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08.03.2009

Davis Cup: DTB-Team erreicht Viertelfinale

Davis Cup: DTB-Team erreicht Viertelfinale
Bild: DPA

Garmisch-Partenkirchen (dpa) - Den aufmüpfigen Nachbarn Österreich ins Jammertal geschickt, doch nun versperrt dem deutschen Davis-Cup-Team erneut Titelverteidiger Spanien den Weg Richtung Tennis-Gipfel.

Dank Nicolas Kiefer und Philipp Kohlschreiber erreichte die DTB-Auswahl mit 3:2 immerhin zum dritten Mal nacheinander das Viertelfinale und vermied den Absturz in die Abstiegsrunde. Kiefer feierte in Garmisch-Partenkirchen eine tolle Rückkehr nach zweimonatiger Verletzungspause und sorgte nach seiner Doppel-Gala mit blutigen Knien und Fingern für die uneinholbare 3:1-Führung gegen die anfangs besseren Österreicher.

"Das ist überwältigend. Es gibt nichts Größeres, als den dritten Punkt im Davis Cup zu machen. Wir waren mit einem kleinen Fuß schon draußen und haben uns gerettet", sagte der sichtlich bewegte Kiefer nach seinem überzeugenden 7:6 (7:3), 6:4, 6:4 gegen Österreichs Nummer 1 Jürgen Melzer. Der wünschte sich, "alles nochmal auf Freitag, 2100 Uhr zurückzuschrauben. Da hat die Welt noch besser ausgesehen". Kiefer rannte mit einer Deutschland-Fahne durch die alte Eissport-Halle, wo ihn die deutschen Fans unter den 3000 Zuschauern feierten und einen Mini-Striptease geboten bekamen.

Kapitän Patrik Kühnen zeigte sich "extrem erleichtert, dass wir diese schwierige Aufgabe bewältigt haben". Den entscheidenden Motivationsschub habe Philipp Kohlschreibers Aufholjagd zum 1:1 gegen Melzer gegeben. Kiefer nahm er in die Arme und lobte: "Es war eines seiner besten Davis-Cup-Matches, die er gespielt hat."

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Kiefer sorgte anstelle des enttäuschenden Rainer Schüttler trotz Schürfwunden nach einem Stolperer dafür, dass nach Schüttlers Auftaktpleite die makellose Bilanz gegen Österreich auch im fünften Vergleich hielt. "Ich habe mein Herz auf dem Platz gelassen, ich habe Blut auf dem Platz gelassen und hatte auch mit Schmerzen zu kämpfen. Aber das ist Davis Cup", sagte Kiefer.

Die Basis zum Weiterkommen hatte er mit Kohlschreiber gelegt: Beim 6:3, 7:6 (8:6), 3:6, 6:4 gegen Alexander Peya und Julian Knowle überzeugte der 31-Jährige nach auskuriertem Bänderriss und riss Kohlschreiber mit, der den Vorzug vor Neuling Christopher Kas bekam. Akkordarbeiter Kohlschreiber hatte nur 15 Stunden zuvor gegen Melzer erstmals nach einem 0:2-Satzrückstand noch gewonnen und Österreichs greifbar nahe 2:0-Führung verhindert. Kas durfte zum Abschluss sein Debüt geben und verlor 2:6, 3:6 gegen Stefan Koubek.

Gegen die Spanier gelang indes seit 15 Jahren kein Erfolg mehr. Erst vor einem Jahr gab es in Bremen gegen das Team um Rafael Nadal ebenfalls im Viertelfinale eine 1:4-Schlappe. "Kein gutes Match in Bremen gehabt, und auch in Spanien wird es nicht gerade leichter", sagte Kiefer. Kühnen meinte: "Wir haben nichts zu verlieren."

Das deutsche Team muss zur Revanche vom 10. bis 12. Juli zu den Iberern reisen, darf dann aber zumindest auf einen müden Nadal hoffen. Eine Woche zuvor findet das Finale von Wimbledon statt, wo der Weltranglisten-Erste seinen Titel verteidigen muss. Allerdings hatten die Spanier mit dem einstigen Weltranglisten-Vierten David Ferrer und Australian-Open-Halbfinalist Fernando Verdasco auch ohne Nadal den Cup in Argentinien geholt. Daheim ist der Cupverteidiger zudem seit zehn Jahren ungeschlagen.

Kiefers Einzel-Aufstellung war nicht nur wegen seiner 7:0-Bilanz gegen Melzer keine Überraschung. Der hervorragend aufschlagende Niedersachse geriet nur beim 3:5 im ersten Satz in Bedrängnis. Bei seiner Aufholjagd kam Kiefer am Netz ins Straucheln und musste sich verpflastern lassen. Als er sich nach einem Hecht-Volley sofort ein Break im zweiten Satz holte, schien dies noch mehr an Melzers Nerven zu zerren. Der Linkshänder spielte zwar nicht schlecht, doch nach einem Break zum 5:4 im dritten Satz ließ Kiefer sich seinen erst zehnten Erfolg im 21. Davis-Cup-Einzel nicht mehr nehmen.

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