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Vereine im Check

18.01.2019

Bundesliga-Prognose: FC Bayern nimmt die Jagd auf den Titel auf

Auf der Fährte des Tabellenführers: Der FC Bayern hat die Verfolgung von Ligaprimus Borussia Dortmund aufgenommen. Darf auch dieser Vierbeiner im Sommer wieder feiern?
Bild: Lennart Preis, Witters

Am Freitag startet der FC Bayern gegen Hoffenheim in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga. Schaffen die Münchner den Coup und passen Tabellenführer Dortmund ab?

Borussia Dortmund Einen Ergänzungsspieler für 64 Millionen Euro zu verkaufen, ist bislang den wenigsten Vereinen gelungen. Der FC Chelsea aber kaufte der Borussia in der Winterpause Christian Pulisic für jene Summe ab. Bis zum Ende der Saison darf der US-Amerikaner sogar noch für die Borussia kicken. Sensations-Deal. Überhaupt: Sensations-Vorrunde. Sensations-Trainer. Sensations-Alcácer. Sensations-Alles. Kaum etwas spricht gegen eine Meisterfeier am Borsigplatz. Abgesehen von den Fasern und Sehnen des Marco Reus – aber selbst die scheinen unbeschadet durch die Saison zu kommen.

Prognose Es kommt zur Sensations-Party.

Die spektakulärste Personalie präsentierte bislang der BVB mit dem Verkauf von Christian Pulisic an den FC Chelsea.
Bild: Virginie Lefour, Belga/dpa

FC Bayern Einige willkürlich ausgewählte Naturgesetze: Die Bahn kommt zu spät, das Marmeladenbrot fällt immer auf die beschmierte Seite und der FC Bayern ist am Ende einer Bundesligasaison Meister. Letztgenannte Regel droht sich aber aus diesem Kanon zu verabschieden. Derzeit sind es zwar „nur“ sechs Punkte Rückstand auf den BVB, und der FC Bayern hat an seiner Rolle als Jäger Gefallen gefunden. Vieles wird aber davon abhängen, wie fit Kovacs durch Goldsteaks gestärkte Seniorentruppe ist, und wie sie sich in der Champions League gegen Liverpool schlägt. Setzt es dort eine Klatsche, kommt schnell wieder Unruhe rein. Heute starten die Bayern erst mal gegen Hoffenheim (20.30 Uhr/ZDF).

Prognose Erstmals seit sechs Jahren reicht es nur für den zweiten Platz.

Will den Druck auf den BVB erhöhen: Bayern-Coach Niko Kovac.
Bild: Christophe Gateau, dpa

Borussia Mönchengladbach Dass Dieter Hecking den kreativsten Fußball der Liga spielen lässt, war nicht zwingend zu erwarten. Horst Tappert spielte ja auch nie in Arthouse-Filmen mit. Sogar mit allerlei Verletzungspech gingen die Gladbacher gelassen um. Mit der Verpflichtung Pléas hatte Max Eberl zudem mal wieder bewiesen, einer der gewiefteren Manager der Liga zu sein. Nun aber: Dunkle Wolken ziehen über der Fohlen-Koppel auf. Thorgan Hazard mag möglicherweise ins Dortmunder Gestüt umziehen.

Prognose Wenn Hazard in der Champions League spielen will, muss er nach Dortmund. Euro League gibt es auch in Gladbach.

Thorgan Hazards Vertrag bei den Gladbachern endet 2020.
Bild: Marius Becker, dpa

RB Leipzig Bester Kader aller Zeiten. Endlich wieder einen Trainer mit Format. Ralf Rangnick hat viel richtig gemacht. Wahrscheinlich sogar alles. Glaubt Rangnick. Dass es nicht für Platz eins reicht, ist einzig und allein der Unbill des Schicksals geschuldet. Entschlossen wie wilde Stiere gehen sie dagegen vor, lassen anderen Mannschaften in der Europa League den Vorzug, auf dass die Kräfte für die Bundesliga genügen.

Prognose Wild und entschlossen geht es auf Platz drei.

Leipzigs Trainer Ralf Rangnick glaubt, dass seine Spieler noch genug Kräftereserven haben.
Bild: Sven Hoppe, dpa

VfL Wolfsburg Marco Reus über einen längeren Zeitraum fit, die Bayern zu Weihnachten noch nicht Meister und der VfL Wolfsburg auf Platz fünf der Tabelle. Fußballgott, du verrückter Kerl. Dass die Wolfsburger dann aber auch noch dank flotter Kombinationen und nicht nur wegen gekonnter Maurerarbeiten so weit vorne stehen, ist dann doch ein wenig zu viel des Guten. Die Überraschung mit dem bisher nicht vom Erfolg verfolgten Bruno Labbadia an der Seitenlinie realisiert zu haben: Nun ist aber auch mal wieder gut.

Prognose Der Fußballgott ist nicht länger zu Scherzen aufgelegt. Runter auf Platz neun.

Lässt seine Zukunft in Wolfsburg offen: VfL-Coach Bruno Labbadia.
Bild: Swen Pförtner, dpa

Eintracht Frankfurt Was für ein Anfänger, dieser Adi Hütter. Europa League, das ist der Cup der Verlierer. Der Zukurzgekommenen. Genau da steigern sich die Hessen dank ihres Trainers rein – statt einfach nonchalant wie die Leipziger die Limassols der Welt unter sich kicken zu lassen. Die Frankfurter Fans machen daraus das größte Happening seit Woodstock. Bier, Zugreisen, Europa – früher auch bekannt unter dem Namen Interrail. Seltsamerweise bricht die Mannschaft aber in der Liga nicht ein. Wahrscheinlich hat sich in die Multikulti-Truppe schlicht noch nicht herumgesprochen, dass man in Deutschland die Europa League nämlich zu halten hat.

Prognose In der Rückrunde kapieren es die Spieler. Es geht runter auf Platz sieben.

Hat mit Frankfurt die internationalen Plätze im Blick: Eintracht-Coach Adi Hütter.
Bild: Uwe Anspach, dpa

TSG Hoffenheim Mit diesen Traditionsmannschaften scheint Julian Nagelsmann wenig anfangen zu können. Nach der Saison geht es von der TSG zu RB Leipzig. Der 31-Jährige steht auch diesmal vor einer starken Rückrunde – nicht zuletzt deshalb, weil sich sein Team in der Hinrunde von sämtlicher lästiger Zusatzbelastung wie Champions League oder Pokal befreit hat.

Prognose Auch diesmal wird es wieder die Königsklasse, Platz vier.

Wird Hoffenheim im Sommer in Richtung Leipzig verlassen: Trainer Julian Nagelsmann.
Bild: Uwe Anspach, dpa

Hertha BSC Von wegen „Alte Dame“: Hertha BSC ist in der Bundesliga die zweitjüngste Mannschaft (24,5 Jahre im Schnitt) hinter den Berufsjugendlichen aus Leipzig (23,6 Jahre). Die Verjüngung des Teams zahlt sich bislang sportlich aus, auch der Fußball ist auf einmal ansehnlich. Allerdings hatte man in Berlin in den vergangenen Jahren stets mit dem Durchhaltevermögen zu kämpfen. Das Reizwort heißt Rückrundenschwäche. In ihren jüngsten zehn Bundesliga-Spielzeiten haben die Berliner sich nur zweimal nach der Winterpause gesteigert. Die jungen Berliner können jetzt zeigen, dass ihnen die Luft nicht ausgeht.

Prognose Bis nach Europa reicht es (noch) nicht.

Hertha-Trainer Pal Dardai ist mit der Hinrunde zufrieden.
Bild: Jörg Carstensen, dpa

Bayer Leverkusen Dass man in Leverkusen Angst vor unpopulären Maßnahmen hat, können sich die Bayer-Bosse nicht vorwerfen lassen. Kurz vor Weihnachten setzte man Heiko Herrlich vor die Tür, weil er in den letzten beiden Spielen nur zwei Siege geholt hatte und ersetzte ihn durch Peter Bosz. Der Holländer hatte zuvor in Dortmund einen starken Start und einen desaströsen Abstieg hingelegt. Nun will er mit dem gleichen System wie in Dortmund in Leverkusen antreten. Eine gewagte Mischung also. Allerdings auch eine, die klappen könnte. Bosz trifft beim Werksklub auf eine ebenso junge wie talentierte Mannschaft. Bei Ajax Amsterdam, wo er zuvor wirkte, war das auch so.

Prognose Leverkusen macht mit Bosz einen Sprung nach vorne, auch in der Tabelle. Platz sechs.

Neu auf der Leverkusener Trainerbank: Bayer-Coach Peter Bosz.
Bild: Marius Becker, dpa

Werder Bremen Wenn sämtliche Gewissheiten verloren scheinen, lohnt immer ein Blick nach Bremen. Gewässer und ihre kontemplative Wirkung. Wo die Weser fließt, ist Aufregung fern. So stürmen die Werderaner mal mutig in Richtung Tabellenspitze, um wenig später in untere Gefilde gespült zu werden. Keine Euphorie, keine Panik. Normale Wellenbewegungen. Ausgelöst durch eine fantasievolle Offensive und ein ebensolches Verhalten in der Defensive. Immer wieder unterhaltsam.

Prognose Der Tidenhub bleibt extrem. Ankunft im Mittelfeld.

Bremens Trainer Florian Kohfeldt (links) im Gespräch mit Max Kruse.
Bild:  Carmen Jaspersen, dpa

SC Freiburg Klammheimlich haben die Breisgauer in der Winterpause einen für ihre Verhältnisse dicken Fisch auf dem Transfermarkt an Land gezogen: Vincenzo Grifo. Die Leihgabe aus Hoffenheim darf sich seit November italienischer Nationalspieler nennen. In Freiburg hatte der 25-Jährige seine bislang beste Zeit: Vor zwei Jahren sammelte der Standard-Spezialist elf Vorlagen und sechs Tore für die Breisgauer. Jetzt ist Grifo wieder bei seinem Wohlfühlverein, und die Standards waren in der Hinrunde eine Schwäche des Streich-Teams.

Prognose Freiburg steht vor einer entspannten Rückrunde.

Wechselt auf Leihbasis nach Freiburg: Hoffenheims Vincenzo Grifo.
Bild: Uwe Anspach, dpa

FSV Mainz Seltsam, dieser Fußball. Da spielen die Mainzer den ansehnlichsten Fußball seit Jahren und am Ende der Hinrunde steht ein Torverhältnis von 17:22, das Magerkost vermuten lässt. Immerhin wurde der Klub mit einer Platzierung fernab der Abstiegsplätze belohnt.

Prognose Dabei bleibt es – auch wenn es etwas nach unten geht.

Mainz-Coach Sandro Schwarz (rechts) mit Aaron.
Bild: Thomas Frey, dpa

FC Schalke Kein anderer Klub ist derart abgestürzt wie der Vizemeister. Fand Trainer Domenico Tedesco den Abstiegskampf zu Beginn noch „irgendwie geil“, dürfte ihm die Lust am Tabellenkeller mittlerweile gründlich vergangen sein. Aktuell steht Königsblau vier Punkte vor den Abstiegsplätzen. In der Winterpause gaben die Knappen mit Naldo dazu noch den besten Spieler der Vorsaison nach Monaco ab. Das erinnert ein wenig an einen, der mit einem Kanister Benzin einen Zimmerbrand löschen will. Immerhin: Mit der Doppelbelastung durch die Champions League ist bald Schluss. Schalke bekam Manchester City zugelost.

Prognose Gegen den Abstieg spielt S04 zwar nicht, aber auch mit einem Platz in der zweiten Hälfte ist die Saison im Eimer.

Schalkes Trainer Domenico Tedesco soll ein erweitertes Team zur Unterstützung erhalten.
Bild: Guido Kirchner, dpa

Fortuna Düsseldorf Mit der wildesten On-Off-Beziehung seit Pamela Anderson und Tommy Lee machten die Fortuna-Führung und Trainer Friedhelm Funkel im Winter von sich reden: Zuerst sah alles nach einer Verlängerung des auslaufenden Vertrags von Funkel aus. Dann verkündete der Coach unter Tränen das Scheitern der Gespräche und seinen Abschied im Sommer. Schließlich die große Wende: Alles wieder gut, die Funkel macht wohl weiter. Bis zum nächsten Krach. Großes Kino made in Düsseldorf.

Prognose So viel Drama muss belohnt werden. Die Fortuna rettet sich über die Relegation.

Schaut dem Rückrundenstart optimistisch entgegen: Fortuna-Coach Friedhelm Funkel.
Bild: Marcel Kusch, dpa

FC Augsburg Die Hinrunde des FCA erinnerte an die eines Kometen: spektakulärer Aufstieg, schnelles Verglühen, harter Absturz. Dazu kamen die Dauerquerelen um die quietschfidele Skandalnudel Caiuby, die mal wieder das Trainingslager verpasste. Sorgen machte zuletzt vor allem die Defensive, vor allem zum Schluss des Spiels hin ging der Mannschaft stets die Luft aus. Dazu wird in Augsburg das Torwart-Roulette angeworfen: Bleibt Andreas Luthe im Tor? Spielt der neue Keeper Gregor Kobel? Oder am Ende doch wieder Fabian Giefer?

Prognose Nur wenn der FCA seine Defensiv- und Disziplinprobleme in den Griff bekommt, spielt er weiter in der Bundesliga. Das gelingt knapp mit Platz 14 .

Der Augsburger Caiuby hat in diesem Winter noch nicht mit der Mannschaft trainiert.
Bild: Stefan Puchner, dpa

VfB Stuttgart Dezenter Unterschied zwischen dem VfB und Hannover 96: Geld. Weil es ja doch an der ein oder anderen Stelle leicht gehakt hat in der Vorrunde, verpflichteten die Schwaben Steven Zuber von der TSG Hoffenheim und schließlich noch für zwölf Millionen Euro Abwehrtalent Ozan Kabak aus Istanbul. Damit lässt sich arbeiten. Die Hannoveraner dagegen? Siehe unten.

Prognose Der Klassenerhalt lässt sich nicht durch Geld allein bewerkstelligen – aber es hilft schon ungemein. Der VfB bleibt Erstligist.

Tauscht das Galatasaray- gegen das VfB-Trikot: Ozan Kabak.
Bild: Tolga Adanali/Depo Photos via ZUMA Wire (dpa)

Hannover 96 Dass der Mannschaft das Format für die 1. Liga abgeht, war 17 Spiele lang zu beobachten. Wenig überraschend kam daher die Bitte von Trainer André Breitenreiter zwecks Chancenerhalt auf den Klassenerhalt doch den ein oder anderen qualifizierten Mitarbeiter nach Hannover zu lotsen. Vereinsboss Martin Kind gibt aber den gestrengen Papa. Von wegen Suppe selbst eingebrockt. Schließlich hätten Breitenreiter und Manager Horst Heldt ja die Mannschaft zusammengestellt. Teures Personal wird also wohl nicht verpflichtet.

Prognose Für die 2. Liga ist die Mannschaft stark genug.

Steckt mit Hannover tief im Abstiegskampf: 96-Coach André Breitenreiter.
Bild: Peter Steffen, dpa

1. FC Nürnberg Sagen wir es mal so: Wäre die Bundesliga eine Suppe, hätte der 1. FC Nürnberg nur eine Gabel zur Verfügung, um an etwas Essbares zu kommen. In der Hinrunde klappte anfangs noch ein bisschen was, zum Schluss hin gar nichts mehr. Noch nie holte ein Club-Team in der Hinrunde so wenig Punkte wie Michael Köllners Mannschaft. Nürnberg hat die schlechteste Abwehr, einen nahezu ungefährlichen Sturm.

Prognose Nächstes Jahr spielt Nürnberg wieder oben mit – in der 2. Liga.

Der Nürnberger Trainer Michael Köllner glaubt noch auf den Aufschwung seines Teams.
Bild: Timm Schamberger, dpa
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