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Doping
24.07.2018

Kurios: US-Schwimmer wird wegen Instagram-Post gesperrt

Ryan Lochte wurde von der amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA gesperrt. Patrick B. Kraemer/EPA
Foto: Patrick B. Kraemer, dpa

Mit der vielleicht dümmsten Doping-Sperre aller Zeiten wurde der sechsfache Olympiasieger Ryan Lochte belegt. Grund ist ein Foto in sozialen Medien.

Der US-Schwimmstar Ryan Lochte kann auf eine beeindruckende sportliche Bilanz blicken. Bei Olympischen Spielen gewann der 33-Jährige sechs Goldmedaillen, dazu wurde er 39 Mal Weltmeister. Trotzdem sorgt er zuletzt immer wieder abseits des Schwimmbeckens für negative Schlagzeilen. So hatten er und drei weitere Mitglieder des US-Schwimmteams bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro behauptet, überfallen worden zu sein. Später stellte sich heraus, dass diese Geschichte erfunden war und das Quartett in einer Tankstelle randaliert hatte. Nun kommt ein neues Kapitel zu Lochtes Eskapaden hinzu: die vielleicht dümmste, vielleicht kurioseste und mit Sicherheit längste Doping-Sperre die seit langer Zeit für einen US-Schwimmer ausgesprochen wurde.

Das Bild, das zur Sperre des US-Schwimmers Ryan Lochte führte. Der Sportler darf bis zum Juli 2019 an keinen Wettbewerben teilnehmen, wie die US-Doping-Agentur mitteilte.
Foto: Ryanlochte

Anlass dazu war ein Bild, das Lochte am 24. Mai auf Instagram veröffentlichte. Es zeigt ihn und seine Ehefrau Kayla Rae Reid, ein ehemaliges Playboy-Model. Beide sitzen auf bequemen Ledersesseln. Aus einem Tropf fließt gelbe Flüssigkeit heraus, die beide über eine Kanüle in ihren Armen aufnehmen. Es sei Zeit für eine Erholung, schreibt Lochte und dankt dem Fitnessstudio, das diese spezielle Art von Regeneration anbietet. Einer Schuld war er sich nicht bewusst, denn das Mittel ist legal, es handelte sich dabei nur um Vitamine. Diese hätte das Ehepaar nach eigener Aussage eingenommen um sich zu schützen: Der Sohn der beiden sei zu dieser Zeit krank gewesen.

Es ist die längste Sperre für einen US-Schwimmer seit langer Zeit

Dennoch hat das Foto nun für Lochte schwerwiegende Konsequenzen: Die US-Dopingagentur Usada, die deswegen ihre Ermittlungen anstellte, sperrte den Sportler nun für 14 Monate. Er darf bis zum Juli 2019 an keinen Wettbewerben teilnehmen. Denn die Regularien der Welt-Anti-Doping-Behörde Wada verbieten es, sich innerhalb von zwölf Stunden mehr als 100 Milliliter intravenös verabreichen zu lassen. Einzige Ausnahme ist ein medizinischer Notfall oder eine andere Ausnahmesituation. Beides kann Lochte nicht vorweisen.

Wegen der Sperre kann der 33-Jährige nicht an den US-Schwimmmeisterschaften teilnehmen, die in dieser Woche in Kalifornien beginnen. Die WM 2019 im südkoreanischen Gwangju wird er ebenso verpassen. Es ist die längste Sperre, die seit zehn Jahren für einen US-Schwimmer ausgesprochen wurde. Nicht einmal auf Doping positiv getestete Athleten wurden zuletzt härter sanktioniert. Lochte nimmt die Strafe an - auch wenn sie, wie er gegenüber US-Medien mitteilte, für ihn "verheerend" ist: "Eine Regel ist eine Regel."

Der Skandal bei Olympia 2016 kostete Lochte eine Million Dollar

Erschwerend kommt bei Lochte hinzu, dass er erst vor kurzem eine Sperre absitzen musste. Wegen des Vorfalls bei Olympia in Brasilien wurde er für zehn Monate gesperrt. Wegen des Skandals verlor er viele seiner Sponsorenverträge und erhielt auch keine Medaillenprämie. Laut Medienberichten lag sein damaliger finanzieller Verlust bei deutlich über einer Million Dollar.

Seinen Kampfgeist schein Lochte nicht verloren zu haben: Nach Bekanntwerden der Sperre kündigte er an, nun die Olympischen Spiele 2020 in Tokio als Ziel zu haben. Ob es in Asien zur siebten Goldmedaille reicht, ist unsicher: Er wäre dann schon 36 Jahre alt.

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