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27.03.2019

Eishockey-Legende Hans Zach wird  70

Geht im Leben und der Arbeit einen konsequenten Weg.
Foto: Hans Zach

 Was den Menschen und  die Trainer-Legende prägte

Augsburg Es war Mitte der 80er Jahre, als Hans Zach die Junioren des SB Rosenheim trainierte. Schüsse blocken ließ er üben und zog mit voller Wucht ab, während sich die Burschen möglichst mit den Beinschonern voraus in die Schüsse warfen. Wer einen Fehler machte, bezahlte mit Schmerzen. Für den gebürtigen Tölzer war das nur „konsequent“, eines der am häufigsten verwendeten Wörter des Oberbayern. Es herrschten strenge Regeln: Kaugummi zu kauen war verboten, das Helmband musste geschlossen sein.

Disziplin steckt in ihm drin, so ist er erzogen worden. Der Sohn von Martin und Franziska Zach wuchs in Bad Tölz auf. Die Eltern betrieben eine eigene Metzgerei in der Marktstraße. Inzwischen verkauft dort eine Kette Fleisch und Wurst. An die früheren Besitzer erinnert nur noch die eiserne Gittertür mit den Initialen des Vaters Martin Zach: MZ. „Meine Kindheit hätte schöner nicht sein können“, erinnert sich der Ex-Eishockeyprofi, der Metzgermeister, medizinischer Bademeister, Nationalspieler, Meistercoach und Bundestrainer wurde.

Viele Jahre wusste Zach nicht, wann er genau Geburtstag hat. Das sei damals aber nicht wichtig gewesen, meinte er einmal. Zach kam am 30. März 1949 zur Welt. Seine Mutter arbeitete bis zur Geburt und war nur zwei Tage im Krankenhaus. Am 1. April habe sie schon wieder im Geschäft gestanden und die Entbindung des Sohnes verkündet. Die Leute hätten an einen Aprilscherz gedacht, erinnert sich Hans Zach. „Mit 14 bin ich zur Stadtverwaltung und hab mir meine Geburtsurkunde geholt, um zu 100 Prozent Bescheid zu wissen.“ Zachs Eltern hatten mit ihrer Metzgerei so viel zu tun, dass der Sohn anfangs sogar im Heim war. Vor allen für Mutter Franziska zählte nur das Geschäft, hatte sie sich doch, als ihr Mann in den Krieg eingezogen worden war, vom einen auf den anderen Tag um das Vieh kümmern und mit den Bauern verhandeln müssen. Sie musste sich behaupten. „Das war eine harte Schule“, bemerkt Hans Zach ganz ohne Bitterkeit. So waren damals die Zeiten. Es ist eine dieser Lebensmerkwürdigkeiten, dass der von Hans Zach geliebte Vater 1965 einem Herzinfarkt erlag, als die Mutter, so erinnert sich der Sohn, das erste Mal in Italien eine Woche im Urlaub war. „Ich war sein Ein und Alles“, sagt Hans Zach. „Er war knüppelhart und doch weich. Er hat mich geprägt.“

Die Einstellung hat den Trainer geformt, der vier Mal deutscher Meister mit Düsseldorf und Hannover geworden ist und die Nationalmannschaft drei Mal ins Viertelfinale führte. Wegen gelegentlicher Ausbrüche an der Bande verpassten ihm die Journalisten den Beinamen „Alpenvulkan“. Das Fischen ist die Leidenschaft des Coaches, der seit 2014 nach einem Aushilfsjob in Mannheim im Ruhestand ist. An erster Stelle steht seit vielen Jahren seine Frau Slada, mit der er seit 1981 verheiratet ist. Auch im Privatleben ist Zach, der am Samstag 70 wird, konsequent. (mit dpa)

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