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Djokovic lässt seinen Frust ab - mit Folgen

Djokovic lässt seinen Frust ab - mit Folgen
Kommentar Von Milan Sako
07.09.2020

Der Serbe trifft eine Linienrichterin am Kehlkopf. Wenn Sportler sich nicht mehr im Griff haben. 

Zwei Dinge haben Novak Djokovic und Matthias Hoppe gemeinsam: eine lockere Hand und eine Kelle in derselben. Zugegeben, an den Fall des Schwenninger Eishockey-Torhüters werden sich nur noch die älteren Semester unter den Fans der Augsburger Panther erinnern. Das Gschichterl geht so: Es laufen die Play-offs des Jahres 1996 zwischen Augsburg und Schwenningen. Nach einer Niederlage im Curt-Frenzel-Stadion verlässt der 25-fache Nationalkeeper durch ein Spalier von Menschen die Eisfläche und bringt mit seiner Torwart-Kelle einem elfjährigen Buben eine Platzwunde an der Stirn bei. Die Volksseele kocht, die Polizei ermittelt, der Boulevard bauscht die Randnotiz zum Skandal auf. Tags darauf entschuldigt sich der dreifache Familienvater telefonisch bei dem Buben. Als Begründung führt er an, er sei während es ganzen Spiels mit "Arschloch, Arschloch"- Rufen beleidigt worden. Nun ja, andere Profis sollen das auch ohne Wutausbruch weggesteckt haben.

Allzu menschlich ist es allemal, wenn sich Sportler in einer aufgeheizten Atmosphäre nicht lückenlos unter Kontrolle haben. Das Kunststück in einem fast menschenleeren Stadion eine Person zu treffen, hat Novak Djokovic in New York vollbracht.

Bisher verlief die Saison sportlich makellos

Aus Ärger über eigene Fehler drosch der Serbe einer Linienrichterin den Ball an den Kehlkopf. Eine schnelle Entschuldigung schützten den 33-Jährigen nicht vor der Disqualifikation. Es ist das unrühmliche Ende einer makellosen Saison 2020. Keine seiner 26 Partien zuvor hatte der Weltranglisten-Erste verloren. Vorbei die Jagd nach dem Rekord um Grand-Slam-Titel, bei der der Joker (17 Erfolge) den Konkurrenten Federer (20) und Nadal (19) auf den Fersen ist.

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Das Bild des Spaßvogels bekommt den nächsten Kratzer

Das Bild des einstigen Spaßvogels bekommt einen weiteren Kratzer. Zuvor hatte Djokovic trotz der Coronakrise zur Adriatour eingeladen, wo sich er und andere Spieler mit dem Virus ansteckten. In die Blase der US Open hatte sich der bekennende Impfgegner nur widerwillig begeben. Den Serben wegen des Ausrasters zu verteufeln ist jedoch Unsinn. Welcher Sportler sich noch nie aus Frust abreagieren musste, werfe den ersten Ball.

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