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Bundesliga

10.02.2018

Der Überläufer im Fokus

Der künftige Bayern-Spieler Leon Goretzka könnte noch ein weiteres Mal auf seinen zukünftigen Klub treffen.
Bild: Guido Kirchner, dpa

Der Schalker Leon Goretzka spielt am Samstag gegen seinen künftigen Arbeitgeber Bayern. Trainer Heynckes hat bei seinem Personal freie Auswahl

Natürlich werden viele Augen und alle TV-Kameras auf Schalkes Bayern-Überläufer Leon Goretzka gerichtet sein – und auch Jupp Heynckes ist gespannt. „Ich denke, dass der junge Mann sehr gelassen und gut mit der Kritik der Fans umgeht“, sagte Heynckes am Freitag zur komplizierten Situation des 23-jährigen Goretzka, der selbst von „einem speziellen“ Spiel spricht. Der Auftritt des Nationalspielers in der Münchner Fußball-Arena verleiht dem Topspiel zwischen Bayern und Schalke genau jenen Reiz, den die Tabelle nicht hergibt. Unglaubliche 19 Punkte trennen beide Vereine vor der Kraftprobe am Samstagabend (18.30 Uhr, Sky), in der sich die Heynckes-Bayern weiter erfolgreich für die echten Prüfungen in der Champions League warmlaufen wollen. „Man muss eine Mannschaft finden, die sich für die großen Spiele herauskristallisiert“, sagte Heynckes am Freitag.

Schalke ist für jeden einzelnen Bayern-Star das vorletzte Bewerbungsspiel vor dem Achtelfinal-Hinspiel gegen Besiktas Istanbul. Und Heynckes ist in einer super Position, er hat quasi die freie Auswahl vom Münchner Luxuskader. Nur Manuel Neuer fehlt noch verletzt. Und Thiago soll nach einer schweren Muskelverletzung erst in einer Woche beim VfL Wolfsburg sein Comeback feiern. „Bei Thiago bin ich sehr vorsichtig“, bemerkte Heynckes, der vom internen Konkurrenzkampf gerade auf der europäischen Bühne profitieren möchte. „Im März, April, Mai müssen alle Spieler gesund und fit sein“, betonte er. Eine Einsatzgarantie gegen Schalke bekam Robert Lewandowski. Der polnische Torjäger könnte einen 45 Jahre alten Bundesligarekord seines Trainers einstellen. Heynckes traf als bislang einziger Profi in den ersten elf Heimspielen einer Saison (1972/73). Lewandowski gelang das Kunststück in den ersten zehn Heimspielen dieser Spielzeit. „Ich kann Robert beruhigen“, sagte Heynckes: „Er wird von Beginn an spielen und auch nicht ausgewechselt.“ Zumindest nicht, bevor er getroffen habe.

Schalkes Trainer Domenico Tedesco scheint derweil auch in München auf Goretzka setzen zu wollen, obwohl dem zuletzt längere Zeit verletzten Nationalspieler noch die 90 Minuten des Pokalsieges gegen Wolfsburg in den Beinen stecken dürften. „Leon kommt immer besser in Fahrt. Er freut sich auf das Spiel, aber nicht, weil er im Sommer bei Bayern München spielt“, sagte Tedesco am Freitag und ergänzte: „Er brennt! Er weiß, dass er im Fokus steht. Große Aufgaben pushen ihn.“ Goretzka wird seinen künftigen Teamkollegen zeigen wollen, dass er gewillt ist, im Sommer den Konkurrenzkampf im Münchner Mittelfeld aufzunehmen.

Bayern gegen Schalke – diese Paarung könnte es auch im Halbfinale des DFB-Pokals geben, das am Sonntag ausgelost wird. Darum ist der Ausgang der Partie am Vorabend psychologisch wichtig. „Wir müssen mutig spielen!“, fordert Tedesco von Goretzka und Co. (dpa)

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