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Ski alpin

13.11.2017

„Das Leben könnte nicht schöner sein“

Felix Neureuther gewinnt den ersten Slalom der Saison und erhält dafür einen tierischen Preis. Eine deutsche Frau schlägt sich zudem überraschend gut in Finnland

Diesen Start in die Olympia-Saison konnte Felix Neureuther erst kaum fassen – dann wurde er bei der kuriosen Siegerehrung in Lappland emotional. Nach seinem Erfolg beim ersten Weltcup des Winters im Slalom von Levi bekam der Ski-Routinier als traditionellen Siegerpreis ein Rentier überreicht, dem er wie alle seine Siegervorgänger einen Namen geben musste. Eigentlich wolle er das Tier Matilda nennen, so wie seine einen Monat alte Tochter. „Aber es ist ein Rentier-Junge“, fand er heraus. „Deswegen nenne ich es Matti, das ist der Spitzname von der kleinen Matilda und das passt auch für einen Jungen.“ Matti allerdings reist nicht mit zu Familie Neureuther, sondern bleibt auf der Rentier-Farm in Finnland.

Mit zwei starken Läufen verwies Neureuther Ex-Seriensieger Henrik Kristoffersen aus Norwegen und den Schweden Mattias Hargin auf die Plätze zwei und drei. „Man musste Vollgas geben, clever Skifahren und Risiken eingehen“, sagte er. Für den Deutschen war es der 13. Erfolg im Weltcup und der erste seit Februar 2016. Neureuther profitierte vom Ausfall des nach dem ersten Lauf führenden Dave Ryding. Dieser war kurz davor, erster britischer Weltcupsieger zu werden. Nach Zwischenbestzeit rutschte Ryding dann auf dem Innenski weg. Wegen des Pechs des Konkurrenten hielt sich die Freude bei Neureuther im Ziel zunächst auch in Grenzen.

„Ich muss schon sagen, dass ich heute Glück hatte, dass Dave ausgeschieden ist – er war extrem schnell unterwegs“, räumte Neureuther im ORF ein. Dann aber wich das Mitleid mit dem Kumpel der eigenen Freude und Neureuther begann zu schwärmen. „Das erste Rennen als Vater, das macht es noch spezieller“, berichtete Neureuther. „Wenn man mit daheim telefoniert, die Freundin sieht, die kleine Matilda – dann denkt man sich schon: Das Leben könnte nicht schöner sein.“

Auch Fritz Dopfer begeisterte aus deutscher Sicht: Er kam bei seinem Comeback nach einjähriger Verletzungspause wegen eines Schien- und Wadenbeinbruchs auf Rang 15 und schaffte die halbe Olympia-Norm. Er war damit auch schneller als Österreichs Star Marcel Hirscher, der bei seinem Comeback 17. wurde. Für Linus Straßer, der dem DSV im Vorjahr beim Parallel-Slalom von Stockholm den einzigen Weltcupsieg beschert hatte, endete das Rennen im zweiten Lauf nach einem Fehler bei einer Kuppe und dem Aus. Der Münchner boxte sich enttäuscht mit beiden Handschuhen gegen den Kopf. Auch andere Deutsche haderten: Der 24-jährige David Ketterer etwa zeigte in seinem dritten Weltcup einen famosen ersten Lauf und raste mit fünftbester Zwischenzeit dem Ziel entgegen, ehe er ausschied. Riesenslalom-Spezialist Stefan Luitz patzte bei einer Vertikalen und fiel aus. „Jedes Mal!“, brüllte er frustriert, schmiss die Skistöcke gegen einen Fangzaun und legte sich in den Schnee.

Am Samstag hatte es auch bei den Slalom-Frauen eine Überraschung gegeben. Lena Dürr fuhr auf Platz sechs und machte in ihrem ersten Rennen die Olympia-Qualifikation klar. „Man kann schlechter in eine Saison starten“, urteilte Frauen-Bundestrainer Jürgen Graller. Der in der Vergangenheit oft wechselhaften Bayerin traut der Coach viel zu. „Sie macht viele Sachen sehr gut, und die müssen wir stärken“, sagte Graller. „Lena muss zeigen, dass sie besser ist, als in den Ranglisten steht.“ Den Sieg holte überraschend Petra Vlhova aus der Slowakei vor US-Star Mikaela Shiffrin. „Es wird ein cooler Kampf mit ihr in diesem Winter“, sagte Olympiasiegerin Shiffrin. „Das ist aufregend.“ (dpa)

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