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EM verwandelt Deutschland wieder für ein paar Wochen in ein Handball-Land

EM verwandelt Deutschland wieder für ein paar Wochen in ein Handball-Land
Kommentar Von Anton Schwankhart
09.01.2020

Der Fußball regiert das Land - außer die Kicker bereiten sich gerade irgendwo in der Welt auf Hin- und Rückrunden vor. Dann schlägt die Stunde der Handballer.

Preisfrage: Was war hierzulande die Sportübertragung mit der höchsten Einschaltquote 2019? Wer nun sein Gehirn mit der Suche nach einem besonders aufregenden Fußball-Länderspiel quält, ist auf der falschen Fährte. Die meisten Zuschauer lockte Handball vor die TV-Geräte. 11,9 Millionen sahen das WM-Halbfinale DeutschlandNorwegen. Wer sich noch an die Begeisterung erinnert, die dieses Wintermärchen im Land ausgelöst hat, wundert sich nicht. Deutschland war für ein paar Wochen Handball-Land.

Zu den vielen Eigenschaften, die der Handball neben seiner Dynamik und dem Raum, den er der Kunst gewährt, besitzt, gehört auch, dass Spiele nie 0:0 enden. Zugegeben, dieses Ergebnis ist nicht zufällig gewählt, sondern absichtsvoller Angriff auf den Fußball, der alles im Land beherrscht und die Konkurrenz medial zu Randsportarten degradiert. Das gilt auch für den Handball, der jenseits von Europa- und Weltmeisterschaften nur ein regionales Phänomen ist – ein Prinz in der Provinz.

Handball-EM 2020: Dieser Sport geht an die Nerven

Ab Donnerstag aber ist EM und Handball ist wieder König. Handball geht an die Nerven. Wie Fußball – nur viel mehr. Man kann oft kaum noch hinsehen – und mag trotzdem die pralle Blase nicht leeren. Erst recht nicht, wenn es dem Ende zugeht. Es scheint, als folge das Spiel einer inneren Gesetzmäßigkeit. Mag eine Mannschaft kurz vor Schluss noch klar in Führung liegen – je weniger Spielzeit bleibt, umso enger rücken die Ergebnisse zusammen. Das ist dann kaum mehr auszuhalten, weshalb sich der strapazierte Zuschauer zum Luftholen ein paar Augenblicke Fußball-0:0 wünscht.

Bundestrainer Christian Prokop hofft auf eine EM-Medaille mit dem DHB-Team.
18 Bilder
Das ist der deutsche Kader für die Handball-EM
Bild: Soeren Stache, dpa

Erst einmal aber trainieren die Kicker in Spanien und sonst wo für ihre torlosen Unentschieden, während die Handballer in ihre erste Dreiländer-EM starten. Wie bei allem, was gut ist, hat auch die Europäische Handballföderation der Versuchung nicht widerstanden, das kontinentale Kräftemessen von bislang 16 auf 24 Teams aufzublasen. Die weitesten Wege legen dabei die Deutschen zurück. Eine Ausrede für frühes Scheitern darf das ebenso wenig sein wie der Ausfall einiger Stammkräfte. Wenn es mit dem Handball weiter aufwärtsgehen soll, ist das Halbfinale Pflicht, alles weitere Kür.

Mehr Informationen zur Handball-EM 2020:

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