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FC Bayern München
12.08.2021

FCB-Trainer Nagelsmann: "Wir sollten vor Selbstbewusstsein strotzen"

Julian Nagelsmann wird am Freitag gegen Borussia Mönchengladbach sein erstes Bundesliga-Spiel als Bayern-Trainer absolvieren.
Foto: Sven Hoppe, dpa

Der neue FCB-Coach Julian Nagelsmann blickt seiner Premiere gegen Borussia Mönchengladbach gespannt entgegen. Doch die Abwehr von Bayern ist weiterhin ein Problemfall.

Hat Julian Nagelsmann einmal angefangen zu reden, dann spricht er zügig, selbstbewusst und immer geschliffen ausformuliert. Sei es über seine Gefühle vor seinem ersten Bundesliga-Spiel als neuer Trainer des FC Bayern, die herausfordernde Personalsituation der Münchner vor der Auswärtspartie bei Borussia Mönchengladbach (Freitag 20.30 Uhr Sat1 und DAZN) oder seine Vorstellungen von der künftigen Bayern-Defensive.

„Ich freue mich, bin aber auch gespannt, wie der aktuelle Stand ist“, sagte Nagelsmann auf der Pressekonferenz vor seiner Bundesliga-Premiere. Er betonte, dass sich aus der Saisonvorbereitung mit drei Niederlagen und einem Unentschieden in den Testspielen keine Rückschlüsse auf die wahre Leistungsfähigkeit seiner Mannschaft ziehen ließen. Schließlich seien die EM-Teilnehmer erst spät dazugestoßen und hätten bisher nur ein paar Trainingstage mit dem Team absolviert.

Benjamin Pavard fehlt dem FC Bayern mehrere Wochen wegen Sprunggelenksverletzung

In Sachen Personal erreichte Nagelsmann am Mittwoch gleich noch eine schlechte Nachricht. Während Alfonso Davies, Corentin Tolisso und Kingsley Coman nach ihren Verletzungen langsam wieder Anschluss ans Team finden, musste sich nun Benjamin Pavard abmelden. Der französische Außenverteidiger hatte sich im Training eine Verletzung am Sprunggelenk zugezogen und wird die nächsten Wochen auf der rechten Seite fehlen. „Das ist sehr, sehr ärgerlich und tut mir leid für ihn. Natürlich ist er ein Spieler, den ich fix eingeplant hatte auf der Position“, sagte Nagelsmann.

Der Coach schätzt vor allem Pavards Flexibilität in Defensive und Spielaufbau, die genau das abbildet, was sich der neue Coach von seinem künftigen Abwehrverbund erwartet. Pavards Ausfall verschärft aber nun die Misere in der Münchner Defensive, die zu verbessern sich Nagelsmann eigentlich zur großen Aufgabe gemacht hat. Er möchte die für ihn viel zu hohe Gegentorquote der Vorsaison drücken, um im Gegenzug die Offensivqualitäten des FC Bayern noch besser in Szene zu setzen. „Wenn wir einige Spiele mit weniger Aufholpower hätten, tun wir gut daran“, so Nagelsmann. Aktuell besteht in seiner Hintermannschaft aber auch auf der linken Seite Handlungsbedarf.

Bayerns neuer Trainer Julian Nagelsmann will die Defensivarbeit seiner Mannschaft verbessern. Doch an den entscheidenden Positionen fehlen ihm wichtige Spieler.
Foto: Matthias Balk/dpa

FCB-Coach Julian Nagelsmann: "Durch Rumheulen ist noch nie irgendetwas besser geworden"

Alfonso Davies ist noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte – auch wenn der Coach damit spekuliert, ihn gegen Gladbach von Beginn an zu bringen. „Natürlich wird er noch nicht über 90 Minuten gehen können. Dazu ist es noch zu früh. Aber im Kopf habe ich schon, dass er beginnen wird. Und dann schauen wir einfach, wie weit ihn seine Füße tragen.“ Dafür stellte er Niklas Süle, Bouna Sarr und Nachwuchstalent Josip Stanisic weitere Einsätze in Aussicht. „Ich habe zwei Ansprüche an mich“, sagte Nagelsmann, „erstens will ich nicht in eine Jammersituation kommen, denn vom Rumheulen ist noch nie irgendetwas besser geworden. Man muss versuchen, Dinge anzunehmen und das Beste daraus machen. Und zweitens habe ich den Anspruch, dass ich Spielern, die vergangene Saison etwas weniger zum Einsatz gekommen sind, eine Chance gebe.“ Was er von jedem Spieler erwarte, ist klar, es müssten „Wille und Gier“ zu spüren sein. „Dann werden wir auch keine Probleme haben, Ausfälle kompensieren zu können.“

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Foto: Matthias Balk, dpa

Der zehnte Meistertitel für den FC Bayern München ist der Minimalanspruch

Gerüchte um mögliche Neuzugänge wie Marcel Sabitzer von RB Leipzig wollte Nagelsmann hingegen nicht kommentieren. Er räumte lediglich ein, dass man bei Bayern weiterhin die Augen nach Verstärkungen offen hält. „Wir kommentieren aber keine einzelnen Namen und Gerüchte.“ Doch beim Minimalanspruch vom zehnten Meistertitel in Folge sowie Erfolgen in Pokal und Champions League lastet Druck auf dem 34-Jährigen.

Ihm ist klar, dass sich Gladbach mit seinem neuen Trainer Adi Hütter sicher nicht in die Rolle eines Aufbaugegners drängen lassen wird. „Gladbach ist ein anspruchsvoller Auftaktgegner, aber jede Mannschaft ist gegen Bayern top motiviert und möchte verhindern, dass wir den zehnten Meistertitel in Serie holen. Das ist eine sehr reizvolle Herausforderung für uns“ und gibt die Haltung vor, die für ihn und sein Team am Freitag gelten muss: „Wenn man die Geschichte der letzten Jahre sieht, sollten wir vor Selbstbewusstsein strotzen.“

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12.08.2021

Nagelsmann hat ein sehr schweres Amt übernommen, wünschen wir ihm eine glückliche Hand.

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