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Olympia 2018

18.02.2018

Die TV-Kritik zu Olympia: Wissen schlägt Unterhaltung

Der Goldlauf von Aljona Savchenko und Bruno Massot wurde im TV höchst unterschiedlich präsentiert.
Bild: Michael Kappeler (dpa)

Mit einer Olympiashow will Eurosport die Sportler so "unterhaltsam wie nie" darstellen. Das klappt nur bedingt.

Sonya Kraus ist für einige Jobs bekannt: als Moderatorin, Schauspielerin, Buchautorin und Model. Expertin im Eiskunstlauf ist sie nicht. In „Zwanzig18“, der Olympiashow auf Eurosport, trat die 44-Jährige an, die Kür von Aljona Savchenko und Bruno Massot zu analysieren. Ein Wettbewerb, den sie klar verlor. Was das Paar gezeigt hat, sei „beeindruckend“, erklärte Kraus, die Hebefiguren seien „toll“ gewesen. Welche genau, könne sie jedoch nicht sagen.

Mit der täglichen Highlightsendung um 20.15 Uhr möchte Eurosport nach eigener Aussage die Athleten „so unterhaltsam wie nie“ feiern. „Olympiahelden treffen Olympiafans“, erklärt Moderator Marco Schreyl. Neben Olympiafans wie Kraus lädt Eurosport Experten für die jeweiligen Sportarten ein. Im Fall von Savchenko und Massot wurde der ehemalige Eiskunstläufer Hans-Jürgen Bäumler zugeschaltet. Der zweifache Silbermedaillengewinner ordnete die Leistung der Eiskunstläufer fachlich ein und bereicherte so die Sendung.

„Zwanzig18“ liefert eine abendliche Olympia-Zusammenfassung. Discovery, Mutterkonzern von Eurosport, hat die TV-Rechte für die Olympischen Spiele. ARD und ZDF haben lediglich Sublizenzen mit eingeschränkten Rechten. Die Vereinbarung verbietet den beiden Sendern Olympiaberichte zwischen 19 und 22 Uhr. Die Öffentlich-rechtlichen dürfen außerdem nicht alle Wettkämpfe live zeigen, worüber sich schon einige Zuschauer in den sozialen Netzwerken beschwerten.

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Der Zuschauer möchte Olympia und keine Urlaubsplanung

ARD und ZDF punkten stattdessen mit Kompetenz. Eiskunstlauf-Ikone Katarina Witt gewinnt das Expertenduell gegen Kraus klar. Dass sich Eurosport nicht nur auf Fachwissen konzentriert, sondern zusätzlich auf Unterhaltung setzt, zeigt auch die Live-Berichterstattung. Beim Olympiasieg von Andreas Wellinger ist Skispringen nur eines von vielen Themen für Matthias Bielek: Zusammen mit Sven Hannawald, dem ehemaligen Gewinner der Vierschanzentournee, bespricht er gleich mal den nächsten Golf-Urlaub. Der Zuschauer möchte jedoch Olympia und keine Urlaubsplanung. Im ZDF dagegen erklären Kommentator Stefan Bier und Experte Toni Innauer genau, warum der Sprung von Richard Freitag nicht für eine Medaille reichte.

Bei den Zuschauerzahlen führen die Öffentlich-rechtlichen klar vor Eurosport, der als Spartensender jedoch eine geringere Reichweite hat. Die erste Entscheidung im Rodeln sahen zum Beispiel 6,21 Millionen Menschen in der ARD und nur 0,66 Millionen bei Eurosport. „Zwanzig18“ schalteten am Sonntag 0,18 Millionen Menschen ein.

Bei Eurosport analysierte Sonya Kraus die Outfits einiger Nationen

In der Sendung vom Donnerstag wurde Sonya Kraus noch mehrfach gefordert. Die „Stylequeen“ analysierte die Outfits einiger Nationen und testete mit den Nachwuchsspielern des EHC München ihr Talent im Eishockey. Zur Sportexpertin reicht das aber nicht.

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Die Diskussion ist geschlossen.

23.02.2018

muß man bei den Reportagen immer soooo blöde Fragen stellen?

Oder muß man, und zwar alle Reporter,die Sendezeit ausfüllen?

Manchmal sind die Fragen fast peinlich.

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18.02.2018

EUROsport ist jan ganz gut - bis auf die Kommentatoren. Da taugt keine(r) was. Eine Ausnahme bei dem Spartensender sport1 sehe ich beim Hauptkommentaor zu snooker. Der Mann hat Ahnung, weiß man wie man neutral kommentiert und bekommt auch keine Schnappatmung bei guten Leistungen.

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