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Coronavirus-Pandemie

23.03.2020

DOSB bevorzugt Olympia-Verlegung um ein Jahr

Alfons Hörmann ist der Präsident des DOSB.
Bild: Guido Kirchner/dpa

DOSB-Präsident Alfons Hörmann hatte eine eindeutigere Position vom IOC in der Debatte um eine Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio erwartet.

Die Prüfung der Verlegung durch das Internationale Olympische Komitee sei ein "richtiger und in Anbetracht der aktuellen gesundheitlichen Weltlage längst fälliger Schritt" gewesen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Allerdings hätten wir uns jetzt eine klare Aussage dahingehend gewünscht, dass die Spiele definitiv nicht zum geplanten Termin stattfinden können und nun über denkbare Alternativen beraten wird."

Denn die Athleten befänden sich in einer extrem schwierigen Situation, hätten kaum Trainingsmöglichkeiten und große Unklarheit bei der Olympia-Qualifikation. "Auch gegenüber der Öffentlichkeit wäre es ein enorm wertvolles Signal gewesen, den bisherigen Termin aufgrund der aktuellen Lage in der Welt abzusagen", erklärte Hörmann.

"Doch diese wird gerade in Krisenzeiten nur über eine klare Kommunikation und entschiedenes Handeln für alle nachvollziehbar", betonte Hörmann. "Die öffentliche Wahrnehmung des IOC und des gesamten Sports wird nun ganz entscheidend davon geprägt, wie in den nächsten vier Wochen die weiteren Schritte offen kommuniziert und konsequent umgesetzt werden."

DOSB bevorzugt Olympia-Verlegung um ein Jahr

Das IOC hatte eine Vier-Wochen-Frist bis zu einer endgültigen Entscheidung über einen Termin der bisher noch vom 24. Juli bis 9. August vorgesehenen Tokio-Spiele verkündet. In dieser Zeit sollen Szenarien einer Olympia-Austragung beraten werden. Ein Festhalten am geplanten Zeitpunkt wurde nicht ausdrücklich ausgeschlossen; eine Absage komme laut IOC nicht in Frage.

Da nach den Prognosen der Experten wegen der Coronavirus-Pandemie auch ein Termin im Herbst keine sichere Alternative darstellen würde, "präferieren wir eine Verlegung mindestens ins nächste Jahr", sagte Hörmann. "Bei der Suche nach einer Lösung erwartet der DOSB die Beteiligung der Spitzensportorganisationen der Länder. "Das IOC ist gut beraten, für solch zentrale Fragestellungen die Fachverbände und die Nationalen Olympischen Komitees in die Entscheidungsfindung einzubeziehen", sagte Hörmann.

Der Deutsche Behindertensportverband verlangt eine Verschiebung der Paralympics in Tokio. Eine entsprechende Forderung richtete der DBS an das Internationale Paralympische Komitee. "Nach der erneuten Zuspitzung der weltweiten Coronakrise sind wir der Auffassung, dass eine Verlegung der Paralympischen Spiele alternativlos ist. Eine Entscheidung hierzu muss unverzüglich herbeigeführt werden", teilte der DBS mit. Er wandte sich zugleich in einem offenen Brief an die deutschen Athletinnen und Athleten.

Die Spiele sollen eigentlich vom 25. August bis zum 6. September 2020 in Tokio stattfinden. Die Diskussion um eine Austragung wird wie bei den Olympischen Spiele aber immer heftiger. "Wir alle brauchen Planungssicherheit, sowohl unsere Athleten*innen als auch wir als Verband", erklärte der DBS. Durch die ungleichen Trainings- und Gesundheitsbedingungen der Nationen sowie fehlende Dopingkontrollen könne jetzt schon nicht mehr von fairen Wettkämpfen gesprochen werden, sagte DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher. Bis zu einer endgültigen Entscheidung solle jedoch an den Vorbereitungen für die Paralympics festgehalten werden, ergänzte Chef de Mission Karl Quade.

Para-Leichtathlet Niko Kappel erneuerte seine Forderung, die Paralympics nicht in diesem Sommer durchzuführen. "Ich bin für eine Verlegung der Paralympics wie selbstverständlich auch der Olympischen Spiele auf einen klar planbaren Termin, am besten ins Jahr 2021", sagte Kappel in der Mitteilung. "Wir Sportler leiden darunter, dass Trainingszentren geschlossen wurden, dass Qualifikationen ausfallen. Die Unsicherheit ist riesig. Das IPC sollte dies jetzt erkennen." (dpa)

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