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Formel 1
15.05.2017

Hamilton pirscht sich heran

Mit dem Sieg in Spanien verkürzt der Brite seinen Rückstand in der WM-Wertung auf Vettel. Nach einem knallharten Duell loben sich die beiden Kontrahenten gegenseitig

Trotz der Niederlage in der nächsten Runde des Formel-1-Zweikampfs mit Lewis Hamilton konnte Sebastian Vettel lachen. In einem denkwürdigen Großen Preis von Spanien mit aufregenden Überholmanövern, Rad-an-Rad-Duellen, Strategiespielchen und Reifenpoker verpasste der Ferrari-Star gegen seinen englischen Titelrivalen seinen dritten Saisonsieg. Dennoch wirkte der Heppenheimer am Sonntag nach dem Europa-Auftakt in Barcelona entspannt und scherzte mit dem Mercedes-Konkurrenten bei der Siegerehrung und der Pressekonferenz.

„Es hat Spaß gemacht“, sagte der viermalige Champion. „Aber natürlich ist es bitter, nur den zweiten Platz mitzunehmen.“ Letztlich musste er zugeben: „Lewis hat einfach den besseren Job gemacht.“

Gerade einmal knapp 3,5 Sekunden hatte Vettel im Ziel hinter dem britischen Dreifach-Champion gelegen. Er verdrängte den Mercedes-Mann beim fünften Saisonrennen in Barcelona zwar noch in der ersten Kurve von Position eins, musste sich am Ende jedoch geschlagen geben. „So muss Racing sein“, befand Hamilton, dem das Duell mit dem Deutschen trotz aller Anstrengungen sichtlich Freude gemacht hatte: „Das ist eines der härtesten Rennen. Ich habe mehrere Kilos verloren, und er im Rücken hat das Ganze nicht einfacher gemacht“, meinte der Engländer nach seinem 55. Karriere-Sieg.

Vettel entgegnete: „Ich habe wirklich alles versucht, an der Spitze zu bleiben. Sobald wir aber alleine waren, ist er an mir vorbeigeflogen.“ Der Deutsche (104 Zähler) geht nun mit einer auf sechs Punkte geschmolzenen WM-Führung auf den zweimaligen Saisonsieger Hamilton in den Traditions-Grand-Prix von Monaco in zwei Wochen.

Während Vettel und Hamilton die große Show boten, schaffte es Red-Bull-Fahrer Daniel Ricciardo als Dritter erstmals in dieser Saison noch auf das Podium. Sein Teamkollege und Vorjahressieger Max Verstappen schied nach einer Startkollision mit Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari aus.

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Renault-Mann Nico Hülkenberg landete auf einem hervorragenden sechsten Platz, Pascal Wehrlein sicherte sich mit einer gewagten Ein-Stopp-Strategie als Achter sogar seine ersten Punkte für Sauber. Der Worndorfer trotzte selbst einer Fünf-Sekunden-Strafe, weil er vor seinem Boxenstopp regelwidrig Richtung Garage gefahren war, und feierte seinen größten Formel-1-Erfolg.

Die 740 Meter bis zur ersten Kurve hatten es nach dem Start richtig in sich. Um gerade einmal 51 Tausendstelsekunden hatte Vettel in der Qualifikation Startplatz eins verpasst. Dabei ist die Pole gerade auf dem an Überholmöglichkeiten armen Circuit de Catalunya so wichtig. 13 Mal hatte vor dem Grand Prix seit 2001 der Qualifikationsbeste auch das Rennen gewonnen. Hamilton konnte die 64. Pole seiner Karriere jedoch nur kurz genießen. Vettel zog an dem Briten vorbei, dahinter schepperte es gewaltig.

Bottas im zweiten Silberpfeil touchierte Vettels Teamkollegen Räikkönen, der auswich und in den Red Bull Verstappens krachte. Für den Finnen war das Rennen kurz darauf mit einem defekten linken Vorderrad beendet, auch der niederländische Youngster musste sein Auto mit einer demolierten Aufhängung in der Garage abstellen.

An der Spitze gab es damit wieder einmal nur noch das Duell Vettel gegen Hamilton. Und was für eines! Hamilton kam als Erster der beiden zu seinem zweiten Stopp in die Garage, danach folgte der Deutsche. Bei der Ausfahrt aus der Box verteidigte Vettel knallhart seine Führung gegen den Briten. Die Zuschauer applaudierten. Vettel konnte dem Druck aber nicht lange standhalten, mit einem herrlichen Manöver raste der Mercedes-Mann am Ferrari-Star vorbei – und holte sich den Sieg in Barcelona. (dpa)

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