv", sagte Weltmeister Sami Khedira: "Die Trainingssteuerung wird so angelegt, dass wir Freitag spritziger sind."

Richtig ernst wird es aber erst am 17. Juni in Moskau. "Bis zum Spiel gegen Mexiko werden wir in einem sehr gutem Zustand sein", erklärte Löw. Weitere Gruppengegner sind Schweden und Südkorea.

4. Juni: Löw streicht Leno, Petersen, Tah und Sané aus WM-Kader

Bundestrainer Joachim Löw hat Torwart Bernd Leno, Jonathan Tah, Nils Petersen und Leroy Sané aus dem WM-Kader der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gestrichen. "Wir haben uns die Entscheidung nicht einfach gemacht", sagte Löw am Montag auf einer Pressekonferenz im Trainingslager in Südtirol. Die Enttäuschung bei den vier Profis sei "sehr, sehr groß", erläuterte Löw.

Damit ist auch klar, dass Torwart Manuel Neuer als Nummer eins zur Weltmeisterschaft nach Russland fährt. "Er hat uns nochmal bestätigt, dass er sich 100 Prozent fit fühlt und dass der Fuß keine Probleme gemacht hat", sagte Löw. Am Sonntagabend habe er ein abschließendes Gespräch mit dem Torhüter des FC Bayern geführt. Eine MRT-Untersuchung habe gezeigt, dass "soweit alles in Ordnung" ist.

Der 32 Jahre alte Neuer hatte nach acht Monaten Wettkampfpause im Länderspiel gegen Österreich (1:2) sein Comeback gefeiert. "Ich habe gewusst, dass ich es schaffen kann und schaffen werde", sagte Neuer. "Ich habe den Glauben nie verloren." Die Zwangspause seit vergangenem September sei "eine sehr lange und sehr harte Zeit" für ihn gewesen.

Nun sei er jedoch überzeugt, den Belastungen der WM standhalten zu können. "Ich mache mir keine Gedanken, das Risiko ist genauso wie bei jedem anderen Spieler auch", sagte Neuer vor seiner dritten WM-Teilnahme und äußerte Mitgefühl für seinen Konkurrenten. "Es tut mir leid für Bernd Leno, dass er abreisen muss."

Für den WM-Auftakt gegen Mexiko versprach Löw eine deutsche Nationalmannschaft in Bestform. "Bis dahin werden wir in einem sehr, sehr guten Zustand sein. Wir werden noch einen großen Schritt nach vorn machen", sagte Löw. Bei der ernüchternden Niederlage gegen Österreich habe er körperliche und taktische Defizite erkannt.

Er sei jedoch zuversichtlich, diese Probleme in den verbleibenden Tagen bis zum ersten Gruppenspiel am 17. Juni lösen zu können. Für den Montag gab Löw den Nationalspielern zur Regeneration frei, am Dienstag soll Weltmeister Jérôme Boateng ins Mannschaftstraining einsteigen. "Er hat seine Verletzung völlig ausgeheilt", sagte Löw. Der 29 Jahre alte Abwehrspieler des FC Bayern hatte sich im April eine Oberschenkelverletzung zugezogen und zuletzt bei der Nationalmannschaft ein individuelles Aufbautraining absolviert.

Löw muss endgültigen WM-Kader nominieren

Der Tag der Entscheidung ist gekommen. Am heutigen Montag bis 12 Uhr muss Bundestrainer Joachim Löw dem Fußball-Weltverband FIFA den endgültigen deutschen Kader für die Weltmeisterschaft in Russland melden. Drei Feldspieler und einen Torhüter muss Löw noch streichen.

"Es fällt nicht einfach, das den Spielern mitzuteilen", sagte der Bundestrainer im Trainingslager in Südtirol. Es breche schließlich zunächst eine kleine Welt für die Spieler zusammen. Wenn Torwart Manuel Neuer nach dem persönlich positiven Comeback beim 1:2 gegen Österreich wie erwartet mit nach Russland fahren sollte, wäre auch die Nummer-1-Frage geklärt. 

3. Juni: Der WM-Pokal ist in Moskau eingetroffen

Elf Tage vor Anpfiff der Fußball-WM in Russland ist der Pokal nach einer Welttournee in Moskau eingetroffen. "Heute wird Moskau zur Fußballhauptstadt der Welt, und wir begrüßen den Pokal wie einen alten Freund", sagte der Bürgermeister der russischen Hauptstadt, Sergej Sobjanin, am Sonntag. "Alle Städte und alle Stadien sind bereit für die Fußballweltmeisterschaft", sagte der Generaldirektor des Organisationskomitees, Alexej Sorokin, der Agentur Tass zufolge.

Vor der WM in Russland vom 14. Juni bis 15. Juli habe die Trophäe eine Rekordstrecke durch 50 Länder zurückgelegt, sagte Sorokin. In Russland gab es 24 Stationen. Kremlchef Wladimir Putin und der Präsident des Weltverbandes FIFA, Gianni Infantino, hatten den Pokal im September 2017 in Moskau auf den Weg geschickt. 

An der Begrüßung auf dem Moskauer Manegeplatz nahm auch der deutsche Ex-Nationalspieler Lothar Matthäus teil. Er liebe den Fußball, Moskau und Russland und hoffe auf ein großes Fußballfest, sagte er den russischen Berichten zufolge. Falls Deutschland bei der WM ausscheiden sollte, werde er Russland die Daumen drücken, sagte der Kapitän der Weltmeistermannschaft von 1990.

Von Montag bis Donnerstag können sich Fans im Moskauer Gorki-Park mit der 6,14 Kilogramm schweren Trophäe fotografieren lassen.

Seehofer kündigt WM-Besuch an - Merkel noch ohne konkrete Pläne

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will trotz der internationalen Boykott-Diskussionen zur Fußball-WM nach Russland reisen. "Wenn es mein Terminkalender zulässt, werde ich ein Spiel der deutschen Mannschaft besuchen", sagte der auch für den Sport zuständige Minister der Bild am Sonntag. Noch keine konkreten Reisepläne für das Turnier vom 14. Juni bis 15. Juli haben dagegen dem Bericht zufolge Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Außenminister Heiko Maas (SPD).

"Es gibt derzeit keine konkreten Planungen für eine Reise des Bundespräsidenten nach Russland", sagte eine Sprecherin Steinmeiers dem Blatt. Im Frühjahr waren Boykott-Diskussionen laut geworden, nachdem unter anderem Vertreter der britischen Regierung angekündigt hatten, aufgrund des Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal nicht zur WM reisen zu wollen. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte zuletzt wegen Russlands Syrien-Politik zu einem Boykott der Eröffnungsfeier aufgerufen.

Jérôme Boateng verspricht Teilnahme bei der Fußball-WM

Weltmeister Jérôme Boateng sieht sich nach seiner Oberschenkelverletzung voll im Plan für ein Comeback bei der Fußball-WM. "Im Moment kann ich versprechen, dass ich dabei bin, ja! Es sieht wirklich sehr gut aus", sagte der 29 Jahre alte Abwehrspieler des FC Bayern München der Bild am Sonntag. Boateng rechnet damit, dass er in den kommenden Tagen wieder voll ins Mannschaftstraining des Nationalteams einsteigen kann. "Ich bin gut im Plan, aber ich will kein Risiko eingehen", sagte Boateng. Der Bayern-Verteidiger hatte sich die Verletzung im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid im April zugezogen.

Jérôme Boateng schuftet derzeit in Eppan für sein Comeback bei der Fußball-WM 2018.
Bild: Christian Charisius, dpa

2. Juni: Kahn hält Neuer-Nominierung für ein Risiko

Der frühere Fußball-Nationaltorhüter Oliver Kahn hält eine mögliche Nominierung von Manuel Neuer für die Fußball-WM in Russland für ein Risiko. "Ob er wirklich in den entscheidenden Momenten auf allerhöchstem Niveau spielen kann, wird sich zeigen", sagte der langjährige Bayern-Torhüter dem Magazin Spiegel. Wenn der Plan von Bundestrainer Joachim Löw nicht aufgehe, "dann hat sich keiner einen Gefallen getan, weder Jogi Löw noch Manuel Neuer", ergänzte Kahn.

Neuer genieße aber im Nationalteam einen Sonderstatus. "Bei keinem anderen Spieler hätte man daran gedacht, ihn ohne jede Spielpraxis mitzunehmen Neuer hat sich dieses Vertrauen erarbeitet", sagte Kahn, der sich in dessen Stellvertreter Marc-André ter Stegen gut hineinversetzen kann. "Das ist keine leichte Situation für den Torwart", betonte Kahn, der bei der WM 2006 selbst mit der Rolle des zweiten Mannes leben musste. Damals hatte Bundestrainer Jürgen Klinsmann den Kahn-Rivalen Jens Lehmann zur Nummer eins gemacht.

1. Juni: Löw: Finale Entscheidung zu Neuers WM-Einsatz erst am Sonntag

Manuel Neuer soll im WM-Testspiel gegen Österreich sein Comeback in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft geben. "Wenn alles okay ist, dann wird er morgen von Anfang an im Tor stehen", sagte Bundestrainer Joachim Löw am Freitag im Trainingslager in Eppan. Neuer hatte seit vergangenem September wegen der Folgen einer Fußverletzung pausiert. Die Partie gegen Österreich in Klagenfurt ist der letzte deutsche WM-Test vor der Nominierung des endgültigen WM-Kaders am Montag. Für den Münchner Schlussmann wäre es das 75. Länderspiel. Eine finale Entscheidung über Neuers Nominierung solle erst am Sonntagabend fallen, sagte Löw.

Es sei noch nicht klar, ob Neuer am Samstag die kompletten 90 Minuten bestreiten werde. In den Einheiten mit Bundestorwarttrainer Andreas Köpke und auch beim Einsatz im Tor der U20 im Testspiel gegen die A-Mannschaft habe Neuer "einen guten Eindruck gemacht", sagte Löw. Man habe vereinbart, "dass er sehr ehrlich ist, dass er alle Abläufe beherrscht". Die Partie gegen Österreich sei hilfreich für ihn und für uns", erläuterte Löw.

Nicht mit nach Klagenfurt werden laut Löw die beiden Weltmeister Mats Hummels und Thomas Müller reisen. "Sie haben viele Spiele gemacht, bei denen weiß ich, was sie können. Da ist es auch mal gut, wenn sie den Kopf frei bekommen", sagte er. Ohnehin nicht beim Testspiel dabei sind Jérôme Boateng, der nach einer Oberschenkelverletzung noch im Aufbautraining ist, und Toni Kroos, der nach dem Champions-League-Sieg mit Real erst am Samstag zum Team stoßen soll.

Zwei Tage später muss Löw sein bislang 27-köpfiges Aufgebot um vier Spieler reduzieren und sein finales WM-Aufgebot dem Weltverband FIFA melden. Im Moment sei seine "Gefühlslage vor der Nominierung noch völlig entspannt", sagte Löw. Am Sonntag werde sich der Trainerstab "nochmal die Köpfe heiß reden" und "alle Dinge auswerten, die man auswerten kann". Am Montagvormittag werde er dann mit denjenigen Spielern sprechen, die gestrichen werden.

Petersen vor Länderspiel-Debüt - Löw: "Jeden Tag entwickelt"

Der Freiburger Nils Petersen soll in Klagenfurt sein Debüt in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft feiern. "Nils wird sicher auch zum Einsatz kommen", kündigte Joachim Löw für das WM-Testspiel am Samstag (18 Uhr/ZDF) gegen Österreich an. Ob von Beginn an oder in der zweiten Halbzeit, sei noch nicht entschieden, berichtete der Bundestrainer nach dem Abschlusstraining am Freitag in Eppan.

Petersen war ohne Länderspielerfahrung überraschend in das vorläufige WM-Aufgebot berufen worden. "Er hat schon drei, vier Tage gebraucht, um sich daran zu gewöhnen", sagte Löw zu Petersens Anpassungsphase an das hohe Niveau im Weltmeister-Team. "Der Eindruck ist immer besser geworden", schloss der DFB-Chefcoach aber an.

Nils Petersen soll am Samstag beim WM-Testspiel gegen Österreich auf dem Platz stehen.
Bild: Miguel Medina, afp

Vor allem dank seiner Joker-Qualitäten hatte Petersen die Aufmerksamkeit des Bundestrainers geweckt. Im Trainingslager in Südtirol konnte der 29 Jahre alte Stürmer auch in den beiden Übungsspielen gegen die U20-Auswahl des DFB seine Fähigkeiten zeigen. Als "variabel, läuferisch gut, immer anspielbar und in der Defensive gut mitarbeitend", lobte ihn Löw. "Er weiß, was bei uns verlangt wird. Ich bin absolut zufrieden mit ihm."

Löw spricht lange mit ter Stegen - 25 Mann im Abschlusstraining

Mit 25 Spielern hat Bundestrainer Joachim Löw am Freitagvormittag in Südtirol das Abschlusstraining für das erste von noch zwei Testspielen vor der Fußball-Weltmeisterschaft bestritten. Auf dem Trainingsplatz in Eppan fehlten nur Jérôme Boateng und Toni Kroos. Beide werden auch am Samstag (18 Uhr) in Klagenfurt gegen Österreich nicht zum Einsatz kommen. Abwehrspieler Boateng befindet sich nach einer Oberschenkelverletzung im Aufbautraining. Kroos wird nach einem Sonderurlaub im Anschluss an den Champions-League-Sieg mit Real Madrid erst am Samstag nach Südtirol reisen.

Vor Beginn der Übungseinheit führte Löw auf dem Platz ein längeres Gespräch mit Torwart Marc-André ter Stegen. Der 26-Jährige vom FC Barcelona wird sich bei der WM wieder als Nummer 2 hinter Manuel Neuer einfügen müssen, sofern der Kapitän bei seinem in Klagenfurt geplanten DFB-Comeback die hundertprozentige WM-Fitness nachweisen kann. Löw hatte bereits öffentlich verkündet, dass Neuer nur als Nummer 1 mit nach Russland fahren würde.

Fußball-Nationalteam bereitet sich auf Österreich vor

Die Spannung steigt: Das Testspiel gegen Österreich bleibt für Bundestrainer Joachim Löw die letzte Sichtungsmöglichkeit für den 23-Mann-Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft. "Es wird eine schwierige Entscheidung für die Trainer werden", sagte Manager Oliver Bierhoff zur bevorstehenden Streichung von vier Akteuren aus dem noch vorläufigen Aufgebot für das WM-Turnier. Am Montag muss der DFB dem Weltverband FIFA die endgültigen 23 WM-Spieler melden.

Bundestrainer Joachim Löw wird nach einer Trainingseinheit am Vormittag (11.00 Uhr) in Südtirol erläutern, wie er das erste von zwei verbleibenden Testspielen vor dem WM-Start angehen will. Klar ist: Für Kapitän Manuel Neuer wird die Partie am Samstag (18.00 Uhr/ZDF) in Klagenfurt zur alles entscheidenden Prüfung. Acht Monate nach seinem dritten Mittelfußbruch wird der 32 Jahre alte Schlussmann des FC Bayern München bei seinem Wettkampf-Comeback beweisen müssen, dass er tatsächlich als Nummer 1 mit nach Russland fahren kann. Teammanager Bierhoff ist nach den bisherigen Trainingseindrücken in Eppan davon überzeugt: "Manuel ist in der Spur."

Löws Assistent Thomas Schneider hatte bereits angekündigt, dass gegen die nicht für die WM-Endrunde vom 14. Juni bis 15. Juli in Russland qualifizierten Österreicher noch einmal möglichst viele Spieler zum Einsatz kommen sollen. Der Freiburger Angreifer Nils Petersen könnte im etwas mehr als 30.000 Zuschauer fassenden Wörthersee-Stadion sein Länderspieldebüt feiern. "Ich hoffe, dass ich noch länger Teil dieser Mannschaft bleiben darf", sagte der 29 Jahre alte Profi mit Blick auf die anschließende Kaderreduzierung von 27 auf 23 Spieler.

31. Mai: Bierhoff relativiert nach Verwirrung um 23-Mann-Kader auf DFB-Homepage

Eine Veröffentlichung auf der DFB-Homepage hat im Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft für Verwirrung und sogar Verärgerung gesorgt. In einem Eintrag wurden die Spieler des WM-Kaders in Gebärdenschrift vorgestellt - ohne Torhüter Kevin Trapp, Abwehrmann Jonathan Tah, Mittelfeldspieler Sebastian Rudy und Stürmer Nils Petersen. "Das muss eine Panne sein. Das macht mich richtig sauer", sagte Teammanager Oliver Bierhoff bei der Pressekonferenz in Eppan und betonte: "Es ist kein Hinweis auf die finale Nominierung." Bundestrainer Joachim Löw muss bis Montag (12 Uhr) noch vier Spieler aus seinem bisher 27-köpfigen Kader für die Fußball-WM in Russland streichen. Trapp, Tah, Rudy und Petersen gehören zu den Kandidaten, die kein persönliches WM-Ticket bekommen könnten.

Der DFB erklärte die Panne mit einem Missverständnis. Auf der Homepage sei ein Plakat zu sehen, das die Mühlezeitung, eine Schülerzeitung der Schule Haslachmühle im baden-württembergischen Horgenzell, in Zusammenarbeit mit der Aktion Mensch, dem Deutschen Fußball-Bund und dem Dachverband Deutscher DEAF Fanclubs e.V. (DDDF) schon vor längerer Zeit erstellt habe. Das Poster soll dazu beitragen, "dass sich Fußballbegeisterte mit und ohne Behinderung gemeinsam über die WM verständigen können", heißt es auf der Internetseite.

Kimmich glaubt nicht an großen Umbruch nach WM: "Höchstens bei Titel"

Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich sieht die WM in Russland nicht als Abschiedsturnier für viele Weltmeister von 2014. "Nein, überhaupt nicht. Ich glaube nicht, dass viele Spieler aufhören werden, wie das nach 2014 mit Per, Philipp, Miro und später Schweini und Poldi der Fall war", sagte Kimmich in einem Interview des Sportmagazins Kicker

Der 23 Jahre alte Confed-Cup-Sieger von 2017 ist einer der wenigen jüngeren Spieler, der nach den Rücktritten von Philipp Lahm, Miroslav Klose und Per Mertesacker nach der WM 2014 sowie Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski nach der EM 2016 von Joachim Löw einen Stammplatz in der DFB-Elf bekommen haben. "Wir haben mit den Weltmeistern schon einen herausragenden Stamm, aber gerade in der Breite haben wir brutal an Qualität gewonnen", glaubt der Profi des FC Bayern.

Neun Weltmeister von Brasilien gehören dem vorläufigen Kader für die WM vom 14. Juni bis 15. Juli in Russland an. "Wir haben viele Spieler im Alter zwischen 28 und 30 dabei, die müssen rein altersbedingt nicht aufhören", sagte Kimmich: "Höchstens, wir werden Weltmeister. Dann sagt sich vielleicht der eine oder andere: Mehr geht nicht."

30. Mai: Zu wenig Leistung im Training: Klare Ansage an Özil

Der Trainerstab um Joachim Löw ist mit den bisherigen Trainingsleistungen von Fußball-Weltmeister Mesut Özil in Südtirol nicht zufrieden. "Wir erwarten, dass er sich selbst fordert in den Einheiten, um Substanz aufzubauen", sagte Löws Assistent Thomas Schneider in Eppan.

Der 29 Jahre alte Özil gilt im DFB-Team als Fixkraft für die WM in Russland. Der Spielmacher des FC Arsenal hat aber auch weiter mit Rückenproblemen zu kämpfen. "Mesut ist immer wieder in Behandlung", berichtete Schneider. Er sei aber im Training dennoch "voll belastbar".

Gereifter ter Stegen in der Neuer-Falle

Es soll(te) eigentlich sein WM-Sommer werden. Doch in Südtirol muss Fußball-Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen im Eiltempo die Wandlung vom Hauptdarsteller zurück zur Randfigur hinter Manuel Neuer meistern. Im Trainingslager in Eppan dreht sich so gut wie alles um den Kapitän - und so gut wie nichts mehr um ter Stegen. Neuer durfte am Mittwoch im zweiten geheimen Test gegen die U20 weitere Spielpraxis sammeln. Und am Samstag soll der 32 Jahre alte Weltmeister-Torwart in Klagenfurt gegen Österreich sein Länderspiel-Comeback nach eineinhalb Jahren feiern. Und ter Stegen? Die 26 Jahre alte Nummer 1 des FC Barcelona muss zuschauen, wie die Chancen, bei der Weltmeisterschaft in Russland im deutschen Tor zu stehen, von Tag zu Tag schwinden. Der Frust ist ihm anzusehen.  

"Natürlich würde Marc diese WM gerne spielen, keine Frage", sagte Andreas Köpke. Der Torwartcoach hat ter Stegen gemeinsam mit Joachim Löw in einem Gespräch bereits auf die sich anbahnende Rückstufung zur Nummer 2 vorbereitet. "Und er kann da ganz gut mit umgehen", glaubt Köpke. Neuer genieße eben einen Sonderstatus. "Marc weiß auch, dass es eine besondere Situation ist mit Manuel. Er ist unser Kapitän. Wir sind 2014 Weltmeister mit ihm geworden. Deshalb versuchen wir bis zum Schluss alles, dass das auch hundertprozentig funktioniert."

Ter Stegen stieß erst verspätet zum vorläufigen WM-Kader in Eppan. Und noch bevor er den Konkurrenzkampf mit Neuer überhaupt richtig aufnehmen konnte, legte sich Bundestrainer Löw bereits darauf fest, dass Neuer bei der WM im Tor stehen werde, wenn er nach seinem Mittelfußbruch hundertprozentige Turnierfitness nachweisen kann.

Aktiv beeinflussen kann ter Stegen damit aktuell nichts, egal wie gut er trainiert. Alles hängt von Neuer ab. Dessen lange Abwesenheit seit dem 74. Einsatz für Deutschland am 11. Oktober 2016 beim 2:0 gegen Nordirland hatte der inzwischen 26-jährige ter Stegen aktiv für sich nutzen können. Neun Siege, drei Unentschieden, sechs Gegentore lautete seine ausgezeichnete Bilanz in zwölf Länderspielen. Die erfolgreiche WM-Qualifikation mit zehn Siegen in zehn Spielen verantwortete auf der Torwartposition hauptsächlich ter Stegen.

Noch im März, beim 1:1 im hochkarätigen Test gegen Spanien, wies ter Stegen in Düsseldorf seine WM-Reife nach. Löw rühmte den ehemaligen Gladbacher, der beim FC Barcelona in die Weltklasse aufgestiegen ist. "Beim Confed Cup hat er eine überragende Rolle gespielt. Er spielt hervorragend mit, ist sehr ruhig, gelassen und fokussiert. Er hat noch mal einen Reifeprozess durchgemacht", sagte der Bundestrainer.

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