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Champions-League-Qualifikation

23.08.2017

Der Neuling muss den Mythos besiegen

Die Fans des FC Liverpool sind weltberühmt für ihre Vereinsliebe.
Bild: dpa

Im Vergleich zum FC Liverpool hat die TSG Hoffenheim eine äußerst bescheidene Fußball-Historie. Trotzdem haben beide jetzt das gleiche Ziel

Über den Mythos Anfield Road heißt es: Beim FC Liverpool schießt manchmal sogar das Stadion die Tore. So viel Lärm und Energie erzeugen die Fans des Vereins von Jürgen Klopp. Noch nie hat ein deutscher Verein in Anfield gewonnen. Und jetzt muss am Mittwoch (20.45 Uhr/ ZDF und Sky) ausgerechnet der Europacup-Debütant 1899 Hoffenheim das schaffen, was selbst so großen Namen wie Bayern München oder Borussia Dortmund über Jahrzehnte misslang. Nach dem 1:2 vor einer Woche braucht die TSG in ihrem Play-off-Rückspiel beim 18-maligen englischen Meister unbedingt einen Sieg, um sich doch noch für die Champions League zu qualifizieren. „Es ist ein super Zeitpunkt, um Geschichte zu schreiben“, sagte Kerem Demirbay.

Aus der Sicht der TSG Hoffenheim muss dieser ruhmreiche Gegner besonders einschüchternd wirken. Als der FC Liverpool 2001 seinen siebten von bislang acht Europapokalen gewann, stieg der Dorfklub mit dem Geld des SAP-Gründers Dietmar Hopp gerade von der Ober- in die Regionalliga auf. Auf der anderen Seite braucht man sich mit historischen Vergleichen nicht groß zu belasten, wenn man zum ersten Mal überhaupt zu einem Europacup-Spiel reist. „Ehrfurcht habe ich keine. Vorfreude dafür eine sehr große. Natürlich wissen wir, dass Liverpool ein sehr großer Klub ist. Aber wir müssen uns hier nicht wegducken“, sagte Trainer Julian Nagelsmann am Dienstagabend.

Das ist das Grundgefühl, mit dem die Hoffenheimer am Tag vor dem Spiel in Mannheim in ihre kleine Sondermaschine nach England stiegen: Wir sind noch nicht geschlagen. Wir haben selbst dort noch eine Chance. „Das Hinspiel hat gezeigt, dass wir mithalten und sogar besser sein können“, sagte Verteidiger Benjamin Hübner.

Finanziell gesehen macht es einen Unterschied von rund 15 Millionen Euro, ob ein Verein wie Hoffenheim die Champions League erreicht oder nur in der Europa League spielt. Start- und Fernsehgelder sind in der Königsklasse deutlich höher als im zweiten europäischen Wettbewerb. Sieht man aber einmal von dieser großen Menge Geld ab, hat der Bundesligist am Mittwoch in Liverpool nicht viel zu verlieren.

Der Druck lastet allein auf der Mannschaft von Jürgen Klopp. Jeder in England erwartet von dem so ehrgeizigen wie charismatischen deutschen Trainer, dass er den fünfmaligen Henkelpott-Gewinner zurück in die Champions League führt – und danach seine Zurückhaltung auf dem Transfermarkt aufgibt. Der Kader um den deutschen Nationalspieler Emre Can und den früheren Hoffenheimer Roberto Firmino mag zwar deutlich teurer und erfahrener sein als die TSG, ist aber auch noch lange nicht endgültig zusammengestellt. (dpa)

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