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Eishockey
25.04.2019

Stewart geht

Nach vier Jahren verlässt Mike Stewart die Augsburger Panther und heuert beim DEL-Rivalen Kölner Haie an. „Danke für alles Augsburg, es war mir eine Ehre.“
Foto: Ulrich Wagner

Den Trainer der Augsburger Panther zieht es nach Köln. Dort bieten sich ihm deutlich bessere finanzielle Möglichkeiten. In Augsburg läuft nun die Suche nach einem Nachfolger

Es war eine abgestimmte Aktion der beiden Klubs. Um 11.32 Uhr meldeten die Augsburger Panther gestern auf all ihren Kanälen, dass Trainer Mike Stewart den Verein verlassen wird. Warme Worte des Abschieds. Aber keine Angaben zum neuen Arbeitgeber. Der lieferte wenige Minuten später seinerseits die Personalie. „Mike Stewart wird neuer Haie-Coach!“ ploppte es auf den Seiten der Kölner in den sozialen Medien auf.

Damit war auch offiziell vollzogen, was in den vergangenen Wochen längst schon vom Gerücht zur Gewissheit gereift war. Ende Januar hatte man Stewart und Köln erstmals in Verbindung gebracht. Das war aus Berlin durchgesickert. Die Eisbären hatten sich vorzeitig von ihrem Trainer Clement Jodoin getrennt und danach offenbar Kontakt zu dem Austrokanadier aufgenommen. Sie kamen nicht zum Zug, vermutlich hatte Köln damals schon die besseren Argumente. Nürnberg soll ebenfalls an Stewart interessiert gewesen sein. Scheiterte aber ebenfalls mit seinen Bemühungen.

Klar war schon lange, dass sich Stewart mit seiner Arbeit bei den Panthern für die Konkurrenz interessant gemacht hat. Und klar war auch, dass sich der ehrgeizige Trainer sich über kurz oder lang verbessern würde. Der 46-Jährige treibt seine Karriere mit dem gleichen Ehrgeiz voran wie seine Mannschaften. In Bremerhaven formte er zwischen 2012 und 2015 aus einem Abstiegskandidaten ein Spitzenteam der DEL2. Er schuf damit auch die Grundlage für den Aufstieg der Norddeutschen in die DEL zur Saison 2016/17, die die Lizenz der Hamburg Freezers übernahmen.

In Augsburg gelang Stewart eine ähnliche Erfolgsgeschichte. Platz 12 in seiner ersten Saison ließ er Platz sechs und damit die direkte Qualifikation für das Play-off-Viertelfinale folgen. Erst nach sieben umkämpften Partien gegen Nürnberg war dort Schluss. Es folgte erneut Platz 12, ehe die Panther in der gerade erst beendeten Spielzeit nach der Hauptrunde auf Platz drei landeten. Besser war noch nie eine Augsburger Mannschaft in der DEL – die das Viertelfinale gegen Düsseldorf gewann und erst in Spiel sieben des Halbfinales an München scheiterte. Zudem qualifizierte sich der AEV für die Champions Hockey League.

Schon seit längerem soll Stewart dem Vernehmen nach in die Kölner Personalplanungen eingebunden sein. Dort wird er mit Mark Mahon einen sportlichen Leiter zur Seite haben. „Mike ist erfahren und hat bewiesen, wie erfolgreich er eine Mannschaft führen kann. Ich freue mich darauf, ab sofort eng mit Mike zusammenzuarbeiten und dass er ein Teil des KEC wird“, ließ sich Mahon in einer Mitteilung des Klubs zitieren. In Augsburg hatte Stewart in sportlichen Belangen weitestgehend freie Hand. Nicht nur diesbezüglich wird er sich in Köln umstellen müssen. Etat, Erwartungshaltung und Erfolgsdruck sind in der Domstadt sehr viel größer (siehe auch die Randbemerkung).

In Augsburg dürfte Panther-Boss Lothar Sigl längst schon auf der Suche nach einem Nachfolger sein. Am Mittwoch war er für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Er ließ sich auf der Homepage nur wie folgt zitieren: „Mit seiner Unterstützung haben wir es geschafft, die sportliche Weiterentwicklung unseres Klubs voranzutreiben. Natürlich wären wir mit Mike auch gerne in eine fünfte gemeinsame Saison gegangen und hätten ihn somit gerne hinter der Bande eines CHL-Teilnehmers gesehen, dennoch respektieren wir natürlich seinen Wunsch nach einer beruflichen Veränderung.“ Demnach habe Stewart das Angebot für eine Vertragsverlängerung nicht angenommen, weil er sich neuen Aufgaben widmen wolle. In Köln erhält er einen über zwei Jahre laufenden Kontrakt. Stewart selbst sagte, dass ihm der Abschied nicht leicht falle. „Ich habe diesen Klub in den letzten vier Jahren lieben gelernt.“ Ihm bleibe nur, danke zu sagen. „Danke für alles Augsburg, es war mir eine Ehre.“ Am Sonntag wird sich Stewart auf dem Saisonabschlussfest der Panther von den Fans verabschieden.

Noch ist unklar, ob auch Stewarts Assistent Tray Tuomie den Verein verlässt – oder aber dessen Nachfolge antritt. In Nürnberg hatte er einst schon als Cheftrainer gearbeitet. Klar ist, dass ein Großteil von Stewarts Erfolgsmannschaft in Augsburg bleibt. 17 Spieler haben ihre Verträge schon verlängert, darunter nahezu alle Leistungsträger. Zumindest einen Gegner kennt Stewart nächste Saison also ziemlich gut.

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