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Confed Cup

26.06.2017

Den Heimflug verschoben

Mit dem 3:1 gegen Kamerun qualifiziert sich Deutschland für das Halbfinale. Für reichlich Gesprächsstoff sorgte der Schiedsrichter, der den Überblick kurzfristig verlor

Joachim Löw klatschte auf dem Rasen im Olympiastadion von Sotschi jeden seiner Spieler ab und bedankte sich für den Jubiläumssieg. Der 100. Erfolg als Bundestrainer wurde von seinem blutjungen Perspektivteam mit dem Gruppensieg beim Confed Cup veredelt. Nach dem 3:1 (0:0) gegen den Afrikameister Kamerun trifft der Weltmeister im Halbfinale am Donnerstag wiederum in Sotschi auf Mexiko.

Ein strapaziöser Umzug bleibt dem DFB-Team damit erspart. „Hochachtung und Respekt vor der jungen Mannschaft. Dass wir das Halbfinale erreicht haben, ist etwas Außergewöhnliches“, lobte Löw, der sich über den 100. Sieg ganz besonders freute: „Normalerweise sind Statistiken nebensächlich, aber 100 Siege sind schon schön. Das spricht auch für eine lange Zeit und schöne Momente.“ Einen davon erlebte Löw am Sonntag. Turnier-Neuling Kerem Demirbay (48.) Timo Werner (66. und 81.) erzielten vor 30230 Zuschauern a im 150. Länderspiel in der Amtszeit von Löw die Tore. Kamerun kam durch Vincent Aboubakar zum zwischenzeitlichen Anschlusstreffer (78.).

Für eine Peinlichkeit sorgte indes der kolumbianische Schiedsrichter Wilmar Roldán, der nach einem Videobeweis zunächst den falschen Kameruner Spieler wegen groben Foulspiels die Rote Karte zeigte. Erst nach erneuter Intervention des Video-Assistenten wurde Ernest Mabouka und nicht Sebastien Siani des Feldes verwiesen (64.). Für Löw war es vor allem nicht einmal ein rot-würdiges Foul. Zum Videobeweis generell sagte er: „Man muss sich daran gewöhnen. In einigen Fällen hat er sich bewährt, vielleicht kann man das eine oder andere noch optimieren.“

Mit dem Halbfinaleinzug ist das Experiment des Bundestrainers, ohne fast alle Weltmeister anzutreten, aufgegangen. Nun geht es gegen Mexiko. „Eine Mannschaft, die wir nicht ständig haben. Sie spielen eine andere Art von Fußball“, meinte Löw. So richtig zufrieden konnte Löw aber erst mit der zweiten Halbzeit sein, nachdem die ersten 45 Minuten eine zähe Angelegenheit waren. „Die Leistungssteigerung im zweiten Durchgang war auch notwendig. Die erste Halbzeit war kein gutes Spiel von uns. Wir hatten dann das frühe Tor auf unserer Seite, das vieles leichter gemacht hat“, sagte Kapitän Julian Draxler und ergänzte mit Blick auf den Gruppensieg: „Ein Tag mehr Pause ist gut für uns, und auch dass wir den Reisestress nach Kasan nicht haben, ist ein Vorteil.“

Gegen Kamerun löste Demirbay mit einem satten 16-Meter-Schuss den Knoten im deutschen Spiel, nachdem er durch eine wunderbare Hacken-Vorlage von Draxler in Szene gesetzt worden war. „Die Führung war die Erlösung für unser Spiel. Ich bin sehr glücklich“, sagte Demirbay, der bis zu seinem Tor noch unglücklich agiert und oftmals wie ein Fremdkörper gewirkt hatte. Und auch Werner, der ebenfalls neu ins Team gerückt war, kam zu seinen ersten Turniertoren. Unmittelbar nach der Verwirrung um die Rote Karte traf der Leipziger per Kopf nach Flanke von Joshua Kimmich zum 2:0. In der Schlussphase machte der Stürmer nach Zuspiel des Leverkuseners Benjamin Henrichs den Gruppensieg endgültig perfekt.

Neben Demirbay hatte Löw erstmals beim Confed Cup auch Marvin Plattenhardt das Vertrauen geschenkt. Im Tor stand wieder Marc-André ter Stegen, der von Löw zur Nummer eins beim Confed Cup bestimmt worden war. Der Keeper blieb aber nicht ohne Fehler. So musste sich ter Stegen den Gegentreffer ankreiden lassen. Nach Flanke von Nicolas Moumi Ngamaleu wurde der Barcelona-Schlussmann von Aboubakar düpiert. Es blieb am Ende ein Schönheitsfehler. Löw nutzte das letzte Gruppenspiel, um auch Henrichs und Amin Younes zu einem Turnier-Einsatz zu verhelfen. Damit sind alle Feldspieler des deutschen Teams bereits zum Einsatz gekommen, nur Torwart Kevin Trapp durfte beim Turnier in Russland noch nicht spielen. (dpa)

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