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Fußball-Legende

10.10.2019

Eishockey statt Fußball: Petr Cech ist nicht der erste, der die Seiten wechselt

20 Jahre lang gehörte Petr Cech zu den besten Torhütern der Welt. Seine Karriere beendete er in diesem Sommer. Nun wechselte er die Sportart.
Bild: Marc Atkins, Witters

Mit 37 Jahren wird der ehemalige Chelsea-Profi Eishockey-Torwart. Welche Spitzenathleten vor ihm die Sportarten gewechselt haben.

Kurz nach Mitternacht sah sich Petr Cech genötigt, selbst etwas klar zu stellen. Auf Twitter schrieb der 37-jährige ehemalige Weltklassefußballer und heutige Technische Direktor des FC Chelsea: "Einige glauben jetzt, ich hätte den Job gewechselt. Das habe ich nicht." Der Job beim FC Chelsea und seine neue Tätigkeit ließen sich bestens vereinbaren.

Was zu der Aufregung geführt hatte, war eine Benachrichtigung des bis dahin weitestgehend unbekannten Eishockey-Viertligisten Guildford Phoenix. Dieser hatte die Verpflichtung des ehemaligen Fußball-Welttorhüters Petr Cech bekannt gegeben. Der Tscheche, der den Klub aus der Grafschaft Surrey zuvor bereits als Fan unterstützt hatte, unterschrieb einen Vertrag bis Saisonende.

 

Eishockey statt Fußball: Petr Cech ist nicht der erste, der die Seiten wechselt

Cech, der als Fußballer 124 Länderspiele für die tschechische Nationalmannschaft bestritt und mit dem FC Chelsea 2013 die Champions League gewann, ist bei seinem neuen Team vorerst als dritter Torwart eingeplant. Wenn es nach seinem Trainer Milos Melicherik geht, könnte er aber schon am Sonntag gegen die Swindon Wildcats II zum Einsatz kommen: "Wir freuen uns darauf, ihn an diesem Wochenende in Aktion zu sehen." Cech, der in seiner Kindheit bereits im Eishockey-Tor stand, sagte: "Nach 20 Jahren im Profifußball wird es eine wunderbare Erfahrung sein, das Spiel zu spielen, das ich als Kind so gern gespielt und angeschaut habe."

Dass seine Fußball-Erfahrung Cech hilft, glaubt AEV-Goalie Markus Keller nicht

Markus Keller ist Torwart der Augsburger Panther in der DEL und spielte als Jugendlicher auch Fußball.
Bild: Siegfried Kerpf

Dass Cech seine Erfahrung als Fußball-Torwart etwas beim Spiel mit den Pucks hilft – davon geht Markus Keller nicht aus. Der 30-Jährige ist Eishockey-Torwart bei den Augsburger Panthern und spielte in der Jugend auch einige Jahre als Fußball-Torwart. Er erinnert sich: "Reflexe sind natürlich in beiden Sportarten wichtig. Aber vom Spielstil ist es etwas völlig anderes." Dazu komme: Automatismen, die beim Eishockey eingeübt werden – etwa das Hinknien, um die Pucks abzuwehren – sind beim Fußball eher von Nachteil. Schließlich geht es beim Spiel auf dem Rasen darum, sich möglichst groß zu machen. Mit seiner Teamfähigkeit und seinem Ehrgeiz könne Cech seiner neuen Mannschaft aber durchaus weiterhelfen, so Keller.

Cech ist nicht der einzige Spitzenathlet, der sich nach dem Ende seiner Karriere noch einer zweiten Sportart zugewandt hat. Einige waren sogar in beiden Sportarten erfolgreich. Eine Auswahl:

Paolo Maldini ist der Strategie-Direktor beim AC Mailand.
Bild: Luis Tejido/EFE (dpa)

Paolo Maldini  Beim AC Mailand war der Abwehrspieler der ewige Paolo: Bei dem Topklub aus der Lombardei kickte der Rekordspieler der italienischen Liga seine ganze Karriere lang, gewann alleine fünfmal die Champions League. Im Tennis reichte es hingegen nur für den kurzen Paolo: Im Juni 2017 trat er als Tennis-Profi beim Challenger-Turnier in Mailand an und schied in der ersten Runde aus. Den Schläger hat der 51-Jährige wieder an den Nagel gehängt – und ist seit Sommer 2018 Technischer Direktor bei seinem AC Mailand.

Michael Jordan Der wohl beste Basketballspieler aller Zeiten gewann mit den Chicago Bulls sechs Titel in der US-amerikanischen Profiliga NBA und zwei Mal Gold bei Olympia. Zwischenzeitlich versuchte er sich mit mäßigem Erfolg als Baseballspieler.

Bo Jackson Einer der wenigen, der parallel in zwei Sportarten zur Elite gehörte, ist der US-Amerikaner. Bo Jackson überzeugte sowohl als Baseballer als auch als Footballer und schaffte es jeweils in das All-Star-Team beider Profi-Ligen.

Aus Sprintstar Usain Bolt wurde doch kein Fußball-Profi.
Bild: Steve Christo/AP (dpa)

Usain Bolt Der Jamaikaner ist mit einer Zeit von 9,58 Sekunden auf 100 Meter bis heute der schnellste Mann der Welt. Seine Fußballkarriere, von der er schon als Kind geträumt hatte, war ebenso schnell vorbei: Nachdem er unter anderem bei Borussia Dortmund aus PR-Gründen eine Trainingseinheit mitgemacht hatte, wollte er beim australischen Klub Central Coast Mariners den Sprung zum Fußball-Profi schaffen. Dort trainierte der heute 33-jährige Bolt zwar knapp vier Monate mit, erhielt aber keinen Profi-Vertrag.

Manfred Burgsmüller Der Stürmer steht bis heute auf Platz vier der ewigen Bestenliste der Bundesliga: 213 Tore gelangen ihm. Nach dem Ende seiner Karriere als Fußballer spielte er noch sechs Jahre American Football – und wurde mit 52 Jahren der älteste Football-Profi der Welt. Im Mai dieses Jahres starb Burgmüller 69-jährig in seiner Geburtsstadt Essen.

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