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Bundesliga

27.11.2017

Ein Revierderby für die Ewigkeit

Fassungslos: Dortmunds Marcel Schmelzer.

Nach einem furiosen Start mit einer 4:0-Führung muss sich Dortmund gegen Schalke noch mit einem 4:4 begnügen. Der Zorn der Fans richtet sich gegen die Spieler. Trainer Peter Bosz darf vorerst weitermachen

Auch am Tag nach dem Derby-Desaster war der Ärger noch nicht verflogen, aber Konsequenzen gibt es für den glücklosen BVB-Trainer Peter Bosz noch nicht. Beim Empfang der Mannschaft auf der Jahreshauptversammlung von Borussia Dortmund entlud sich zum wiederholten Mal die Wut. Die weitaus meisten der 1235 Anwesenden bedachten die Profis nach dem historischen Einbruch beim 4:4 (4:0) gegen den Erzrivalen FC Schalke mit Pfiffen. Auch Hans-Joachim Watzke machte in seiner Rede an die Mitglieder in der Westfalenhalle 3 aus seinem Frust keinen Hehl. „Ich habe mich gestern Abend genauso beschissen gefühlt wie ihr“, bekannte der Geschäftsführer.

Spätestens nach dem epischen Duell, in dem der BVB eine 4:0-Pausenführung verspielte, ist die Geduld des Anhangs aufgebraucht und der Vereinsfrieden massiv gestört. Dennoch setzt der BVB weiter auf Bosz. Watzke kündigte eine Fortsetzung der Zusammenarbeit an, nahm den in die Kritik geratenen Fußball-Lehrer aber mit deutlichen Worten in die Pflicht. „Ich habe die klare Erwartung an dich, Peter, dass ihr in dieser Woche alles auf den Prüfstand stellt, jeden Stein umdreht. Wir müssen wieder ganz schnell zurück in die Erfolgsspur. Die Champions-League-Qualifikation steht über allem.“ In ungewöhnlich scharfer Form nahm sich Watzke die Profis zur Brust. Vor allem das schlechte Abschneiden in der Champions League erzürnte den Vereinschef: „Zwei Punkte in dieser Gruppe zu holen, in der wir zweimal 1:1 gegen Nikosia spielen, das ist schlicht und ergreifend nicht zu ertragen.“

Das Festhalten an Bosz dürfte auch damit zu tun haben, dass es aktuell keine wirkliche Alternative gibt. Zu ähnlichen Erkenntnissen dürften auch die Vereinsbosse bei ihrer eiligst einberufenen Besprechung im Anschluss an das Derby gekommen sein. Dennoch wandelt Bosz weiter auf schmalem Grat. Selbst die treuen Fans auf der Südtribüne verweigerten ihrer Mannschaft nach zuletzt nur einem Sieg in zehn Spielen die Gefolgschaft. Mit einem gellenden Pfeifkonzert, das die Profis reumütig ertrugen, reagierten sie am Samstag auf den Offenbarungseid des Teams in der zweiten Halbzeit. Zum wiederholten Mal brach der BVB ein und bestärkte damit all jene Kritiker, die seit Wochen an der Fitness der Profis und damit an der Arbeit von Bosz zweifeln. Das irre Remis verursachte mehr Frust als jede einzelne Niederlage der bisherigen Spielzeit. Roman Weidenfeller war einer der wenigen, der Stellung bezog. „Wir haben komplett den Faden verloren“, befand der Torhüter, „da sollte sich jeder einzelne Spieler hinterfragen, ob wir dann noch alles in die Partie reingelegt haben.“ Nuri Sahin: „In der ersten Halbzeit haben wir Schalke taktisch komplett zerlegt. Gewinnen wir das Spiel, wird nur über die taktische Meisterleistung unseres Trainers geredet.“ Stattdessen war die Partie ein Spiegelbild der bisherigen Saison mit dem besten Start der Vereinsgeschichte und einer anschließenden abrupten Talfahrt. (dpa)

Tore 1:0 Aubameyang (12.), 2:0 Stambouli (18./Eigentor), 3:0 M. Götze (20.), 4:0 Guerreiro (25.), 4:1 Burgstaller (61.), 4:2 Harit (65.), 4:3 D. Caligiuri (86.), 4:4 Naldo (90.+4)

Zuschauer 80600 (ausverkauft)

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