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Fußball

30.03.2020

Bricht der Verband die Saison in den Amateur-Ligen vorzeitig ab?

Ein gewohntes Bild dieser Tage. Um die Infektion mit dem Coronavirus einzudämmen und die Verbreitung zu verlangsamen, haben Sportvereine den Spielbetrieb eingestellt.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Nicht nur Profis werden wegen des Coronavirus zu einer Zwangspause gezwungen. Einige Vertreter der Amateurvereine haben sich bereits für ein Szenario ausgesprochen.

Das Coronavirus hat auch den Amateur- und Jugendfußball fest im Griff. Nicht etwa, weil die Kicker massenhaft infiziert sind, sondern weil die Vorsichtsmaßnahmen schlichtweg keinen Mannschaftssport mehr zulassen. Eigentlich sollte jetzt in allen Spielklassen der Ball rollen, die Saison in die entscheidende Phase einbiegen. Stattdessen sind die Fußballer dabei, sich durch individuelle Laufeinheiten oder andere Trainingsformen für den „Tag X“ fitzuhalten. Doch wann ist dieser Tag?

Der Bayerischen Fußball-Verband (BFV), der den Spielbetrieb von der Regionalliga Bayern abwärts bis zu den kleinsten Balltretern organisiert, gibt darauf keine Antworten. Schlichtweg, weil es niemand weiß. Oder wissen kann. Bis Ostern sind ohnehin alle Spiele abgesetzt, eine Verlängerung der Zwangspause gilt als sehr wahrscheinlich. Punktspiele sollen aber erst mit 14 Tagen Vorlaufzeit wieder stattfinden.

Allen läuft die Zeit davon

Das Problem dabei ist, dass allen die Zeit davonrennt, um die Saison 2019/20 ordnungsgemäß zu beenden. Natürlich werden innerhalb des Verbands die Szenarien durchgespielt, verbindliche Aussagen kann aktuell jedoch niemand dazu abgeben. Wie aber könnte es weitergehen?

Bricht der Verband die Saison in den Amateur-Ligen vorzeitig ab?

Der Idealfall wäre, wenn im Mai der Ball wieder über die Rasenfelder rollen darf. Dafür würde der Verband das Saisonende (aktuell Ende Mai) zeitlich nach hinten und notfalls über den 30. Juni hinaus verschieben. Nach einer kurzen Saisonpause würde dann die Spielzeit 2020/21 im Spätsommer beginnen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist allerdings gering.

Die zweite, aktuell wesentlich wahrscheinlichere Variante ist ein Abbruch der laufenden Runde. Dann ist jedoch offen, ob die ausgetragenen Spiele in irgendeiner Weise gewertet oder alles zurück auf null gesetzt wird. Der BFV macht sich derzeit ein Stimmungsbild und will die Meinung der Vereinsvertreter in die Entscheidungsfindung einfließen lassen.

Präsident Rainer Koch verwies in Videokonferenzen mit den hochklassigen Amateurklubs auf zwei unterschiedliche Szenarien in anderen Ländern. Während in Belgien der aktuelle Tabellenstand gewertet wird, wurden in England alle Ergebnisse der Amateurligen gestrichen. In Bayern wird intern für den Fall der Fälle eine Mischform leicht favorisiert. In den Kreisen (Kreisliga abwärts) würde demnach beim Neustart alles mit der aktuellen Ligenbesetzung weitergehen, es gäbe weder Auf- noch Absteiger. Von der Bezirksliga aufwärts sollten zumindest die Tabellenführer nicht leer ausgehen und aufsteigen dürfen. Diese Variante wird bereits von mehreren Vereinsvertretern befürwortet. In den nächsten Tagen sollen nun die Spielgruppenleiter quer durch alle Ligen mit den Klubfunktionären Kontakt aufnehmen und alternative Ideen mit aufnehmen.

Höherklassigen Amateurklubs fehlen Einnahmen

Doch selbst diese Überlegungen könnten hinfällig sein, wenn bis weit in den Herbst hinein überhaupt nicht gespielt werden darf. Dann läuft auch für die Saison 2021/22 die Zeit davon. Entsprechend könnte doch wieder die aktuelle Tabelle eine Rolle spielen – und zwar in der Form, dass erst im März 2021 die noch nicht abgeschlossene aktuelle Saison zu Ende gespielt wird.

Dass gerade die höherklassigen Amateurklubs wegen fehlender Einnahmen an den Spieltagen und im Sponsoring in eine finanzielle Schieflage geraten, ist beim Verband durchaus ein Thema. Direkte Zuwendungen seitens der Dachorganisation an die Klubs sind zwar aus rechtlichen Gründen nicht möglich, doch der BFV könnte beispielsweise an der Abgaben-Schraube drehen. Ob er tatsächlich zu diesem Mittel greift? Auch dem Verband brechen derzeit die Einnahmen weg.

Lesen Sie auch einen Kommentar: Fußball: Corona bringt Amateur-Klubs in Gefahr

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