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Bundesliga-Serie
06.08.2018

Mit Korkut weiter nach vorne

Mit dem zunächst umstrittenen Trainer feierte der VfB Stuttgart in der Bundesliga Erfolge. Doch das zweite Jahr nach dem Aufstieg gilt als das schwerste

Wie das immer so ist. Das zweite Jahr nach dem (Wieder-)Aufstieg in die Bundesliga ist das schwerste. Das gilt auch für einen Klub wie den VfB Stuttgart.

Was macht ein Rheinländer im Schwabenland?

Diese Frage ist Michael Reschke in Stuttgart anfangs sehr häufig gestellt worden. Im Laufe der Zeit haben sich die Fragen allerdings erledigt, weil der Stuttgarter Sportvorstand einen sehr guten Job macht. Das kann er nur, weil er über sehr gute Kontakte verfügt, die hatte er schon, als er für Bayer Leverkusen und den FC Bayern München „geschafft hat“, wie der Schwabe sagt. „Ich lege mich fest, mit dem Abstieg werden wir nichts zu tun haben“, sagt Reschke, der noch nie um einen Spruch verlegen war.

Warum scheiterte Hannes Wolf in Stuttgart?

Diese Frage beschäftigt die Fans bis heute, und das nicht nur deshalb, weil Hannes Wolf über große Sympathien in der Szene verfügte. Wolf brachte die Mannschaft in die Bundesliga zurück, wurde zum gefeierten Trainer des Jahres. Als ihm die Auszeichnung verliehen wurde, war er seinen Job allerdings schon längst wieder los. Präsident Wolfgang Dietrich sagt, Wolf habe selbst die Reißleine gezogen, weil der Draht zur Mannschaft gerissen war. Andere behaupten, Erfolgsmensch Michael Reschke habe die Reißleine gezogen und in Tayfun Korkut einen Trainer engagiert, den er seit langem kennt. Der Widerstand gegen den bis dahin erfolglosen Korkut war immens. Korkut nahm die Herausforderung an und bestand sie mit Bravour. Eine Garantie für die neue Saison ist das aber nicht.

Wer lenkt das Stuttgarter Spiel?

Das Problem des VfB Stuttgart in der vergangenen Saison war die Zentrale. Beim VfB fehlte ein Denker und Lenker des Spieles. Reschke hat das schnell erkannt und Daniel Didavi aus Wolfsburg zurück nach Stuttgart geholt. Zuvor war ihm das auch schon mit Mario Gomez gelungen. Außerdem verpflichtete Reschke Gonzalo Castro von Borussia Dortmund. Auch den kennt Reschke bestens aus seiner Leverkusener Zeit. Mit diesen beiden Spielern füllt der VfB Stuttgart eine wesentliche Lücke.

Welche Rolle spielt der Präsident?

Eine entscheidende. Auch Wolfgang Dietrich wurde zu Anfang angefeindet, als ehemaliger Sprecher des umstrittenen Bahnprojektes Stuttgart 21 besitzt der Mann nicht eben einen optimalen Ruf. Aber Dietrich setzte sich durch, weil er ein Mann ist, der es gewohnt ist zu entscheiden. Dietrich entschied sich gegen Jan Schindelmeiser und für Michael Reschke, Dietrich entschied sich gegen Hannes Wolf, den er entscheidend förderte, und für Tayfun Korkut. Der 70-Jährige ist ein Mann, der fußballerischen Sachverstand mit unternehmerischer Expertise und Perspektive verbindet. Dietrich ist als Präsident ein Glücksfall für den Verein für Bewegungsspiele.

Welche Perspektive hat die Mannschaft wirklich?

Der VfB Stuttgart ist für die Serie gut aufgestellt. Neben Daniel Didavi und Gonzalo Castro holte Reschke den 20 Jahre alten Angreifer Nicolás González, die Verteidiger Borna Sosa, Pablo Maffeo und Marc-Oliver Kempf und verpflichtete sie langfristig. Weltmeister Ron-Robert Zieler zählt nach wie vor zu den überragenden Torleuten der Bundesliga, die Innenverteidigung vor Zieler ist gut aufgestellt. Die Offensive dürfte mit Didavi über mehr Wucht verfügen als noch in der vergangenen Saison. Prognose der Sportredaktion Die Verstärkungen deuten auf eine erfolgreiche Saison, die den Klub aber vermutlich noch nicht nach Europa bringt.

Zugänge Maffeo (Manchester City/Ablöse 9 Millionen Euro), Kempf (SC Freiburg/ablösefrei), Sosa (Dinamo Zagreb/6 Mio.), Didavi (VfL Wolfsburg/4 Mio.), Castro (B. Dortmund/5 Mio.), Kopacz (B. Dortmund/ablösefrei), González (Argentinos Juniors/8,5 Mio.), Massimo (Arminia Bielefeld/2,5 Mio.)

Abgänge Ginczek (VfL Wolfsburg/14 Mio.), Onguéné (RB Salzburg/2 Mio.), Zimmer (Fort. Düsseldorf/900000), Green (Greuther Fürth/200000), Ailton (Ausleihe SC Braga/100000), Zimmermann (F. Düsseldorf/ablösefrei), Asano (FC Arsenal/Ende Ausleihe), Bruun Larsen (B. Dortmund/Ende Ausleihe), Burnic (B. Dortmund/Ende Ausleihe), Mané (Sporting Lissabon/Ende Ausleihe), Massimo (Ausleihe A. Bielefeld)

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