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  3. EM 2016: Wales EM-Wunder: mehr Teamgeist, mehr Leidenschaft, mehr Stolz

EM 2016
05.07.2016

Wales EM-Wunder: mehr Teamgeist, mehr Leidenschaft, mehr Stolz

Gareth Bale trifft im Halbfinale mit Wales auf Portugal.
Foto: Georgi Licovski (dpa)

Nach den Erfolgen bei der EM könnte die Begeisterung in Wales kaum größer sein. Besonders weil die Menschen mit harten wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.

Der britische Fußball kommt aus den wundersamen Zeiten kaum mehr heraus. Erst gewann völlig überraschend Leicester City die Premier League, nun steht der Außenseiter Wales im Halbfinale gegen Portugal. „Einfach nur Fußball-Fantasie“, nannte es die lokale Presse. Die Fans in Cardiff, die das Spiel gegen EM-Mitfavorit Belgien verfolgten, sagten dagegen überhaupt nichts mehr. Sie flippten einfach nur völlig aus. Der Jubel war groß, einige Fans weinten vor Glück und Fassungslosigkeit ob des „Wunders“, wie es überall nur hieß.

Plötzlich wehte die Flagge mit dem roten Drachen auf grün-weißem Hintergrund überall. Und auch vom Lauch ist häufiger die Rede. Das Wurzelgemüse steht als Symbol für Wales. „Nachdem wir 58 Jahre auf unseren Platz bei einem bedeutenden Fußballturnier gewartet haben, wird für Wales bei der Euro 2016 ein Traum wahr“, sagte Ministerpräsident Carwyn Jones.

Wales gehört zur ärmsten Gegend Großbritanniens

Es ist die beste Werbung für den kleinsten Landesteil Großbritanniens. Malerische Küstenorte, die bereits Poeten wie Dylan Thomas inspiriert haben, Gebirge, Moore und von Regen durchweichte Wiesen, Steilküsten und verschwenderisch breite Strände sowie die Hauptstadt Cardiff – Wales versucht seit Jahren die Aufmerksamkeit von Touristen und Investoren gleichermaßen auf sich ziehen. Die Region braucht sie dringend, um wirtschaftlich wieder an vergangene Zeiten anzuknüpfen.

Wales war einmal das Kohlerevier Europas. Doch die Minen sind stillgelegt, die Zechen der riesigen Stahlwerke geschlossen, der Niedergang der traditionellen Eisenindustrie hat große Löcher auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen. Erst vor einigen Wochen folgte der nächste Schock, als der indische Konzern Tata Steel ankündigte, alle seine Standorte auf der Insel zu verkaufen oder zu schließen, was etwa 15.000 Jobs bedroht, ganz akut 5500 im walisischen Werk Port Talbot.

Heute dient der Staat als wichtigster Arbeitgeber, was vor allem am nationalen Gesundheitsdienst NHS liegt. Trotz bedeutender Produktionsbetriebe aus der Auto- und Flugzeugbranche ist Wales für das Vereinigte Königreich das, was die ehemaligen Ostblockstaaten für Europa sind. Der Teil gehört zur ärmsten Gegend und erhält Fördermittel von der Europäischen Union, weil die Wirtschaftsleistung der rund drei Millionen Waliser pro Kopf gerade einmal gut 40 Prozent des Wertes von London beträgt.

Etwa vier Milliarden Pfund fließen laut der Regionalregierung seit dem Jahr 2000 aus Brüsseler Strukturfonds in den Landesteil. Trotzdem stimmten fast 53 Prozent der Waliser beim Referendum über die Mitgliedschaft in der EU für den Brexit. Sie haben in Zeiten der Globalisierung Angst um ihre wirtschaftliche Zukunft und fühlen sich von der Politik in London vergessen.

Erster Turnier-Teilnahme von Wales seit 1958

Der EM-Erfolg kommt da zur richtigen Zeit, insbesondere weil sich die „Dragons“ bereits in der Gruppe beim sogenannten „Battle of Britain“ gegen den Rivalen England durchgesetzt haben. Die Three Lions mussten später eine Schlappe gegen Island hinnehmen. Derweil feierte Wales. „Als Nation könnten wir nicht stolzer sein auf diese unglaubliche Mannschaft, auf Chris Coleman und sein Team im Hintergrund sowie auf die tausende nach Frankreich mitgereisten Fans, die solch exzellente Botschafter für Wales sind“, sagte der Erste Minister Carwyn Jones.

Seit dem Jahr 1998 hat Wales im Zuge der Devolution Großbritanniens ein eigenes Regionalparlament, nachdem der walisische Nationalismus im 20. Jahrhundert an Bedeutung gewonnen hat. So gehört die walisische Sprache für viele Menschen fest zu ihrer Identität. Alle Straßenschilder, Ortsnamen und offiziellen Schriftstücke in Wales, das zu den sechs keltischen Nationen gezählt wird, werden zweisprachig ausgegeben.

Wales hat sich seit 1958 für kein großes Fußballturnier mehr qualifiziert. Trotzdem spuckte das Team, in dem neun in England geborene Spieler stehen, im Vorfeld große Töne. Im Mittelpunkt: Gareth Bale. Der erfolgreichste Star-Kicker aus Wales, der bei Real Madrid unter Vertrag steht, stichelte vor allem gegen den Nachbarn: Erst warf er den Three Lions Überheblichkeit vor, indem er meinte, England mache „sich groß, bevor sie irgendetwas erreicht haben“. Wales dagegen habe mehr Leidenschaft, mehr Teamgeist, mehr Stolz. Und sei deshalb besser. Gareth Bale sollte zur Freude der Waliser recht behalten. „Fürchte dich nicht davor, Träume zu haben“, meinte Trainer Chris Coleman nach dem Halbfinaleinzug. Und damit dem größten Erfolg in der 140-jährigen Verbandsgeschichte.

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