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23.02.2015

Eishockey: Vom titelhungrigen Eisbären zum Bettvorleger

Trainer Uwe Krupp hat es bisher nicht geschafft die Eisbären Berlin aus dem Mittelmaß zu befreien.
Bild: Lukas Schulze, dpa

Einst waren die Eisbären Berlin der FC Bayern des Eishockey. Wer Meister werden wollte, musste an ihnen vorbei. Den wenigsten gelang das. Diese Zeiten aber sind vorbei.

Einst waren die Eisbären Berlin das FC Bayern des Eishockey. Wer Meister werden wollte, musste an ihnen vorbei. Den wenigsten gelang das. Die Zeiten aber haben sich geändert. Aus dem titelhungrigen Raubtier ist ein Bettvorleger geworden. Zum zweiten Mal in Folge droht dem DEL-Rekordmeister ein frühes Aus. Und das noch ehe die Eishockey-Saison mit dem Viertelfinale in die entscheidende Phase startet.

Selbst der wohl renommierteste deutsche Eishockey-Trainer Uwe Krupp hat es nicht geschafft, aus den Eisbären wieder ein Spitzenteam zu formen. Nach dem blamablen frühen Aus in der vergangenen Saison sollte für den einstigen Dominator der deutschen Eishockey-Szene jetzt alles besser werden. Doch nach der zweiten schwachen Spielzeit nacheinander ist der Hauptstadtclub im grauen Mittelmaß der DEL angekommen. 

Keine Chance mehr auf die Top-6

Nach der jüngsten 3:6-Pleite gegen München haben die Eisbären keine Chance mehr, die Top Sechs und damit direkt das Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft zu erreichen. Sie müssen den Umweg über die Pre-Playoffs nehmen. "Unser Ziel auf die direkte Viertelfinal-Qualifikation haben wir leider verpasst", gestand Krupp denn auch ein. Ihn hatten die Eisbären-Verantwortlichen als großen Hoffnungsträger im Dezember verpflichtet.

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Mit der ersten Playoff-Runde wollte sich der Sportliche Leiter Stefan Ustorf am Montag noch nicht befassen. Nur auf die abschließenden Hauptrunden-Heimspiele gegen Düsseldorf und Iserlohn am Wochenende konzentriere er sich zum jetzigen Zeitpunkt. "Es ist zu früh, ein Fazit zu ziehen", betonte der einstige Nationalspieler.

Das Scheitern gegen Ingolstadt galt als Ausrutscher

Vollmundig hatte der neuinstallierte Sportliche Leiter Ustorf im Sommer einen neuen Angriff auf die Meisterschaft ausgerufen. Dass der DEL-Rekordmeister im Frühjahr 2014 bereits in der ersten Playoff-Runde am späteren Meister Ingolstadt scheiterte, wurde als Ausrutscher angesehen. "Vom Potenzial her verfügen wir über ein Team, das weiterhin ganz oben anzusiedeln ist", behauptete der ehemalige Nationalstürmer. Ustorf zählte die Eisbären zum engeren Favoritenkreis und gab den Titel als Devise aus. Die Top Vier zum Hauptrunden-Ende waren auch laut Manager Peter John Lee das Ziel.

Doch schon frühzeitig zeigten sich die Versäumnisse des Managements. Die Berliner hatten auf Kontinuität gesetzt, statt die Mannschaft im Sommer radikal zu verändern. Die Verantwortlichen verwiesen auf die Verdienste von Spielern wie Darin Olver, Florian Busch, TJ Mulock oder James Sharrow und sträubten sich, Verträge aufzulösen.

Der Krupp-Effekt verpuffte schnell

Die Quittung folgte. Schnell nisteten sich die Eisbären im Niemandsland der Tabelle ein. "Wir sind im Augenblick keine Spitzenmannschaft, das ist überhaupt kein Thema", gestand Ustorf Ende November resigniert. Nach der Trennung vom glücklosen Trainer Jeff Tomlinson sollte mit dem ehemaligen Bundestrainer und Stanley-Cup-Gewinner Krupp nicht nur Glamour, sondern auch der Erfolg in die Hauptstadt zurückkehren. Doch der Effekt verpuffte schnell. 

Lee und Ustorf nahmen die Spieler in die Pflicht. Sie kündigten an, genau im Blick zu haben, inwiefern das Potenzial ausreicht. Über Konsequenzen wollte Ustorf am Montag noch nicht sprechen. Die bisherige Saison lässt darauf schließen, dass ein Umbruch im Kader unvermeidlich ist, um das DEL-Mittelmaß wieder hinter sich zu lassen. (dpa)

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