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DFB-Pokal
12.09.2020

Der TSV 1860 München ist zurück auf der großen Bühne

Gute Laune: Bei 1860 München und Trainer Michael Köllner läuft es derzeit.
Foto: dpa

Beim TSV 1860 München ist die Stimmung so gut wie selten zuvor. Nun kommt mit Eintracht Frankfurt ein prominenter Pokalgegner.

Es soll in Giesing schon wieder Leute geben, die den TSV 1860 München als unschlagbar sehen. Gehört ja auch zum Selbstverständnis des leidgeprüften Löwen-Fans: Entweder ganz oder gar nicht, Himmel oder Hölle. Aktuell scheint beim prominentesten Drittligisten der Republik tatsächlich sehr vieles zu passen. Vereinsidol Sascha Mölders ist neuer Spielführer, Geschäftsführer Günther Gorenzel verkündete in dieser Woche eine Etaterhöhung, am vergangenen Wochenende gelang der Mannschaft von Trainer Michael Köllner der Sieg im Totopokal-Finale gegen Zweitligist Würzburger Kickers und damit die Qualifikation für den DFB-Pokal. Gegner am Samstag um 15.30 Uhr (live auf Sky) ist Bundesligist Eintracht Frankfurt. Es ist der vorläufige Höhepunkt der himmelblauen Wochen.

Die Partie gegen die Hessen ist für den TSV 1860 das erste große Pflichtspiel seit dem Zwangsabstieg in die Regionalliga im Jahr 2017. Nach Ligaspielen gegen Pipinsried, Schalding-Heining oder Seligenporten verströmt alleine schon die Spielansetzung den Duft der großen Bühne. Trainer Michael Köllner will mit seinem Team nicht nur dagegenhalten, sondern mit einem Sieg auch 350.000 Euro Prämie für den Einzug in die 2. Runde des DFB-Pokals einstreichen.

1860-Trainer Köllner will "aus der kalten Hose spielen"

Zwei Vorteile bleiben für die Löwen diesmal jedoch aus: Anders als in vergangenen Jahren haben die Drittligisten nicht den Vorteil, bereits in den Ligabetrieb gestartet zu sein. Oder, wie es 1860-Coach Köllner formuliert: "In all den anderen Jahren hat der Bundesligist immer aus der kalten Hose gespielt, der Drittligist aus der heißen Hose. Jetzt müssen wir als Drittligist auch aus der kalten Hose spielen." Zudem sind wegen Corona keine Zuschauer erlaubt. Realistischerweise dürfte 1860 also nur wenig Chancen auf ein Weiterkommen haben.

Doch wer schert sich auf Giesings Höhen schon um eine realistische Einschätzung? Nicht unbedingt stark wie noch nie, aber doch zumindest geschlossen wie selten zuvor in den vergangenen Jahren präsentierte sich in diesen Tagen die sonst uneins auftretende Führungsmannschaft der Löwen. Freunde dürften das Investorenlager um Hasan Ismaik auf der einen und die Vereinsführung um Präsident Robert Reisinger auf der anderen Seite nicht mehr werden. Mittlerweile scheint aber ein Waffenstillstand getroffen zu sein. Ismaik gratulierte Vize-Präsident Heinz Schmidt kürzlich sogar via Facebook zu dessen 60. Geburtstag. Zwischenzeitlich schien ein Friedensvertrag zwischen Nord- und Südkorea realistischer als das.

Frankfurts Hasebe freut sich auf das Spiel gegen 1860 und ein Wiedersehen mit Daniel Baier

Wirtschaftlich kann 1860 nach der Etaterhöhung aus dem Vollen schöpfen. Der überraschend gute Dauerkartenverkauf mit fast 9000 Jahrestickets sowie das Engagement des Hauptsponsors "Die Bayerische" (Versicherung) sorgen bei Geschäftsführer Gorenzel für ungewohnte Gefühle, wie er sagte: "Das ist für uns ein Riesenschritt, weil wir jetzt Planungssicherheit für die kommenden zwei Jahre haben." Nur ein Wunsch blieb den Löwen zuletzt versagt: Daniel Baier wird nicht zurückkommen. Der umworbene 36-Jährige, der seinen Vertrag beim FC Augsburg aufgelöst hatte, gab diese Woche sein Karriereende bekannt . Eindruck scheint Baier aber dennoch gemacht zu haben.

Als Frankfurts Abwehrchef Makoto Hasebe auf den Pokalgegner angesprochen wurde, lobte er 1860 als "sehr gute Mannschaft" und gab an, sich auf das Wiedersehen mit Daniel Baier zu freuen. Hasebe und Baier spielten einst gemeinsam für Wolfsburg. Dass dieser zu den Sechzigern gewechselt sei, habe er "zumindest gelesen". Wenn 1860 München nun schon mit Spielern Eindruck macht, die nicht mal im Kader stehen, lässt das nur einen Schluss zu: Diese Mannschaft ist nicht mehr aufzuhalten. Ganz realistisch.

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