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Seefelder Dopingskandal

06.03.2019

Doping: Staatsanwaltschaft will verdächtigen Arzt zügig vernehmen

Staatsanwalt Kai Gräber leitet die Ermittlungen im Dopingskandal.
Bild: Andreas Gebert, dpa

Exklusiv Der Erfurter Sportarzt befindet sich bereits in München in Untersuchungshaft – eine Blutanalyse soll weitere Dopingsünder überführen.

Im Doping-Skandal von Seefeld will die Münchner Schwerpunktstaatsanwaltschaft zügig den verhafteten Erfurter Sportarzt vernehmen. „Der Arzt ist inzwischen in der JVA in München“, sagte der Leiter der zuständigen Schwerpunktstaatsanwaltschaft, Kai Gräber unserer Redaktion. Sein Ziel sei es  „im Laufe der kommenden Woche eine Vernehmung anzusetzen, um zu sehen, ob und was er sagen will“, erklärte Gräber. Der Staatsanwalt wies zugleich Spekulationen des österreichische Skiverbands-Präsidenten Peter Schröcksnadel zurück, dass er aus Ermittlerkreisen erfahren habe, dass auch deutsche Athleten in den Fall verwickelt sein Könnten. „Dahingehend habe ich noch keine Erkenntnisse, aus meinem Ermittlerkreis kann er das nicht haben“, sagte Gräber.

Dopingskandal: Staatsanwalt lobt Enthüllungen

Die Ermittlungen in München sind laut Gräber noch in einem frühen Stadium: „Die Blutbeutel sind gerade erst in München angekommen. Nun werden erst einmal die Spezialisten der Spurensicherung an die Arbeit gehen. Das muss alles sehr sensibel gehandhabt werden.“  Erst einmal werde das Blut analysiert. „Und dann werden wir versuchen, das Blut einem Sportler zuzuordnen“, erklärte der Ermittler. Dabei gebe dabei mehrere Möglichkeiten. „Zum einen den Abgleich mit Datenbanken, die zweite Möglichkeit ist, die Kürzel auf den Beutel zu dechiffrieren“, sagte der Staatsanwalt. „Den betreffenden Sportlern wird dann über eine richterliche Anordnung eine Speichelprobe entnommen, um die Zuordnung zu bestätigen.“

Gräber lobte ausdrücklich die Enthüllungen des ehemaligen österreichischen Ski-Langläufers Johannes Dürr über den Skandal, die letztlich die Ermittlungen in Gang gebracht haben: „Er wurde ja extrem angefeindet nach diesem Schritt – aus Österreich, aber auch aus Deutschland“, sagte Gräber. „Rückblickend muss da der eine oder andere sicherlich Abbitte leisten.“  Er hoffe, dass andere dem Vorbild folgen: „Ich würde mich freuen, wenn mehr Leute zu mir kommen: Meine Türe steht immer offen“, sagte Gräber. „Wenn man an die Wurzel ran will, geht es vielleicht auch gar nicht ohne die Hilfe der Strafverfolgungsbehörden.“

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Das ist das vollständige Interview: Dopingskandal: Ermittelnder Staatsanwalt hofft auf weitere Kronzeugen

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Die Doping-Sünder fühlen sich immer noch zu sicher

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