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Bundesliga
17.10.2016

Ist RB Leipzig schon titelreif?

Leipzigs Emil Forsberg bejubelt seinen Treffer zum 1:0 gegen den VfL Wolfsburg und damit den Sprung auf Tabellenplatz 3.
Foto: Peter Steffen (dpa)

Die Bayern schwächeln, ebenso die anderen sogenannten Topclubs. Und plötzlich jagt neben Köln Aufsteiger Leipzig den Rekordmeister. Ein Bild, an das wir uns gewöhnen müssen?

Gleich mal vorweg: Es gibt keinen Grund, bei der Überschrift gleich zusammenzuzucken. Der FC Bayern München wird sich auch in dieser Saison zum Titel dominieren. Wer was anderes glaubt, sollte sich nochmal ansehen, welche Spieler da jeden Spieltag in Rot auf dem Platz stehen. Die Weltmeister-Elf ist zur Hälfte bayerisch. Hallo?

Dass die dröflte Münchner Meisterschaft vielen Fußballfans immer noch lieber ist, als ein Triumph des energydrink-getriebenen Kunstprodukts aus Leipzig, ist dann doch bemerkenswert. Der Hass auf RB scheint die meisten Fans in Deutschland noch mehr zu einen, als die Verachtung des als arrogant verschrieenen Dauermeisters aus München. Das hätte vor ein paar Jahren auch noch keiner gedacht.

Man mag über das Konstrukt Leipzig denken, was man, will: Sportlich betrachtet steht der Aufsteiger zurecht oben. Er liefert gute Spiele ab und ist noch ungeschlagen. Gegen den Konkurrenten um einen Champions-League-Platz aus Dortmund gab es sogar einen Sieg, ebenso gegen Hamburg, Wolfsburg und Augsburg. Gegen Gladbach (die gerne oben wären) und Köln (die überraschenderweise oben sind) hieß es am Ende unentschieden, genauso gegen Hoffenheim. Und das ist kein Zufall.

RB Leipzig ging früh in Führung, der FC Augsburg lieferte in Gestalt von Dong-Won Ji die prompte Antwort. Doch dann kam Yussuf Poulsen.
9 Bilder
Die Niederlage in Bildern: So schlug sich der FCA in Leipzig
Foto: Hendrik Schmidt, dpa

RB Leipzig will ganz oben mitspielen

RB ist mit dem Anspruch, oben mitzuspielen, gegründet worden. Viele Geld wurde in nachhaltige Arbeit investiert, das zahlt sich nun aus. Leipzig hat den jüngsten Kader der Liga, die Spieler sind sorgfältig ausgewählt. Und sie sind hungrig. Sie funktionieren als Team, während Köln sich derzeit vor allem auf Torjäger Modeste verlassen kann. Dass das Team aus der Domstadt bis zum Schluss oben bleibt, ist eher unwahrscheinlich.

Auch wie lange Leipzig oben steht, weiß keiner. Vielleicht stellen sich die Gegner bald auf das Überraschungsteam der Saison ein. Vielleicht verletzen sich wichtige Stützen der Mannschaft, deren Ausfall, wie beim FCA, nicht so leicht zu kompensieren ist. Vielleicht hält die junge Mannschaft irgendwann dem Druck nicht mehr stand.

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Eines ist klar: Solange selbsternannte Bayernjäger wahlweise über das harte Einsteigen ihrer Gegner jammern (Dortmund), einfach das Tor nicht treffen (Gladbach), gegen unterklassige Teams Punkte liegen lassen (Leverkusen) oder einfach noch nicht mit ihrem neuen Trainer zusammengefunden haben (Schalke), steht Leipzig zurecht da oben.

Aktion gegen Georg Teigl war daneben

Dass viele sich daran stören, ist zwar nachvollziehbar. RB Leipzig hat etwa so viel mit Tradition zu tun, wie der FC Augsburg mit der Meisterschaft. Aber man kann auch einfach mal anerkennen, wenn jemand gute Arbeit leistet. Und eine Ausrede, sich daneben zu benehmen, wie es einige FCA-Fans es gegenüber Georg Teigl taten, ist es ohnehin nicht.

Mannschaft gegen Fans: FCA-Spieler stellen sich vor Teigl 

Wenn Leipzig so weitermacht, könnte die Liga in einigen Jahren ja tatsächlich mal wieder spannend werden. "Make the Bundesliga great again" quasi. Und ganz ehrlich: Wie fein wäre das, wenn der Kampf um die Meisterschaft mal wieder spannend wäre?

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