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Biathlon
11.02.2019

„Oh Gott, ist überhaupt noch alles dran?“

Laura Dahlmeier

Erst siegt die deutsche Frauenstaffel, dann wird es zu kalt in Kanada

Die klirrende Kälte in Canmore war selbst für Laura Dahlmeier zu extrem. Eigentlich nutzt die Biathlon-Olympiasiegerin jede freie Minute zum Bergsteigen, Langlaufen oder für Skitouren, doch bei Höchsttemperaturen von minus 20 Grad wirkte Training im warmen Kraftraum nicht nur für die 25-Jährige verlockender. „Wenn dir eine Böe durch die Knochen fährt, dann ist es richtig, richtig kalt“, sagte Dahlmeier nach dem ersten Staffelsieg der deutschen Frauen seit mehr als einem Jahr und sprach von „grenzwertigen Bedingungen“.

Teamkollegin Vanessa Hinz ergänzte: „Ich bin ins Ziel gekommen und habe mich gefragt: Oh Gott, ist überhaupt noch alles dran?“ Nach dem Staffel-Triumph war in Kanada am Samstag und Sonntag an Wettkämpfe nicht mehr zu denken. Die Temperatur sank tagsüber auf unter minus 25 Grad, die zum Abschluss geplanten Sprints der Männer und Frauen mussten abgesagt werden, da keine Besserung in Sicht war. Bei unter minus 20 Grad sind Wettkämpfe laut Regelwerk verboten. Nachts hatte es in den Tagen sogar schon 37 Grad unter Null gegeben.

Für Dahlmeier waren es alles andere als optimale Bedingungen für ihre persönliche Generalprobe für die WM in vier Wochen in Schweden (7. bis 17. März). Denn diese fiel aus, weitere Wettkämpfe sind vor der Reise nach Skandinavien für Deutschlands beste Skijägerin nicht mehr geplant. Im Gegensatz zu ihren Teamkolleginnen reist die siebenmalige Weltmeisterin zurück nach Deutschland und verzichtet auf den Weltcup kommende Woche in Soldier Hollow/USA. Ein Trainingsblock steht an, um beim Highlight in Östersund in Topform zu sein.

Nach körperlichen Rückschlägen musste Dahlmeier bereits acht Rennen in diesem Winter auslassen, Ende Januar feierte sie im Massenstart von Antholz ihren ersten Saisonsieg. In Kanada konnte sie als Schlussläuferin erstmals seit Januar 2018 auch wieder mit der Staffel jubeln, obwohl es einmal in die Strafrunde ging. (dpa)

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