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17.05.2015

FC Ingolstadt: In elf Jahren nach ganz oben

Der FC Ingolstadt spielt in der kommenden Saison in der 1. Bundesliga. Foto: Karl-Josef Hildenbrand
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Der FC Ingolstadt spielt in der kommenden Saison in der 1. Bundesliga.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand (dpa)

Ingolstadt gewinnt gegen Leipzig und macht den Aufstieg in die Bundesliga perfekt. Vielen gilt der Trainer als Vater des Erfolgs. Sein Plan für die neue Saison steht bereits.

Als Schiedsrichter Michael Weiner am Sonntag die Partie in Ingolstadt abpfiff, gab es kein Halten mehr. Trainer Ralph Hasenhüttl rannte auf den Rasen, die Ersatzspieler hinterher. Auch die Fans fluteten das Spielfeld. Alle lagen sich unkontrolliert in den Armen. Ein kollektiver Jubelrausch. Der FC Ingolstadt machte durch einen 2:1-Sieg gegen RB Leipzig den Aufstieg in die Bundesliga perfekt. Viel mehr noch: Die Oberbayern durften auch die Meisterschale der zweiten Liga in die Höhe strecken. Das Ingolstädter Fußballmärchen dieser Saison ist damit perfekt. Als Außenseiter gestartet, steigen die Schanzer verdient auf.

Der FC Ingolstadt 04 spielt bald dort, wo er sich immer sehen wollte

Der FC Ingolstadt, erst 2004 aus einer Fusion der verschuldeten Fußball-Abteilungen der beiden Vorgängervereine ESV und MTV entstanden, ist also in der Bundesliga angekommen. Von der Bayernliga ging es im Eiltempo ins Fußball-Oberhaus. Im Alter von gerade einmal elf Jahren messen sich die Oberbayern als 54. Bundesligist künftig mit den Großen der Branche.

Damit spielt der FC Ingolstadt künftig dort, wo er sich immer sehen wollte. Der langfristige Plan des Vereins und von Hauptsponsor Audi war seit geraumer Zeit, „irgendwann einmal in der Bundesliga“ anzukommen. Nur das Irgendwann wurde nie genau definiert und stets nach hinten verschoben. Vor der laufenden Saison hieß es etwa, im insgesamt sechsten Jahr in der zweiten Liga erstmals einen einstelligen Tabellenplatz belegen zu wollen. Das Ziel schien realistisch, mehr war kaum zu erwarten. Umso erstaunlicher ist nun, dass es heuer mit dem Aufstieg geklappt hat. Der Sprung in die Beletage des deutschen Fußballs wurde nicht mit einem teuer aufgepumpten Kader erreicht, sondern mit einem durchschnittlichen Zweitliga-Etat und dem breiten Publikum kaum bekannten Spielern.

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Audi-Sportpark diese Saison erst zum dritten Mal ausverkauft

Teure Transfers passten bisher ohnehin nicht zur Marschrichtung des Vereins und des Sponsors. Auf Nachhaltigkeit haben sie in Ingolstadt ihr Projekt ausgerichtet, auf eine gute Infrastruktur, in der junge Spieler weiterentwickelt werden, auf regionale Verwurzelung. Zeichen dafür ist auch das vergangenen Sommer eröffnete Funktionsgebäude, in dem neben den Profis auch sämtliche Jugendmannschaften und ein Nachwuchsleistungszentrum ihr Zuhause gefunden haben.

15.000 Menschen im ausverkauften Audi-Sportpark feierten am Sonntag mit dem Team. Damit war das Stadion erst zum dritten Mal in der Saison ausverkauft. Das wird sich künftig in der Bundesliga ändern. Der Sportpark könnte im Übrigen relativ schnell auf 22.000 Plätze erweitert werden. Entsprechende Überlegungen gibt es bereits. Und für einen zweiten, etwas aufwendigeren Ausbau ließe die Konstruktion auch bis zu 30.000 Plätze zu.

Ingolstadt feiert die Zweitligameisterschaft.
Bild: Armin Weigel (dpa)

Die Rahmenbedingungen wurden und werden in Ingolstadt demnach Schritt für Schritt entwickelt, nur sportlich herrschte in den vergangenen Jahren Stillstand. Die Trainer wechselte der Verein schneller als so mancher Traditionsverein eine Etage höher.

FC Ingolstadt 04 - Warum gerade jetzt der Aufstieg?

Warum also hat es nun ausgerechnet in dieser Saison mit dem Aufstieg geklappt? Viel hängt mit der Verpflichtung Ralph Hasenhüttls als Trainer zusammen, die jeder im Verein als „Glücksgriff“ bezeichnet. Der Österreicher kam im Oktober 2013, der FC Ingolstadt war abgeschlagener Tabellenletzter der zweiten Liga. Hasenhüttl überzeugte innerhalb und außerhalb des Vereins mit seiner offenen Art, sprach nicht nur von seiner Idee des Fußballs, sondern setzte sie rigoros um. Seine Mannschaft überzeugte mit frühem Pressing, schnellem Umschaltspiel und hoher Laufbereitschaft.

Hasenhüttl drehte im Kader an Stellschrauben und verpflichtete Spieler, die genau seiner Philosophie entsprachen. Auch Kicker, die bereits da waren, erlebten unter dem Österreicher eine sportliche Renaissance. Pascal Groß etwa, inzwischen einer der herausragenden Zweitligaspieler und Dreh- und Angelpunkt bei den Oberbayern, saß beim FCI unter Vorgänger Marco Kurz meist nur auf der Bank.

Hasenhüttl hat bereits frühzeitig klargestellt, dass er auch in der Bundesliga in erster Linie mit seinem aktuellen Kader plant. Dass Audi nun das ganz große Geld lockermacht, damit der FCI mit spektakulären Transfers eine Mannschaft zusammenstellen kann, die die obere Tabellenhälfte angreift, ist nicht zu erwarten. Vorerst. Denn eines dürfte ebenso wahrscheinlich sein: Freiwillig will der FC Ingolstadt den lang gehegten Traum Bundesliga nach nur einem Jahr nicht wieder aufgeben.

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