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Bundesliga-Serie

08.09.2020

Der SC Freiburg steckt den Aderlass weg wie immer

Freiburgs Coach Christian Streich und sein Team beim Trainingsauftakt.
Bild: Philipp von Ditfurth/dpa

Die Auswirkungen der Corona-Krise haben auch den SC Freiburg erwischt. Der Transfer von Luca Waldschmidt soll die Kassen entlasten. Sein Nachfolger scheint gefunden.

Beständig, unaufgeregt, solide – der Sportclub Freiburg gilt immer noch als Exot in der oft schrillen Fußball-Bundesliga. Und das, obwohl eigentlich rein gar nichts Extravagantes an dem Club zu finden ist.

Gibt‘s was Neues?

Wo denken Sie hin? Das Sommertrainingslager fand in Schruns/Montafon statt, zum 14. Mal in Folge. Physio, Trainerteam, Busfahrer – auf nahezu allen Personalstellen herrscht personelle Konstanz, die sportliche Leitung (Vorstand Jochen Saier, Sportdirektor Klemens Hartenbach, Trainer Christian Streich) bringt es auf zusammen über 70 Jahre Vereinszugehörigkeit. Nichts Neues auch beim kickenden Personal, wo seit jeher (fast) jeden Sommer fleißig rotiert wird. Diesen Sommer wurde der Kader aber besonders gefleddert. Der bundesligaerfahrene Mike Frantz ( Hannover 96) ist weg, die Wechsel der Stammspieler Luca Waldschmidt (Benfica Lissabon) und Keeper Alexander Schwolow (Hertha BSC Berlin) sind verkündet, weitere Kollegen dürften bald folgen. Dass die besten Spieler den "nächsten Schritt" machen, gehört in Freiburg zum Tagesgeschäft.

Sind Überraschungen beim Verein der täglich grüßenden Murmeltiere verboten?

Aber nein, oder hätten Sie in der vergangenen Saison gedacht, dass die kleinen Freiburger bis zum 33. Spieltag und einer Niederlage bei den Unschlagbaren aus München stramm auf Europa-League-Kurs segeln würden? Auch die kommende Spielzeit muss nicht durch Abstiegskampf geprägt sein, die Substanz im Kader ist schließlich trotz der Abgänge deutlich höher als noch vor zwei, drei Jahren.

Kommt trotzdem noch jemand?

Ermedin Demirovic, ein klassischer Strafraumstürmer kam schon und musste dem Vernehmen nach noch kein ALG2 beantragen. So schlecht verdient man auch in Freiburg nicht. Als offensive Alternative hat man Guus Til von Spartak Moskau ausgeliehen. Zwingender Bedarf für einen weiteren Neuzugang besteht also nicht. Aber auch im Breisgau gilt: Man hält die Augen offen bis das Transferfenster schließt.

Nützt ja nix. Auch hier wieder die Mutter aller Fragen: Corona?

Hat voll reingehauen. Bei Vereinen wie Mainz, Augsburg oder eben Freiburg, die im Gegensatz zu den Champions-League-Klubs überproportional stark auf Zuschauereinnahmen angewiesen sind, rannen in den vergangenen Monaten die Millionen durch den Etat wie der Sand durch die Sanduhr. Nun muss ein Transferplus erzielt werden, um etwas zu vermeiden, das der SC so fürchtet wie der Trainer einen eigenen Facebook-Account: Schulden.

Und was macht Freiburgs Star?

Im Gesicht von Trainer Christian Streich lässt sich die jeweilige Verfassung des SC Freiburg bekanntlich besser ablesen als an der Tabelle. Nach Siegen blüht das Leben in Streichs Mimik, wenn der Klassenerhalt bedroht ist, wachsen Sorgen, Falten und Sorgenfalten. Nach epochalen Negativerlebnissen wie dem Abstieg 2015 entgleisen nicht nur die Gesichtszüge. Im September 2020 trifft man einen braun gebrannten, bestens gelaunten Übungsleiter, der einen Sommerurlaub in Sag-ich-Ihnen-nicht hinter sich hat.

Prognose der Sportredaktion

Der wichtigste Parameter, das Gesicht des notorisch skeptischen Trainers, deutet auf eine sorgenfreie Saison hin. Aber lassen Sie ihn das bloß nicht hören.

Zugänge Demirovic (Deportivo Alavés), Til (Spartak Moskau), Uphoff (Karlsruher SC)

Abgänge Frantz (Hannover 96), Schwolow (Hertha BSC), Waldschmidt (Benfica Lissabon), Ravet (Grenoble Foot 38), Schlotterbeck (Union Berlin, Leihe)

Dieser Artikel ist Teil unserer Bundesliga-Vorschau. In 18 Teilen beleuchten wir das Geschehen bei den einzelnen Vereinen und wagen eine Prognose. Im Rahmen dieser Serie ist bislang erschienen:

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