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FC Bayern
19.10.2018

Bayern-Bosse holen zum Rundumschlag gegen Medien aus

Gingen mit der Presse hart ins Gericht: FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (links) und Präsident Uli Hoeneß.
Foto: Matthias Balk, dpa

Rummenigge, Hoeneß und Salihamidzic haben die Öffentlichkeit wegen des Umgangs mit Bayern-Spieler kritisiert - und sparen selbst nicht mit harter Kritik.

Groß war die Aufregung um die kurzerhand einberufene Pressekonferenz der Bayern-Bosse Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Hasan Salihamidzic – schließlich war das Triumvirat bei der Vorstellung von Jupp Heynckes am 9. Oktober 2017 letztmals gemeinsam vor die Öffentlichkeit getreten. Spekulationen um eine personelle Rochade oder neue Sponsoren bestätigten sich nicht, stattdessen stimmten die Verantwortlichen eine allumfassende Medien- und Expertenschelte an.

Rummenigge bemüht das Grundgesetz

"Wir haben beschlossen, dass wir diesen Stil nicht mehr akzeptieren werden", begann der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge und bezog sich dabei auf die mediale Berichterstattung der letzten Wochen über die Nationalmannschaft und den Klub. Er verwies dabei sogar auf das Grundgesetz: "Die Würde des Menschen ist unantastbar, das wird von gewissen Medien nicht respektiert. Wir als Verein werden das nicht mehr akzeptieren." Der Vorstandschef der Bayern nahm insbesondere Bayern-Keeper Manuel Neuer in Schutz: "Was ich über Manuel lesen musste, hat mir Kritik nichts mehr zu tun, da fehlen mir die Worte. Viele machen sich keine Gedanken mehr über Würde und Anstand der Spieler."

Was ein richtiger Bayer ist, lässt sich von einer Krise das Bier nicht madigmachen. Der Westfale Karl-Heinz Rummenigge und der gebürtige Berliner Niko Kovac stoßen auf bessere Zeiten an.
Foto: Nordphoto

Rummenigge: "Man will uns auf ein Normalmaß stutzen"

Dies gelte auch für Franck Ribéry und Arjen Robben: "Die zwei Burschen haben dazu beigetragen, dass Bayern in der Fußballwelt ein strahlender und leuchtender Stern am Firmament ist." Die Kritik der letzten Wochen an der Spielweise und den Ergebnissen der Bayern wies Rummenigge als "unverschämt, polemisch, respektlos" zurück. Es sei ein wichtiger Tag für den FC Bayern, "weil wir uns das nicht mehr gefallen lassen. Wir haben hier seit 2012 eine sechsjährige Dauerparty feiern dürfen. Auch vor drei Wochen war die Welt noch in Ordnung. Die Medien mögen Spaß daran haben, den FC Bayern nicht als Tabellenführer zu sehen. Man will uns auf ein Normalmaß stutzen – wir werden künftig genauer auf diese herabwürdigende und hämische Berichterstattung schauen".

Hoeneß verteidigt Bernat-Transfer: "Hat einen Scheißdreck gespielt"

Uli Hoeneß stieß ins gleiche Rohr: "Es ist an der Zeit, dass sich der wichtigste Klub in Deutschland klar positioniert. Dieser Verein wird sich als Einheit in der Öffentlichkeit darstellen, wie Sie das lange nicht erlebt haben." Zwar sei man selbst mit den Ergebnissen der vergangenen Wochen unzufrieden, man werde deshalb alles hinterfragen. "Aber wir nehmen diese unverschämte Berichterstattung nicht mehr hin." Er ging dabei auch auf den Transfer von Juan Bernat zu Paris ein, der wegen der dünnen Personallage auf den Außenverteidiger-Positionen kritisiert worden war: "Bernat hat uns letztes Jahr beinahe die Champions League gekostet. Er hat einen Scheißdreck gespielt. Da haben wir beschlossen, ihn zu verkaufen."

Salihamidzic: "Die Bundesliga ist keine Dschungelshow"

Auf die Nachfrage, warum Hoeneß dann auch selbst bisweilen auch überspitzte Formulierungen verwende, etwa in der Özil-Debatte, entgegnete der 66-Jährige: "Das Wort ‚Scheißdreck‘ hätte ich nicht verwenden dürfen, ‚Mist‘ wäre besser gewesen. Auch den Leverkusener Karim Bellarabi wegen dessen Foulspiel an Rafinha als ‚geisteskrank‘ zu bezeichnen, war falsch." Manchmal fielen nach dem Spiel zu emotionale Äußerungen.

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Hasan Salihamidzics Kritik richtete sich an manche Fußball-Experten: "Mir wurde von manchen Experten wie Stefan Effenberg vorgeworfen, ich habe mich nicht hinter Niko Kovac gestellt. Ich werde aber nicht nach Schlagzeilen bezahlt, einen Klub führt man nicht mit Symbolpolitik." Kovac wisse, dass der Verein hinter ihm stehe. "Die Bundesliga ist keine Dschungelshow, wir müssen uns keine Küsschen geben." Man gehe selbstkritisch miteinander um, "den Umgang der letzten Wochen hat die Mannschaft aber nicht verdient".

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