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16.06.2009

FIA legt nach: Finanzregeln für 2010 bleiben

FIA legt nach: Finanzregeln für 2010 bleiben
Bild: DPA

Paris (dpa) - Der Automobil-Weltverband FIA hat den Formel-1-Streit mit der Teamvereinigung FOTA um die Budgetobergrenze weiter verschärft. Der Ausstieg von "Rebellen-Führer" Ferrari und seinen sieben Mitstreitern aus der "Königsklasse" ist damit fast programmiert.

In einer Pressemitteilung vom 16. Juni stellte die FIA nach einem Treffen einen Tag zuvor mit FOTA-Finanzexperten kategorisch fest: Die Vorschläge der Rennställe zur Kostenreduzierung seien nicht ausreichend. "Die Finanzregeln der FIA bleiben daher wie veröffentlicht."

In einer zweiten mehrseitigen Mitteilung wenige Stunden später beschrieb die FIA ausführlich ihre Haltung in der Auseinandersetzung und stellte vor allem Ferrari und dessen Chef Luca di Montezemolo an den Pranger. In dem Schreiben bezichtigt die FIA die FOTA, die Hoheit über die Regeln und die kommerziellen Rechte an sich reißen zu wollen.

Drei Tage vor dem möglichen Showdown mit der endgültigen Starterliste fürs kommende Jahr ist der Totalschaden kaum noch zu vermeiden. "Entweder wir lösen den Streit oder wir werden eine eigene Serie haben", hatte Ferrari-Präsident und FOTA-Chef di Montezemolo bereits am Wochenende betont. Jede Ausweichmöglichkeit scheint damit versperrt. Nachdem es 2006 beinahe schon einmal zu einer eigene Rennserie der Teams gekommen wäre, rückt diese für 2010 immer näher.

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"Ich hoffe, dass wir die nächsten Tage etwas Positives berichten können", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Es gebe vier oder fünf Punkte, in denen Einigung erzielen werde müsse. Er habe im Mai beim Rennen in Monaco ein positives Gefühl gehabt. "Dort ist man aufeinander zugegangen. Ich hoffe, dass sich dieses Gefühl die nächsten drei Tage wieder einstellt." Mehr mochte Haug nicht sagen.

McLaren-Mercedes hatte in den vergangenen Wochen einen Kompromissvorschlag vorgelegt. Nun haben sich die FIA mit Präsident Max Mosley an der Spitze und Gegenspieler FOTA mit di Montezemolo ineinander verbissen. Längst geht es nicht mehr um die von der FIA im April beschlossene freiwillige Budgetlimitierung auf 45 Millionen Euro - es geht allein um die Macht in der Formel 1. Bis zum 19. Juni sollen nach dem FIA-Willen die Teams, die sich für die Saison 2010 nur unter dem Vorbehalt einer Änderung der Finanzregeln gemeldet hatten, sich endgültig ohne Wenn und zu einer Teilnahme bereit erklären.

Der Einigungswillen scheint auf beiden Seiten derzeit nicht groß zu sein. Ein Treffen von Finanzexperten der FIA und der FOTA sei am Montag ohne Ergebnisse geblieben, weil die FOTA-Vertreter nicht bereit gewesen seien, überhaupt über die neuen Regeln zu diskutieren und kein Mandat gehabt hätten, hieß es von der FIA. Daher hätten die FOTA-Vorschläge nicht mit den FIA-Regeln abgestimmt und eine gemeinsame Position gefunden werden können.

Somit sei nur über die von der Teamvereinigung gemachten Vorschläge gesprochen worden, "doch ist klar geworden, dass diese nicht geeignet sind, die Geldausgaben eines Teams zu limitieren, das die Möglichkeiten hat, mehr auszugeben als seine Konkurrenten. Ein weiteres finanzielles Wettrüsten wäre dann unausweichlich", kritisierte die FIA.

Schon zuvor hatte die FIA unverhohlen das Verhalten der FOTA angeprangert. "Es gibt eindeutig ein Element in der FOTA, das entschlossen ist, jegliche Einigung zu verhindern, ohne Rücksicht auf den Schaden, den dies auf den Sport haben könnte", schrieb die FIA - gemeint waren Ferrari und di Montezemolo.

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