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Formel 1

18.11.2019

Fahrer-Streit: Bei Ferrari herrscht Alarmstufe Rot

Sebastian Vettel kann nur missmutig zuschauen, wie sein Ferrari von einem Abschleppkran zurück in die Box gebracht wird.
Bild: Chello, dpa

Der Streit zwischen Sebastian Vettel und Charles Leclerc eskaliert bei einem Unfall in Brasilien. Nun stellt sich die Frage, wie es 2020 bei Ferrari weitergehen soll.

Sebastian Vettel widerspricht. Es habe schon häufiger Probleme zwischen ihm und Teamkollege Charles Leclerc gegeben, beginnt ein TV-Journalist seine Frage. „Das stimmt nicht“, entgegnet Vettel. Überzeugend klingt das nicht. Erst recht nicht beim Anblick der Bilder aus Brasilien. Da sind sich Vettel und Leclerc ins Auto gefahren, für beide war das Rennen beendet. „Eine Schande“, wie Vettel hinterher sagt.

Es gibt in der Formel 1 nichts Schlimmeres als einen Unfall unter Teamkollegen

Es herrscht Alarmstufe Rot bei Ferrari. Die übliche Presserunde nach dem Rennen lassen beide Fahrer aus. Nur Teamchef Mattia Binotto nimmt den schweren Gang auf sich. Wohlwissend, dass er in die Enge getrieben wird. Es gibt für einen Rennstall in der Formel 1 nichts Schlimmeres als einen Unfall zwischen Teamkollegen. Mercedes hat die Erfahrung mit Lewis Hamilton und Nico Rosberg gemacht. Bis Motorsportchef Toto Wolff genug hatte und klare Regeln aufstellte. Ähnlich es zu tun, scheint nicht im Interesse Binottos zu liegen. Es sei denn, er wird dazu gezwungen. „Wir wurden in der Vergangenheit kritisiert, wenn wir den Fahrern im Zweikampf zu viel vorgeschrieben haben. Jetzt haben wir sie kämpfen lassen, und es ist auch nicht richtig. Wir haben immer Gründe für unsere Entscheidungen“, sagte Binotto.

Eine Aussprache gab es noch nicht. Vettel reiste nach dem Rennen in die Schweiz, Leclerc nach Frankreich. Bald aber werden sie sich in Maranello treffen. Zu einer Besprechung, die weitreichende Folgen haben könnte. Schließlich fahren beide auch 2020 für Ferrari. Weitere Grabenkämpfe sind da bei der Jagd nach dem WM-Titel nicht gewünscht. Leclerc hat bei der Scuderia einen Vertrag bis 2022, Vettel bis Ende 2020. Schon länger wird darüber spekuliert, was danach mit dem viermaligen Weltmeister passiert. Jetzt stellt sich die Frage: Wie sieht es 2020 aus? Bislang war Vettel Ferraris Nummer eins. Zumindest zu Saisonbeginn in diesem Jahr. Leclerc aber setzte den Heppenheimer von Rennen zu Rennen immer mehr unter Druck. Momentan liegt der 22-Jährige in der WM-Wertung mit 19 Punkten vor Vettel. Es könnte ungemütlich für den 32-Jährigen im nächsten Jahr werden. Zumal er noch immer seinem Ziel hinterherfährt, endlich mit Ferrari Weltmeister zu werden. Auch weil er in dieser Saison zu viele Fehler machte.

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Auch in Brasilien? In der 66. Runde kam es zum folgenreichen Unfall. Vettel sah sich nach der Schikane im Vorteil und war überzeugt, schon an Leclerc vorbei zu sein. War er aber nicht. Es kam zur Berührung, beide Fahrzeuge wurden so sehr beschädigt, dass ein Weiterfahren unmöglich war. Und wer war nun schuld? Das ließen beiden Piloten offen. Beide aber schimpften am Funk lautstark. Von wegen keine Probleme.

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