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DFB-Einzelkritik
30.06.2021

Die Deutschen sind ein dankbarer Gast in Wembley

Am Boden zerstört: Manuel Neuer nach der Niederlage gegen England.
Foto: Frank Augstein, dpa

Die deutsche Mannschaft leistet sich im Achtelfinale viele individuelle Fehler, vor allem in der Offensive. Die Spieler in der Einzelkritik.

Die deutsche Mannschaft erweist sich als dankbarer Gast. Sie spielt passabel mit, ohne ihren Gegner zu sehr zu ärgern und leistet sich dort Fehler, wo sie besonders schmerzen. Weil sie zu viele individuelle Fehler begeht, scheidet die deutsche Mannschaft im Achtelfinale aus. Vor allem in der Offensive fehlte es den Deutschen an Esprit.

Manuel Neuer Brachte seine Hände bis zum Achtelfinale überraschend selten an den Ball. Streckte sich dementsprechend motiviert nach 16 Minuten nach einem von Sterling abgegebenen Schuss. Parierte sehenswert. Anschließend wieder überraschend selten am Ball. Musste ihn aber zwei Mal aus dem Netz holen. Undankbar. Note 3,5

Matthias Ginter Begann energisch, wurde aber in seinem Engagement gebremst, nachdem er sich für einen plumpen Zupfer an Shaw Mitte der ersten Halbzeit eine Gelbe Karte abholte. Note 4

Mats Hummels Im Stile einer Hausfrau der 60er Jahre. Bügelte weg, was ihm vorgesetzt wurde. Spektakuläre Grätsche kurz vor der Pause, als er den Rückstand verhinderte. Anders als in den vorherigen Partien permanent aufmerksam, bester deutscher Defensivspieler. Note 2,5

Antonio Rüdiger Im Stile eines Teenagers. Immer erst mal energisch drauf los und mögliche Konsequenzen ausblenden. Hatte gefährliche Ballverluste zur Folge. Note 4,5

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Joshua Kimmich Hatte seine erste bemerkenswerte Aktion nach 26 Minuten, als er einen Freistoß aus der Gefahrenzone köpfte. Nicht schlecht für einen mit 1,77 Metern eher kurz geratenen Spieler. Hätte aber viel lieber in der Offensive auf sich aufmerksam gemacht. Beide Gegentore resultieren aus Hereingaben von der von ihm bewachten rechten Seite. Note 4

Die Gegentor kamen über die Seite von Kimmich.
Foto: Christian Charisius, dpa

Leon Goretzka Wollte schnell zeigen, was ihn denn so genau von Ilkay Gündogan unterscheidet. Einem energischen Lauf durch das Mittelfeld folgten der erste Torschuss des Spiels und danach ein Spurt, der Declan Rice ein Foul kurz vor dem Strafraum abnötigte. Problem: Im Anschluss glich er sich dem Gündogan der ersten drei Spiele an. Note 4

Toni Kroos Hauptsächlich in der Defensive gefragt, weil Goretzka die Offensive großen Schrittes vermaß. Verteilte die Bälle souverän wie eh und je. Allerdings auch, ohne Impulse nach vorne zu setzen. Note 4

Toni Kroos musste viel Defensiv-Arbeit leisten.
Foto: Frank Augstein, dpa

Robin Gosens Im Stile eines gesundheitlich angeschlagenen Linksverteidigers. Hatte im Vorfeld mit einem Infekt zu kämpfen, der ihn jener Wucht beraubte, mit der er gegen Portugal noch die gegnerische Abwehrreihe verzweifeln ließ. Note 4,5

Kai Havertz Ließ sich immer wieder ins Mittelfeld fallen. Sorgte da mit seiner Ballsicherheit für Ruhe. Setzte in der ersten Hälfte gekonnt Werner ein, scheiterte kurz nach der Pause mit einem Gewaltschuss an Pickford und bereitete die Riesenmöglichkeit Müllers zehn Minuten vor Ende vor. Auffälligster deutscher Offensiv-Akteur. Note 2

Timo Werner Im Stile eines Torjägers. Über weite Strecken nicht zu sehen, um dann kühl zuzuschlagen. Problem: Schlug nicht zu. Vergab nach feinem Havertz-Pass und konnte den Ball ansonsten nur selten behaupten. Note 5

Timo Werner war über weite Strecken nicht zu sehen.
Foto: Matthew Childs

Thomas Müller Freigeisterte wie gehabt über das Spielfeld. Fand so früh im Spiel gedankenschnell den gen Tor stürmenden Goretzka. Der Erfolg blieb aus. Ebenso bei vielen weiteren Müller-Aktionen, der das Spiel immer wieder beschleunigen wollte, es dabei aber an der nötigen Präzision vermissen ließ. Hatte zehn Minuten die große Möglichkeit, seinen ersten EM-Treffer zu erzielen. Hätte wohl die Verlängerung bedeutet. Ob Müllers Karriere im DFB-Dress verlängert wird, ist offen. Note 4,5

Serge Gnabry (ab 68. für Werner) Gegentreffer Nummer zwei resultierte aus seinem Ballverlust an der Mittellinie.

Leroy Sané (ab 87. für Gosens) Kam unmittelbar nach dem 0:2. Sollte, konnte aber nichts mehr am Ergebnis ändern. An ihm lag es zumindest nicht.

Emre Can (ab 87. für Ginter) Siehe Sané.

Jamal Musiala (90.+2 für Müller) Siehe Can.

Benotet werden nur Akteure, die mindestens 90 Minuten gespielt haben,

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