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15.03.2009

Bundestrainer Löw forciert Leistungsprinzip

Bundestrainer Löw forciert Leistungsprinzip
Bild: DPA

Auf dem Weg zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika forciert Joachim Löw den Konkurrenzkampf im Tor.

Hamburg (dpa) - Auf dem Weg zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika forciert Joachim Löw den Konkurrenzkampf im Tor, im Angriff muss er dagegen bei den nächsten beiden Prüfungen auf Sturmführer Miroslav Klose verzichten.

Während der Bundestrainer in dieser Woche den Kader für die Länderspiele gegen Liechtenstein (28. März) und in Wales (1. April) formiert, muss der 30 Jahre alte WM-Torschützenkönig unters Messer. Im Ligaspiel gegen den VfL Bochum (3:0) riss beim Angreifer des FC Bayern München eine Sehnenführung im rechten Sprunggelenk. Wie lange Klose ausfällt, wird erst nach der Operation feststehen. "Das ist eine bittere Diagnose. Wir wünschen dem Miro alles Gute und dass er sobald wie möglich wieder fit ist", sagte Löws Nationalcoach-Vorgänger Jürgen Klinsmann.

Nach dem Ausfall von Klose wird Lukas Podolski nicht nur für den FC Bayern immer wichtiger, sondern darf auch bei der DFB-Auswahl umso mehr mit einer Einladung von Löw rechnen. Zuletzt hatte er beim 0:1 gegen Norwegen wegen fehlender Spielpraxis und Fitness-Rückstandes gefehlt.

Bundestrainer Löw forciert Leistungsprinzip

Im Angriff hat der Bundestrainer für die nächsten Spiele einen wichtigen Mann weniger, dafür hat er im Tor Kandidaten genug. Wer im Falle einer Qualifikation in Südafrika zwischen den Pfosten stehen werde, stünde nicht fest. "Wer sich als Nummer eins durchsetzt, ist heute noch nicht zu entscheiden", betonte Löw. "Wir haben kein zeitliches Limit." Den Kandidatenkreis beschränkte er auf vier Keeper: René Adler von Bayer Leverkusen, Hannovers Robert Enke, Bremens Tim Wiese und Schalkes Manuel Neuer.

Doch nicht nur der Konkurrenzkampf im Tor ist groß, die Gültigkeit des Leistungsprinzips betonte Löw noch einmal für alle Rollen. Michael Ballack solle die DFB-Elf 2010 als Kapitän anführen, sagte Löw in einem Interview mit der "Bild am Sonntag": "Aber Voraussetzung bleibt einzig und allein die Leistung." Im Tor beschränkte der Bundestrainer momentan

Nach vier Spielen führt die DFB-Auswahl die Tabelle der Gruppe 4 mit 10 Punkten vor Russland (6 Punkte) an. "Die Ausgangsposition ist gut und wir sind überzeugt, dass wir uns qualifizieren", sagte der Bundestrainer.

15 Monate vor dem Turnier vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2010 ist für den 49-Jährigen klar, dass Chelsea-Profi Ballack bei der Endrunde in gut einem Jahr die Kapitänsbinde tragen wird, wenngleich er seinem seinem Leitwolf keinen Freifahrtsschein ausstellte. "Wenn er fit ist, wird er 2010 als Kapitän mit dabei sein", sagte Löw, der mit einer weiteren Spielzeit des Mittelfeldmanns im Londoner Club rechnet. "Die Tendenz ist wohl so, dass er bleibt."

Im Fall von Torsten Frings, der vor Ballack im vergangenen Jahr mit scharfer öffentlicher Kritik an Löw für Unruhe gesorgt hatte, gab sich Löw zurückhaltender. "Er muss daran arbeiten, dass er wieder in die alte Form kommt", sagte Löw. Bei seiner Rückkehr in die Nationalmannschaft, dem blamablen 0:1 in Düsseldorf vor rund einem Monat, war Frings den Nachweis seiner Klasse schuldig geblieben. Dabei hatte der 32-Jährige im Herbst nach der Versetzung in die Reservistenrolle rebelliert und von "mangelndem Respekt" des Bundestrainers gesprochen hatte.

Löw will derweil auch seinem Trend treu bleiben. "Es werden noch einige junge Spieler nachkommen, auch noch in der kommenden Saison", kündigte er an. "Dann wird man sehen, ob die es auch noch auf den WM- Zug schaffen." Die Mischung zwischen Routine und Jugend sei wichtig. "Aber wir haben schon eine junge Mannschaft, wir sind nicht überaltert".

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