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Champions League
23.03.2017

Keine Königsklasse mehr im Free-TV?

In Deutschland drohen englische Verhältnisse. Es geht um Milliarden

Der Albtraum vieler Fußballfans ist in Großbritannien bereits Realität. Kein Spiel der Champions League läuft im frei empfangbaren Fernsehen. Und vom nächsten Jahr an gibt es nicht einmal mehr eine Zusammenfassung im Free-TV. Dieses Szenario droht nun auch in Deutschland. Die Ausschreibung für die deutschen Medienrechte der Königsklasse von 2018 bis 2021 läuft seit ein paar Wochen. Ob das ZDF oder ein anderer Free-TV-Sender wie RTL im Wettbieten eine Chance hat, ist angesichts des veränderten Marktes und der Uefa-Erwartungen fraglich.

Das ZDF würde den wichtigsten europäischen Klubwettbewerb gerne auch zukünftig zeigen. „Die Uefa weiß, was sie an uns hat, und wir wissen, was wir an der Champions League haben“, sagte ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann. Er warb für seinen Sender: „Wir haben die Champions League redaktionell auf ein neues Niveau gehoben. Durch die Übertragung des ZDF ist die Wahrnehmung der Champions League globaler geworden.“

Als möglicher weiterer Interessent im Free-TV-Bereich gilt nur noch RTL. „Wir schauen uns das an“, sagte RTL-Sprecher Matthias Bolhöfer. Zuletzt hatte der Privatsender mit dem Kauf von Länderspiel-Rechten für Aufsehen gesorgt.

Die Uefa setzt vor allem auf steigende Einnahmen. Darauf lässt zumindest der neue Vertrag für den britischen Markt schließen. „All pay“ nennen Fachleute die Variante, mit der die Uefa in Großbritannien einen Rekord-Vertrag abgeschlossen hat. 1,38 Milliarden Euro zahlt BT Sport nach übereinstimmenden Medienberichten für die drei Spielzeiten von 2018 bis 2021. Das sind rund 30 Prozent mehr als für den noch bis Sommer 2018 laufenden Vertrag. Dieser Kontrakt erlaubte zumindest Zusammenfassungen im Free-TV. Zum zweiten Mal setzte sich das britische Telekommunikations-Unternehmen gegen Sky durch und verdrängte nun auch den frei empfangbaren Sender ITV.

In Deutschland ist Sky beim Wettbieten um die Pay-Rechte der Champions League jahrelang als Sieger hervorgegangen. Doch das könnte sich ändern. Andere Bezahl-Plattformen wie Eurosport und DAZN haben Sky zuletzt attackiert. Eurosport erwarb bei der jüngsten Auktion der Deutschen Fußball Liga (DFL) Bundesliga-Rechte, und der Streamingdienst DAZN schnappte Sky die Premier League weg.

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Während Sky zur Champions-League-Ausschreibung schweigt, kündigte der DAZN-Vorstandsvorsitzende James Rushton an: „Wir werden sehr aggressiv vorgehen.“ Das seit Mitte des vergangenen Jahres in Deutschland aktive Unternehmen hat nach seinen Angaben genug Geld in der Kasse für teure Rechte. (dpa)

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