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Biathlon
26.11.2020

Biathlon im Corona-Winter: Wer schließt Laura Dahlmeiers Lücke?

Die deutschen Biathletinnen kommen aus einer erfolgreichen Saison. Dennoch sind die Fußstapfen von Laura Dahlmeier groß.
Foto: Hendrik Schmid, dpa

Die Saison startet in Finnland unter strengen Hygieneauflagen. Nach dem Karriereende von Laura Dahlmeier suchen die Biathletinnen noch immer nach Stabilität.

Die Biathlon-Saison, sie wird in diesem Winter eine andere sein. Eine ruhige. Wegen der Corona-Krise bleibt der Lärm, das laute Pfeifen der tausenden Zuschauer am Schießstand in diesem Winter aus. Im deutschen Frauenteam ist es auch der zweite Winter ohne Laura Dahlmeier. Die 27-Jährige, die im Mai 2019 ihren Rücktritt erklärt hatte, hinterlässt noch immer eine Lücke im Biathlon.

Dahlmeier, die über mehrere Jahre hinweg klar die Gesamtweltrangliste dominiert hatte, wollte nicht mehr. Kein Druck, keine Medaillenjagden mehr – wonach noch streben, wenn doch schon alles erreicht ist? Die 27-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen, nie um einen kessen Spruch verlegen, hat sich inzwischen neu sortiert. Extrembergläufe, Klettertouren, Alpenüberquerungen. Der Spaß an der Bewegung spielt für die ehemalige Biathletin nun die wichtigste Rolle. Dahlmeier war jahrelang das Gesicht ihrer Sportart. Ihre Mannschaftskolleginnen standen meist im Schatten.

Gleich zum Auftakt der Spiele im südkoreanischen Pyeongchang setzt sich Laura Dahlmeier gegen starke Konkurrentinnen durch. Im Sprint über 7,5 Kilometer sichert sie sich ohne Schießfehler die Goldmedaille.
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Laura Dahlmeiers Biathlon-Karriere in Bildern
Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Denise Herrmann ist das neue Aushängeschild im deutschen Biathlon

In Dahlmeiers Fußstapfen ist nun Denise Herrmann getreten. Erst vor vier Jahren wechselte die 31-Jährige vom Langlauf zum Biathlon und ist derzeit die beste Deutsche auf Rang drei in der Weltcupgesamtwertung. In der vergangenen Saison lief sie zu drei Weltcupsiegen, gewann die kleine Kristallkugel im Sprint und holte gemeinsam mit Karoline Horchler, Vanessa Hinz und Franziska Preuß WM-Silber.

Das war im März, noch vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Die aktuelle Saison wird anders ablaufen – neben regelmäßigen Tests haben die Athleten auch weniger Reiseaufwand. Acht von zehn Weltcups finden an vier Orten statt. Zwei Weltcups werden im Januar direkt hintereinander im thüringischen Oberhof ausgetragen, die Wettbewerbe in Ruhpolding im Chiemgau sind alle gestrichen.

Die strengen Hygienemaßnahmen hätten ihre Vorbereitungen bisher aber nur wenig beeinflusst, versicherte Franziska Preuß wenige Tage vor Saisonbeginn. Die Athleten sind froh, überhaupt Weltcups austragen zu können. Die 26-Jährige sieht den Wettbewerben am Wochenende im finnischen Kontiolahti optimistisch entgegen. „Wir konnten trotz der Corona-Pandemie ohne große Ausnahmen trainieren. Es gibt keinen Grund für Ausreden.“ Wenngleich die Vergleiche mit anderen Nationen fehlen, weil die Sommer-WM in Ruhpolding im August abgesagt werden musste.

Laura Dahlmeier spricht Ende 2019 im Interview mit AZ-Sportredakteur Milan Sako über ihr Karriereende.
Video: AZ

Franziska Preuß war schon immer sehr anfällig für Infekte

Das Messen mit der internationalen Spitze war für Franziska Preuß jedoch schon vor Corona eine Wackelpartie. Sie, die als einzige deutsche Biathletin hinter Denise Herrmann zur Weltklasse zählt, wird durch Infekte regelmäßig ausgebremst. Regelmäßig musste sie pausieren. Ihre aktuelle Form lässt zumindest hoffen: gute Erfolge bei den deutschen Meisterschaften im September und Platz 6 im Gesamtweltcup, zweitbeste Deutsche. Und auch ihre Teamkollegin, Vize-Weltmeisterin Vanessa Hinz, ist stark in der Loipe. Allerdings sucht sie nach einem Bänderriss im Knöchel noch nach Stabilität.

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