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Bundesliga-Serie
02.08.2021

Wer ersetzt bei Eintracht Frankfurt Andre da Silva?

Garant für den Frankfurter Höhenflug: Andre da Silva. Der Top-Stürmer spielt zukünftig allerdings für RB Leipzig.
Foto: Hendrik Schmidt, dpa

Frankfurts 28-Tore-Stürmer spielt zukünftig in Leipzig, war aber für den Höhenflug der Eintracht in der vergangenen Bundesligasaison verantwortlich

Den großen Traum vor Augen knickte Eintracht Frankfurt auf der Zielgeraden der vergangenen Saison ein: Die mögliche erstmalige Qualifikation für die Gelddruckmaschine Champions League verspielten die Hessen noch, unter anderem durch ein blamables 3:4 bei Absteiger Schalke. Ein Grund für den Einbruch: Die Unruhe, die durch die Verkündung der Abschiede von Erfolgstrainer Adi Hütter (nach Mönchengladbach) und Sportvorstand Fredi Bobic (Hertha BSC) entstanden war. Am Ende qualifizierte sich die Eintracht als Fünfter immerhin noch direkt für die Gruppenphase der Europa League.

Trainer Hütter weg, Sportvorstand Bobic weg, Torjäger Andre Silva weg: Kann die Eintracht so viel Umbruch auf einmal verkraften?

Zumindest ist der Verein nach dem stabilen Aufwärtstrend der vergangenen Jahre so gefestigt, dass die Schlüsselpositionen in der sportlichen Leitung schlüssig wiederbesetzt werden konnten. Aus Wolfsburg kam Trainer Oliver Glasner mit der Empfehlung, den VW-Club in die Champions League geführt zu haben. Dem Österreicher ist zuzutrauen, die starke Aufbauarbeit seines Landsmanns Hütter nahtlos fortzuführen. Als neuen Sportvorstand holten die Hessen Markus Krösche aus Leipzig, einen gut vernetzten und in der Branche angesehenen Fachmann. Der Kader blieb bis auf den Verlust von Offensiv-Zielspieler Silva weitgehend zusammen und wurde mit interessanten Neuerwerbungen ergänzt.

Kann der neue Coach Oliver Glasner die aufstrebenden Hessen erneut in die internationalen Plätze führen?

Wie stark die Eintracht in dieser Saison tatsächlich ist, scheint vor dem Pflichtspielstart im DFB-Pokal bei Drittligist SV Waldhof Mannheim (Sonntag, 6. August, 15.30 Uhr) schwer einzuschätzen. Die Ungewissheit nach dem Umbruch bleibt. Glasner muss eine neue, verlässliche Achse finden, an der sich die Mannschaft orientieren kann. Nationaltorhüter Kevin Trapp, Abwehrchef Martin Hinteregger, Identifikationsfigur Sebastian Rode, Vorlagen-Experte Filip Kostic, vielleicht sogar die Schweizer EM-Überraschung Steven Zuber - sie müssen die Verantwortung übernehmen. Der Kader ist generell gut genug, um wieder zwischen Platz vier und acht einzuschlagen.

Angreifer Andre Silva schoss 28 Tore - und wechselte nach Leipzig. Wie wollen die Frankfurter das kompensieren?

Auf mehreren Schultern. „André hat 28 Tore gemacht und acht Assists gegeben - da kannst du einem neuen Stürmer nicht die 28 Tore umhängen und sagen: ‚So, die musst du jetzt auch machen.’ Das funktioniert nirgends“, sagte Coach Glasner zu den möglichen Silva-Nachfolgern Rafael Borré (River Plate/Argentinien, ablösefrei) und Jesper Lindström (Bröndby Kopenhagen/7 Millionen Euro Ablöse). Beide Neuzugänge sind allerdings keine klassischen Strafraumstürmer, deshalb wird das Angriffsspiel der Frankfurter generell noch variabler ausgelegt sein. Mehr in der Pflicht als vorher stehen deshalb die offensiven Mittelfeldspieler Kostic, Daichi Kamada und Amin Younes, wenn es um die nötigen Tore geht.

Foto: AZ Grafik

Wie haben der neue Manager Markus Krösche und der Direktor Profifußball Ben Manga sonst eingekauft?

Es sind Transfers mit Fantasie dabei, wie die jungen Fabio Blanco (17, Villareal, Rechtsaußen) und Ali Akman (19, Bursaspor, Mittelstürmer), die aber sicher Zeit brauchen werden, um sich in der Bundesliga zu akklimatisieren. Der solide Außenverteidiger Christopher Lenz (26, Union Berlin) sollte hingegen sofort funktionieren.

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Wo lauern die Risiken, die den Erfolg gefährden könnten?

Niemand weiß, was auf dem Transfermarkt bis zum 31. August noch passieren könnte. Leistungsträger Kostic wird immer wieder mit anderen Vereinen in Verbindung gebracht, zuletzt mit Inter Mailand. Dribbelkönig Younes soll mit seinem Gehalt unzufrieden und einem Wechsel trotz laufenden Vertrags ebenfalls nicht abgeneigt sein. Und der neue Manager Krösche hat seinen Job mit dem klaren Auftrag angetreten, zumindest perspektivisch Transferüberschüsse zu erwirtschaften. Ein weiterer Verlust von fußballerischer Substanz hätte allerdings auch direkten Einfluss auf die sportlichen Möglichkeiten in dieser Saison.

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