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Wintersport

14.02.2020

Das IOC widerspricht der Kritik von Felix Neureuther

Thomas Bach ist der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).
Bild: Laurent Gillieron/KEYSTONE, dpa

Exklusiv Im Live-Interview mit unserer Redaktion hatte Skistar Felix Neureuther den IOC-Chef Thomas Bach hart kritisiert. Nun kontert der Verband.

Ex-Skistar Felix Neureuther ist dafür bekannt, eine klare Meinung zu vertreten. Auch in unserer Veranstaltungsreihe "Augsburger Allgemeine Live" belegte dies der 35-Jährige und ging mit dem Internationalen Olympischen Komitee hart ins Gericht. Dabei kritisierte er auch IOC-Präsident Thomas Bach: "Ich dachte anfangs: Mit ihm wird es besser, aber es ist alles schlimmer geworden. Es wird alles immer nur größer, mit noch mehr Geld."

Mit dem Sport werde Schindluder getrieben. "Das Ergebnis sieht man überall, wo sich die Menschen gegen Olympische Spiele aussprechen. Die olympische Bewegung ist so einzigartig, so fantastisch, aber sie ist missbraucht worden. Es werden Milliarden Euro in die Hand genommen, um Großereignisse aus dem Boden zu stampfen. Da wird Natur zerstört, werden Menschen enteignet, werden Menschenrechte mit Füßen getreten. Es kann nicht sein, dass Olympische Spiele bald nur noch in totalitären Staaten stattfinden können."

Thomas Bach steht im Zentrum der Kritik Neureuthers

Im Zentrum von Neureuthers Kritik stand der aus Deutschland stammende IOC-Präsident. "Glauben Sie, dass einmal ein Thomas Bach mit mir geredet hätte? Hat man alles versucht, keine Chance", sagte Neureuther. Während des Interviews, das am Dienstagabend im Kleinen Goldenen Saal in Augsburg stattfand, verriet er auch einen Plan, den er gegen Ende seiner Karriere hatte.

Das IOC widerspricht der Kritik von Felix Neureuther

Bei Olympia 2018 in Südkorea habe er unbedingt eine Medaille gewinnen wollen – um sie dann von Bach nicht entgegenzunehmen. "Ich wollte zeigen, dass es so nicht weitergeht. Heutzutage hast du das Gefühl, dass es nur noch darum geht, dass das IOC möglichst viel Geld verdient. Ich wollte ein Zeichen setzen und diesem Verein zeigen: So geht’s nicht weiter." Bekanntermaßen kam es nicht dazu: Wenige Monate vor dem Olympia-Start riss sich Neureuther das Kreuzband und fiel aus.

Eineinhalb Stunden stellte sich Felix Neureuther den Fragen von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz (Mitte) und Sportredakteur Andreas Kornes.

Beim IOC wurden die kritischen Worte Neureuthers registriert. Christian Klaue, Direktor Strategische Kommunikation beim IOC, teilte unserer Zeitung mit, dass es "keine Gesprächsanfrage von Felix Neureuther beim IOC gab und gibt". Und fügte an: "Die Türen des IOC sind grundsätzlich immer offen."

Auch die Aussage Neureuthers, er habe Sorge, dass Olympische Spiele bald nur noch in totalitären Staaten stattfinden könnten, sei nicht richtig. Klaue wies darauf hin, dass die nächsten Gastgeber Olympischer Sommer- und Winterspiele Japan (2020, China (2022), Frankreich (2024), Italien (2026) und die USA (2028) seien.

Hören Sie sich hier das ganze Gespräch im Podcast an

Diese Verletzung brachte damals nicht nur den Traum von Olympia zum Platzen - auch eine öffentlichkeitswirksame Aktion gegen das IOC fiel damit flach. Eine eigene Karriere als Sportfunktionär schloss der 35-Jährige, der mittlerweile seine eigene Karriere beendet hat und vor kurzem zum zweiten Mal Vater geworden ist, aber aus: "Ich werde niemals Funktionär werden, weil ich ein zu kritisches Denken habe. Die schauen ja, dass es nur Ja-Sager um sie herum gibt."

Felix Neureuther war ein Top-Wintersportler - und für viele Fans auch neben der Piste ein Idol. Bei der Veranstaltungsreihe "Augsburger Allgemeine Live" sprach er mit Chefredakteur Gregor Peter Schmitz und Sportredakteur Andreas Kornes im Kleinen Goldenen Saal in Augsburg über Erfolg, sportliche Enttäuschungen und seinen großen Ärger über Funktionäre.
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15.02.2020

Und China ist kein totalitärer Staat?? Mir neu..

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15.02.2020

Und z.B. Deutschland? Merken Sie nicht wie Tag für Tag die Freiheit des Einzelnen immer mehr eingeschränkt wird?
Vergleichen Sie mal nur die Anzahl der Gesetze vor 20 Jahren mit der heutigen Menge. Denken Sie mal an den gläsernen Bürger ....

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15.02.2020

Mit Aussagen an den Fakten vorbei, macht sich Rosi's Sohn zum Dampfplauderer.
Offenbar geht es um die Selbstvermarktung, d. h. egal wie, Hauptsache im Gespräch bleiben. Und da halten so einige im Medienbereich gerne die Steigbügel.
Neureuther hilft damit wenig, die Kritik an dem zutiefst korrupten Spitzensport, dessen einzige Maxime der Profit ist, zu unterstützen.

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15.02.2020

Bei der einen Aussage steht die eine gegen die andere. Bei der anderen geht es um eine Prognose, die nicht völlig von der Hand zu weisen ist. Wie unsympathisch muss Ihnen Felix Neureuther sein, dass Sie ihn so angehen? Wer stellt sich denn in Ihren Augen besser und konsequenter gegen den korrupten Spitzensport? Bitte einmal Butter bei die Fische.

Die Neutreuthers haben sich gut selbst vermarktet, das ist durchaus richtig. Aber gemessen an ihren Erfolgen gab es auch nicht so sehr viel zu verdienen und sie kamen immer gut und sympathisch rüber und ihr Sohn ist in diesem Umfeld aufgewachsen und wird es genau so machen. Was genau ist dagegen einzuwenden? Steigbügelhalter für was? Ich verstehe wirklich nicht was Sie eigentlich wollen, außer zum Ausdruck bringen, dass ihnen die Familie auf den Keks geht.

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14.02.2020

Warum hat FN eigentlich nicht früher, zu seiner aktiven Zeit, kritisiert? Nachher ist das immer einfach.

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15.02.2020

Und trotzdem machen es so wenige. Und wenn gern anonym.

Er wollte doch als Aktiver Medaillengewinner ein Zeichen setzen. Glauben Sie ihm das nicht? Und klar, muss man schauen, wo man bleibt, solange man von einem Verband abhängig ist.

Immerhin will er nicht wie Herr Bach zum devoten Abkassierer dieses Verbandes machen, der den olympischen Gedanken schon längst vergessen hat.

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14.02.2020

Allergrößten Respekt vor Felix Neureuther,

ich befürchte jedoch, dass er nicht mehr lange Sportkommentator sein wird, weil die Medien zum größten Teil von der Sport-Mafia abhängig sind.

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